18. Februar 2016

Ein Schlag ins Gesicht junger Lehrkräfte

Einstellungssituation ist für viele Referendare eine Katastrophe / BLLV-Präsidentin: „Die Herausforderungen, vor denen die Gymnasien stehen, erfordern mehr Personal“


Pressemitteilung - Die
Einstellungszahlen für den Einstellungstermin Februar 2016 für das Lehramt Gymnasium wertet der BLLV als Schlag ins Gesicht junger Nachwuchslehrkräfte. „Er wird dazu führen, dass Gymnasien weiter geschwächt werden und die Qualität der Schulen dauerhaft gefährdet ist“, erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann heute in München. Nur etwa 17 Prozent aller Bewerber/innen werden unbefristet in den Staatsdienst übernommen. Damit signalisiere die Politik vielen jungen Lehrkräften, nicht gebraucht zu werden - obwohl sie sich intensiv und mit großen Anstrengungen auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet haben. Das sei verheerend. „Die bayerischen Gymnasien stehen vor großen Herausforderungen“, gab Fleischmann zu bedenken. Dazu gehörte u.a. die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern bei steigender Heterogenität. Inklusion sei ebenso ein Thema an den Schulen wie die Integration von Schülern/innen mit Migrationshintergrund. Hinzu komme, dass die Gymnasien unmittelbar vor der Einführung des neuen, kompetenzorientierten Lehrplans stehen würden. „Die konsequente Umsetzung allein dieser Reform kann ohne ausreichendes Personal nicht gelingen“, stellte Fleischmann klar.        


Die Einstellungssituation sei für viele junge Menschen eine Katastrophe. „Wir als Lehrerorganisation zeigen uns solidarisch mit den Betroffenen und versuchen zu helfen, wo wir können”, betonte Fleischmann. „Hochschulabsolventen mit besten Notenschnitten werden in die Arbeitsagenturen geschickt - dabei wird jeder einzelne von ihnen gebraucht. Wir haben es noch immer mit Klassengrößen bis zu 30 Schülern/innen zu tun, eine hohe Anzahl von Unterrichtsstunden fällt aus - bei gleichzeitig steigenden Anforderungen.“ 

 

„Die schlechte Einstellungssituation treffe aber nicht nur die jungen, sondern auch die älteren Kolleginnen und Kollegen“, gab die BLLV-Präsidentin zu bedenken. Gymnasiallehrer/innen seien in hohem Maße gefordert, denn sie müssten in zu großen Klassen unterrichten, seien einer zunehmenden Belastungen durch Vor- und Nachbereitungstätigkeiten und einem großen organisatorischen Aufwand im Zusammenhang mit Reformen konfrontiert. „Sie müssen zahlreiche Reformen umsetzen - ohne jedoch die entsprechenden personellen Ressourcen zu erhalten.“ 

 

Die Einstellungspolitik habe auch langfristig gesehen schlimme Folgen: Angesichts der momentan schlechten beruflichen Aussichten und der drohenden Zulassungsbeschränkung zum Referendariat würden viele junge Abiturienten von einem Lehramtsstudium abgeschreckt. In sechs bis sieben Jahren wird folglich wieder eine immense personelle Lücke klaffen“, befürchtet Fleischmann. „Gleichzeitig hält der Ansturm auf die Gymnasien unvermindert an und die Schülerzahlen steigen weiter. Obwohl diese Entwicklung absehbar ist, steuert die Staatsregierung nicht dagegen. Die Leidtragenden sind die Schüler und die Lehrer.“  

 

Andrea Schwarz, BLLV-Pressereferentin M.A. Tel: 089/ 72 100 129, presse (at) bllv.de



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