5. Februar 2015

BLLV und Ministerium wollen Lehrerbildung verbessern

Gemeinsame Arbeitsgruppe entwickelt Vorschläge

In die Diskussion um die Lehrerbildung kommt Bewegung. Der BLLV und das Kultusministerium wollen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe Vorschläge für Verbesserungen erarbeiten.

 

Beide Seiten haben vereinbart, dass die Arbeitsgruppe nach Ostern ihre Arbeit aufnehmen wird. Kultusminister Spaenle hatte kürzlich bei einem Treffen mit einer BLLV-Delegation zum Thema Lehrerbildung angeregt, diese Gruppe einzuberufen.  BLLV-Präsident Klaus Wenzel stimmte das Gespräch hoffnungsvoll: „Ich habe den Eindruck, dass es zwischen Dr. Spaenle und dem BLLV in wichtigen Fragen der Lehrerbildung grundsätzliche Übereinstimmung gibt“. Die bei der Unterredung mit dem Minister angesprochenen Punkte soll die Arbeitsgruppe weiter vertiefen.

 

Stärkere Verzahnung der drei Phasen

Konsens mit Spaenle bestand aus Wenzels Sicht in wesentlichen Punkten. So sollen die drei Phasen der Lehrerbildung stärker miteinander verzahnt werden. Das Referendariat wird vorerst weiter mit einem Staatsexamen abschließen, solange die Lehrerbildung an den Universitäten nicht als eigenständige Disziplin geführt wird und die Hochschulen für die zweite Phase keine ECTS-Punkte vergeben. Bislang können Studierende nur an der Universität Erlangen-Nürnberg während des Referendariats Credit-Points erwerben. Der BLLV schlägt vor, das Modell bayernweit einzuführen.

 

Zudem sollten Lehramtsstudierende auch einen Bachelor erwerben können, damit sie angesichts der derzeitigen Anstellungssituation in alternative Studiengänge wechseln können.

 

Hochschullehrern fehlt Praxiserfahrung

Dringender Handlungsbedarf ist aus BLLV-Sicht auch bei der Berufsfeldorientierung der universitären Lehrerbildung geboten. Fachwissenschaftler kennen den Schulalltag oft nur vom Hörensagen, und auch Fachdidaktikern und Pädagogen fehlt zunehmend Praxiserfahrung, stellte Wenzel fest. Hochschullehrer sollten deshalb mehr Unterrichtspraxis an Schulen nachweisen müssen und Lehrkräften der Wechsel von Schule an die Universität erleichtert werden.

 

Auch bei der Konzeption der Curricula für die Lehrerbildung sollte die Berufsfeldorientierung eine großere Rolle spielen. Berufspraktiker müssten stärker bei der Entwicklung miteinbezogen werden. Und Studenten sollten während ihrer Praktika intensiver und von speziell dafür abgestellten Ausbildungslehrkräften betreut werden.

 

Die Mitglieder der BLLV-Delegation:

Präsident Klaus Wenzel Simone Fleischmann (Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft), Dr. Klaus Wild (Leiter der Fachgruppe Hochschule) Dr. Dieter Poschardt (Leiter des Referats „Internationale Zusammenarbeit“), Dr. Clemens Schlegel (Leiter der Fachgruppe Ausbildungslehrer), Joachim Höhne (Stellvertretender Leiter der Fachgruppe Seminar), Kerstin Polster (Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer“ im BLLV), Nicolai Fleischmann (1. Beisitzer im Vorstand der „Studierenden im BLLV“), Sebastian Hatib, (3. Vorsitzender im Vorstand der „Studierenden im BLLV“)

 

 

 

 

 

 

 

 



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