11. Juli 2016

Schöner leben mit Stress

Mit Stress umzugehen ist erlernbar

Stress - nur schädlich oder auch nützlich? Zuviel Stress ist ungesund, das ist klar. Zugleich kann Stress aber auch positiv sein und uns Höchstleistungen vollbringen lassen. Ob Stress am Ende krank macht, ist auch eine Frage der inneren Einstellung und des Selbstmanagements. Teil 3 und letzter Teil der Serie zum Thema Stress im Lehrerberuf.

 

Schöner Stress

„Schöner Stress“ titelte die Wochenzeitung "Die Zeit" im April. Wollte die Wochenzeitung mit einem großangelegten Beitrag über die positiven Seiten von Stress nur provozieren, um Auflage zu machen? Mitnichten. Tatsächlich lohnt es sich, Stress nicht einseitig zu betrachten. Wer ihn verteufelt, beraubt sich der Möglichkeit, ihn in seiner Komplexität zu verstehen und ihn gezielt für sich zu nutzen. Denn „akuter Stress rüttelt die Schutzmechanismen des Organismus wach“, sagt Firdaus Dhabhar, Professor für Psychiatrie in Stanford, in der "Zeit".

 

Das, was Stress im ersten Moment in unserem Körper auslöst, kann man auch als Turbo-Wellnessprogramm einstufen: Unter Stress rennen wir schneller, denken wir besser, aktivieren wir unser Immunsystem. Evolutionär bedeutete Stress immer wieder den entscheidenden Vorteil, weil er zelluläre Aufräummechanismen unterband und so genetisch Neues entstehen konnte.

 


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Stress ist nicht gleich Stress

Es gilt: Stress ist nicht gleich Stress. Es kommt darauf an, wie lange er dauert, wie wir ihn bewerten, und vor allem wie wir mit ihm umgehen. Wer schafft, seinen Stress zu steuern, und nicht verpasst, Körper und Geist im Anschluss Erholung zu ermöglichen, der gewinnt.

 

Dass man sich dabei gezielt unterstützen lassen kann und sollte, zeigt eine Studie aus Harvard. Probanden wurden gezielt sozialem Stress ausgesetzt, indem man sie vor Publikum auftreten ließ. Die Hälfte der Teilnehmer wurde von Psychologen gecoacht: Ihnen wurde vermittelt, wie der Stress sie auf dem Weg ans Ziel unterstützt. Mit Erfolg: Die gecoachten Probanden traten selbstsicherer auf und fühlten sich weniger gestresst als die Vergleichsgruppe.

 

Die innere Einstellung zählt

Die Studie zeigt auch: Ob wir etwas als stressig empfinden, hängt von unserer inneren Einstellung ab, von unseren unbewusste Denk- und Bewertungsmustern. Bewerten wir bestimmte Umstände negativ, kann das in uns Anspannung auslösen. Ob uns etwas stresst, ist also auch eine Frage der Perspektive. Wer sein Denken reflektiert und verändert, kann die Belastungen besser aushalten, weil er ihnen zumindest nicht mehr hilflos ausgeliefert ist.

 

Das Konzept der Achtsamkeit kann dabei helfen, unbewussten, stresserzeugenden Bewertungen auf die Spur zu kommen, sie zu hinterfragen. Achtsamkeit beschreibt der amerikanische Gesundheits-Wissenschaftler Jon Kabat-Zin als „auf eine bestimmte Art und Weise aufmerksam zu sein: bewusst im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu beurteilen.“ 

 

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