Wiedereinführung des G9: Seehofer dementiert Spekulationen
Vorschläge der Politik zur Rettung des Gymnasiums
Die Debatte um das G8 ist wieder voll entbrannt. Für Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums offenbar eine mögliche Option, berichtet der Münchner Merkur. Seehofer hat sich inzwischen davon wieder distanziert.
SPD-Spitzenkandidat Christian Ude hatte sich vor vier Monaten für eine Wahlmöglichkeit zwischen dem acht- und dem neunjährigen Gymnasium ausgesprochen. Mittlerweile kann sich eine solche Lösung auch Bayerns Ministerpräsident vorstellen. Wie der Münchner Merkur meldet, habe Seehofer bei Treffen mit CSU-Ministern und der FDP-Spitze ein Optionsmodell angesprochen. Vorbild ist Hessen. Dort können Eltern ab dem Schuljahr 2013/14 zwischen dem G8 und dem G9 wählen. Die meisten CSU-Minister hätten widersprochen, Seehofer selbst habe sich aber nicht festgelegt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise.
Die FDP trat Seehofers Ansinnen postwendend entgegen. „Mit der FDP wird es in Bayern keine Rückkehr zum G9 geben“, bekräftige die Bildungsexpertin der Liberalen Renate Will. Mittlerweile hat auch der Landesvater sich von dieser Möglichkeit distanziert. Eine Rückkehr zum G 9 können er sich nicht vorstellen, sagte er gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Derweil läuft die Debatte um das G9 auf immer höheren Touren. Martin Güll, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, brachte jetzt eine weitere Variante ins Spiel. Der Schüler selbst solle entscheiden, ob er die Oberstufe in zwei oder drei Jahren durchlaufen möchte. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle erteilte Gülls Vorschlag eine Absage. Er warb für das von ihm vorgeschlagenen Intensivierungsjahr, ein freiwillig abzuleistendes Zusatzjahr, das Schüler der Mittelstufe auf die Oberstufe vorbereiten soll. Mit Material von dpa
Aktualisiert am 04. Juli 2012


