10. Oktober 2016

BLLV-Mitglieder spenden 35.000 Euro für Hochwasseropfer

Lehrerinnen und Lehrer zeigen sich solidarisch

Trafen sich zur Spendenübergabe (hinten, von links): Otto Paintner und Bezirksverbandsvorsitzende Judith Wenzl (beide BLLV Niederbayern), BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und Bernhard Gemander (Vorsitzender Kreisverband Simbach) mit den vom Hochwasser Geschädigten (vorne).

Durch das Hochwasser haben mehrere Familien in Simbach große Schäden erlitten, darunter zwei Lehrerfamilien. Ihre Not berührte auch die BLLV-Mitglieder. Bei der spontan gestarteten Spendenaktion kamen mehr als 35.000 Euro zusammen.

 

Das Hochwasser

Ein verstopftes Rohr hatte am 1. Juni nach einem Starkregen den Simbach zu einem See anschwellen lassen. Als der Damm brach, ergoss sich eine Flutwelle über die Stadt. Sieben Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, viele Simbacher wurden obdachlos.

 

Die Schäden

So auch zwei Lehrerfamilien, ein Rentnerehepaar und eine fünfköpfige Familie. Seit der Flut wohnen sie beengt: die Ruheständler bei Bekannten, die Familie in einem Gartenhäuschen. Ihre Wohnhäuser wurden schwer beschädigt, sind unbewohnbar. Die Wassermassen hatten Schlamm und Dreck bis in den ersten Stock der Gebäude gespült. Die Sanierungskosten sind fast so hoch wie der Neubau der Häuser. Auch Einrichtung und Persönliches gingen verloren. Die Versicherungen der beiden Familien decken nur einen Teil der Schäden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro. Und die staatliche Soforthilfe reicht nicht aus.

 

Der BLLV hilft unbürokratisch

Als Otto Paintner, früherer Schatzmeister des BLLV Niederbayern, von der Not der Familien erfuhr, schaltete er sofort den BLLV-Bezirksverband Niederbayern und den Landesverband ein. Dass hier unbürokratische Hilfe nötig ist, war allen schnell klar. Um die erste Not zu lindern, startete der BLLV eine verbandsweite Spendenaktion.

 

BLLV-Mitglied Paintner erzählt: „Das Rentnerehepaar war an jenem Tag mit dem Wohnwagen in der Wachau unterwegs, auf dem Heimweg ahnten sie noch nichts. Vor Passau überraschte sie ein fürchterlicher Regen, der immer schlimmer wurde, je näher sie ihrem Ziel kamen. 15 Kilometer vor Simbach wurden sie von der Feuerwehr an der Weiterfahrt gehindert. Nichtsahnend versuchte der Rentner, sein Haus auf anderem Weg zu erreichen. Über Österreich kam er bis auf Sichtweise an seine Straße heran. Hier blickte das Ehepaar auf einen riesigen See, aus dem nur noch die Dächer herausschauten – auch das Dach ihres Hauses.“

 

Mehr als 35.000 Euro

Der per E-Mail an die BLLV-Mitglieder versandte Aufruf stieß auf überwältigende Resonanz. Nach wenigen Wochen war die 20.000 Euro-Marke geknackt, mittlerweile beträgt der Spendenstand mehr als 35.000 Euro. Der Großteil des Geldes geht an das Rentnerpaar und die fünfköpfige Familie. Fünf weitere Familien werden ebenfalls mit Spenden unterstützt.

 

Ihre Spenden bringen Zuversicht

Die beiden Rentner, berichtet Paintner, waren erstaunt, dass es einem Berufsverband gelungen ist, eine solche Spendenaktion zu starten. Sie sind sehr dankbar und haben, vor allem durch die Spenden, neuen Mut gefasst. Mittlerweile setzen sie schon wieder Pflänzchen in ihrem Garten. Obwohl sie sicher noch ein Jahr nicht zuhause wohnen können, fahren sie fast jeden Tag von der Übergangswohnung zum Haus und versuchen, ihr altes Leben wieder aufzubauen. Die Eheleute sind zuversichtlich: „Wir haben schon so vieles erlebt, wir werden auch diesen Neuanfang meistern.“

 

Der BLLV dankt allen Spendern herzlich.



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