14. Juli 2017

Junger BLLV fordert: Der Lehrerberuf muss endlich attraktiver werden!

Volleinstellung in Grund-, Mittel- und Förderschulen: Der Vorstand des Jungen BLLV begrüßt dies, fordert aber auch, vorausschauender auf den wechselnden und unterschiedlichen Bedarf an den Schularten zu reagieren

 

Der Junge BLLV ist erfreut über die heute veröffentlichte Staatsnote und die damit verbundene Volleinstellung an Mittel- und Grundschulen. Lob auch für die Ausweitung der Begleiteten Qualifizierung. Während sich der Vorstand und alle „fertigen“ LehramtsanwärterInnen über die Volleinstellung an Grund- und Mittelschule freuen können, stehen bekanntlich aber gleichzeitig bestens qualifizierte GymnasiallehrerInnen nach ihrem Referendariat massenhaft vor der Arbeitslosigkeit. Auch an den Realschulen ist die Anstellungssituation nach wie vor angespannt. „Aus dieser paradoxen Situation müssen Konsequenzen gezogen werden“, verlangten Monika Faltermeier, Julia Hanglberger und Thilo Stangl vom Vorstand des Jungen BLLV heute in München.

Noch vor wenigen Jahren hätte sich die Situation genau anders herum dargestellt. „Trotzdem wurden aus diesem sich immer wiederholenden ‚Schweinezyklus‘ keine langfristigen Konsequenzen gezogen“, kritisierte der Vorstand des Jungen BLLV. LehrerInnen würden aber immer mehr gebraucht. Aktuelle Prognosen belegten sogar einen weiter massiv steigenden Bedarf.

„Der Lehrerberuf muss endlich attraktiver gestaltet werden“, so Faltermeier. Zahlreiche Studierende und fertige, aber arbeitslose LehrerInnen folgten den Angeboten anderer Bundesländer wie Sachsen oder Berlin. Den Kolleginnen und Kollegen müssten jetzt Perspektiven aufgezeigt werden. Der wechselnde unterschiedliche Bedarf in den Schularten müsse vorausschauender angegangen werden. „Wenn wir Qualität in Schule und Unterricht wollen, müssen wir auch die hochqualifizierten Leute, die wir in Bayern haben, zum Bleiben motivieren.“

Die positiven Meldungen zur Einstellungssituation an Grund- und Mittelschulen sowie die Ausweitung der Zweitqualifizierung machten natürlich auch Mut. „Den brauchen wir auch, um die Dinge zu verbessern, die falsch laufen“, betonte Faltermeier. Hochmotivierte Studierende und Junglehrer müssten in ihrer Begeisterung für den Beruf bestärkt und gefördert werden. „Dafür braucht es aber die passenden Rahmenbedingungen.“ Es müsse auch klar sein, dass trotz Vollbeschäftigung an Grund- und Mittelschulen im kommenden Schuljahr viele Stunden ausfallen würden. 

An den Realschulen und Gymnasien seien die Prognosen für die Referendare dagegen genauso düster wie in den Jahren zuvor. Viele der Absolventen würden im September in befristeten Angestelltenverträgen an Mittel- und Grundschulen die fehlenden Stellen füllen, andere würden sich noch vor dem zweiten Staatsexamen für eine der ausgeschriebenen Nachqualifizierungen bewerben. „Die Stimmung unter den Betroffenen ist entsprechend schlecht“, so Faltermeier. Die unklaren Perspektiven zehrten an den Nerven der jungen Kolleginnen und Kollegen. „Sie kriegen mit, dass es an den Schulen brennt, dass es immer nur darum geht, Lücken zu schließen und dass vernünftiger Unterricht kaum zu halten ist. Viele verlieren schon während des Studiums ihren Optimismus, weil sie wissen, es werde nur darum gehen, einen Notstand zu schultern.“ 

In Gesprächen, die Hanglberger, Faltermeier und Stangl mit vielen angehenden Lehrerinnen und Lehrer führen, stellen sie immer wieder eines fest: „Der Lehrernachwuchs versteht nicht, warum sich nicht endlich etwas ändert.“
 

Hier finden Sie die Einstellungsnote 2017 ›

 

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