01. Juni 2016

Was Stress mit uns Lehrerinnen und Lehrern macht

Ursachen von Stress und Burnout

Stress macht uns krank. Nein, Stress ist gut,er macht uns leistungsfähiger. Ja, was denn nun? Fest steht: Lehrerinnen und Lehrer arbeiten in einem Beruf, der ein hohes Stress- und Burnout-Risiko birgt. Wichtig ist deshalb, besser zu verstehen, wie Stress entsteht, was er mit uns macht, und wie wir ihm begegnen können. Teil 1 der Serie zum Thema Stress im Lehrerberuf.

 

Lehrer sein bedeutet Stress

Lehrerinnen und Lehrer haben ein erhöhtes Risiko, Burnout oder Belastungsreaktionen zu entwickeln. Das gilt für alle Berufe, in denen Menschen für andere Menschen arbeiten. Auch Pflegekräfte, Ärzte oder Sozialarbeiter haben beispielsweise ein besonders hohes Burnout-Risiko. Lehrern verlangt die Zusammenarbeit mit ihren Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Präsenz, Hingabe, Perspektivwechsel und Verständnis ab. Das, was einen so bereichern kann, macht das Lehrer sein auch so stressig.

 


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Faktoren, die uns stressen

Zu wenig Gestaltungsspielraum, zu wenig Anerkennung: Beides kann uns im Schulalltag begegnen, beides begünstigt Burnout. Der Zusammenhang zwischen hohen Anforderungen und geringem Einfluss auf die Gestaltung der eigenen Arbeit wurde beispielsweise im medizinischen Bereich untersucht: Einengende Vorschriften, wie Patienten zu pflegen seien („Managed Care“), ließen in den USA die Burnout-Rate bei Ärzten ansteigen. Ein Risikofaktor, der auch beim Unterrichten besonders relevant sein dürfte.

 

Nachgewiesen ist, dass Lehrern vor allem schadet, wenn sie schlecht unterstützt werden: von Eltern, vom Schulteam, von der Schulleitung. Entscheidend sind auch persönliche Einstellung und wie wir mit Belastungssituationen umgehen. Die Forschung unterscheidet zwei Typen: Die „Perfektionisten“ ziehen ihren Selbstwert oft ausschließlich aus ihrer Arbeit. Sie sind eben perfektionistisch, opfern sich auf, können einer Überforderung kein „nein“ entgegensetzen.

 

Besonders belastete Lehrertypen

Ebenso von Burnout gefährdet ist der Gegentyp, häufig als „Schoner“ bezeichnet. Die Differenzierung geht auf den Psychologen Uwe Saarschmidt zurück, der große Studien zur Lehrergesundheit in Deutschland geleitet hat. „Schoner“ meint die Gruppe derjenigen, die aus vorauseilender Angst, sie könnten verschlissen werden, jedes Engagement vermeiden, sich innerlich von ihrer Arbeit distanzieren. Deutlich häufiger ist bei Lehrern allerdings der erste Typ.

 

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