14. Februar 2017

Digitale Medien: Grundausstattung mangelhaft!

Längst nicht alle Schulen in Bayern verfügen über Internet und Computer

 

Noch immer kommt der Einsatz digitaler Medien an Bayerns Schulen zu kurz. Es mangelt vielerorts an der Grundausstattung. „Der Befund ist nicht neu. Das macht ihn aber umso alarmierender, denn es tut sich einfach zu wenig“, kritisierte die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, im Vorfeld einer von insgesamt acht Fachanhörungen zum Thema „Digitalisierung und Schule“. Bei der Auftaktveranstaltung am 15. Februar in München geht es um die Ausstattung von Schulen mit entsprechender Hard-/ und Software, um Fragen der Finanzierung und um das Thema Sponsoring - denn: viele Schulen, die gut ausgestattet sind, haben dies ortsansässigen Unternehmen zu verdanken oder dem guten Willen der Kommunen, die die nötigen Kosten übernehmen. „Das können wir nicht hinnehmen“, sagte Fleischmann und forderte gleiche Standards für alle Schulen. 

„Während die meisten privaten Haushalte über Internet und Computer verfügen, kann die Ausstattung an Schulen nicht mithalten“, bemängelte Fleischmann. Das erschwere modernen Unterricht - zumal die meisten Lehrerkräfte dem Einsatz digitaler Medien offen gegenüber stehen würden. Die erst im Oktober 2016 veröffentlichten Ergebnisse einer Befragung unter 1319 BLLV-Mitgliedern belegt, dass noch immer viele Wünsche offen sind: So beklagen über 66% der Befragten, dass die Ausstattung ihrer Schule mit Technik, Software und digitalen Unterrichtsmaterialien nicht ausreicht. Knapp 65% geben an, dass leistungsstarke Internetzugänge in den Klassenzimmern fehlten, 72% kritisieren den Mangel an professioneller Betreuung von Software und Technik. Darüber hinaus verfügt nur eine Minderheit über transportable oder mobile Endgeräte.

Sie könne die Aussagen von Staatsminister Spaenle nur bestätigen, dass sich an  bayerischen Schulen „eine hohe Dynamik im Bereich der digitalen Bildung“ zeige. „Wenn der Minister gleichzeitig aber einräumt, dass es Mängel bei der zeitgemäßen IT-Ausstattung vor Ort  und es bei einem Teil der Schulen sogar noch großen Verbesserungsbedarf gibt, ist Handeln angesagt“, erklärte die BLLV-Präsidentin. „Diese Schulen müssen schnellstens den Anschluss finden, sonst werden sie abgehängt.“ Es könne auch nicht sein, dass gute Ausstattung abhängig sei vom Willen ortsansässiger Unternehmen, Geld in die Hand zu nehmen. „Im Kern sollten alle Schulen unabhängig davon agieren können. Was die Ausstattung digitaler Medien betrifft, müssten überall in Bayern gleiche Standards zugrunde gelegt werden“, forderte Fleischmann.

An der Bereitschaft der Lehrerinnen und Lehrer jedenfalls läge es nicht, betonte sie: „Im Gegenteil. Wie unsere Befragung vom Herbst gezeigt hat, sieht die überwältigende Mehrheit in den digitalen Medien große Chancen für den Unterricht. Entsprechend viele Lehrkräfte signalisieren uns auch großes Interesse und große Lust. Viele improvisieren bereits auf hohem Niveau und zeigen großen persönlichen Einsatz. Sie können die Mängel beim immer noch schleppend verlaufenden Ausbau aber nicht wettmachen.“ 

 

Mehr zum Thema

Die erste von insgesamt acht Fachanhörungen im Rahmen der BLLV-Anhörungsreihe „Digitalisierung und Schule“ findet am 15. Februar statt. www.digital.bllv.de/anhoerung.


Befunde der BLLV-Befragung vom Oktober 2016 sind nachzulesen unter: https://www.bllv.de/Digitalisierung-und-Schule.12406.0.html .   

 

Andrea Schwarz, BLLV-Pressereferentin M.A. Tel: 089/ 72 100 129, presse (at) bllv.de