01. Juni 2016

Was ist noch Stress, was bereits krank?

Burnout erkennen und abwenden

Bin ich gestresst oder laufe ich Gefahr, einen Burn-out zu erleiden? An welchen Anzeichen man erkennt, wie es um die eigene psychische Gesundheit bestellt ist, und wie man einer Erkrankung vorbeugt, erklärt Teil 2 der Serie zum Thema Stress im Lehrerberuf.

 

Gestresst zu sein führt nicht per se zum Burn-out oder einer Depression. Nach Meinung von Experten handelt es sich hierbei um unterschiedliche Erscheinungen. "Das Burn-out-Syndrom ist eine auf den Arbeitsplatz bezogene Störung der Motivation und Leistungsfähigkeit", sagt der Freiburger Neurobiologe und Mediziner Prof. Joachim Bauern in einem Interview mit der Welt.  "Demgegenüber ist die Depression eine Erkrankung, welche die gesamte Person und alle Lebensbereich erfasst", erläutert der Leiter des BLLV-Instituts für Gesundheit in pädagogischen Berufen. Wer Stresssymptome zeigt, unterliegt dagegen zu starken Belastungen. Gesund ist das aber auf Dauer ebenfalls nicht.

 

Doch woran erkennt man, ob man gestresst ist oder Gefahr läuft, einen Burn-out zu erleiden und man etwas ändern muss, um ihn zu vermeiden?

 

 


Coaching und Beratung beim BLLV

Der BLLV und sein Insitut für Gesundheit in pädagogischen Berufen bieten Coachinggruppen und Beratungsgespräche zur Vorbeugung und Bekämpfung von Burn-out an


 

Anzeichen eines Burn-outs

Je mehr Belastungsfaktoren dauerhaft zutreffen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns krank machen. Die Folgen: emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und gefühlte Ineffektivität und Sinnverlust. Das sind die drei Merkmale, die man gemeinhin voraussetzt, um von einem Burn-out zu sprechen:

 

1. Emotionale Erschöpfung: Tiefsitzende Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Sie fühlen sich schwach, müde und leicht reizbar.

2. Depersonalisierung: Sie nehmen sich als zunehmend distanziert wahr: zu sich selbst, zu Kollegen und vor allem zu ihren Schülern. Die anderen sind ihnen gleichgültig, Sie denken oder äußern sich zunehmend zynisch.

3. Gefühlte Ineffektivität, Sinnverlust: Sie haben den Eindruck, nichts zu erreichen. Sie bewerten sich und ihren Unterricht anhaltend negativ.

 

Wer und was hilft

Sie sollten auch dann achtsam werden, wenn Sie nur zwei dieser Folgen dauerhaft an sich beobachten. Wichtiges Warnsignal ist außerdem eine verloren gegangene Regenerationsfähigkeit. Wer sich auch nach einem ausreichend langen Feierabend oder nach einem freien Wochenende nicht mehr erholen kann, wer spürt, dass er sich im Privatleben nicht von Gedanken befreien kann, die mit Problemen am Arbeitsplatz zu tun haben, wer nicht mehr richtig schlafen kann, der sollte einen Experten besuchen: seinen Hausarzt, einen Psychologen oder Psychiater.

 

Ohne strukturelle Veränderungen geht es nicht

Burnout-Betroffene müssen zu einer gesunden Lebensführung im Privaten zurückfinden. Dabei spielen die üblichen Faktoren eine Rolle: Ernährung, Bewegung, Schlaf und persönliche Beziehungen. Damit allein ist es aber nicht getan. Auch die Arbeitsbedingungen müssen sich verbessern, und hier hängt eine Veränderung nicht in erster Linie vom Bemühen des Betroffenen ab.

 

Zentral ist die Rolle der Führungskräfte. Sie müssen aktiv betreiben und fördern, dass eine Kultur der Wertschätzung und der Anerkennung entsteht und bestehen bleibt. Sie müssen Vorbild sein, wie mit Belastungen und Ausgleichszeiten umgegangen werden sollte.

 

Möglichkeiten gibt es viele, zuvorderst muss dem Thema Burnout und seiner Prävention Zeit eingeräumt werden. Möglichkeiten können sein: Teams bilden, um die Last besser zu verteilen; Arbeitsabläufe regelmäßig gemeinsam auswerten und verbessern; den Druck senken, indem realistischere Ziele vereinbart werden. Wichtig ist auch: starre Regelungen abbauen und Transparenz schaffen. Entscheidungen rechtzeitig mitteilen, Aufgabenbereiche klar definieren, zugleich Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum der Mitarbeiter ausbauen.

 

Erarbeiten Sie sich ihr persönliches Antistress-Programm:

 

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