06. Juli 2012

Keine Schnellschüsse für das Gymnasium

BLLV verlangt eine ehrliche Bestandsaufnahme zum G8

Der BLLV appelliert an den Koalitionsausschuss, keine vorschnellen Entscheidungen zum G8 zu treffen. Es sei dringend erforderlich, wirkliche Experten einzubeziehen, die etwas von Lernprozessen und -strategien verstehen. „Gute Lösungen brauchen Zeit“, mahnt BLLV-Präsident Klaus Wenzel.

 

Pressemitteilung vom 06. Juli 2012

 

Der Präsident des BLLV, Klaus Wenzel, hat an den Koalitionsausschuss appelliert, keine vorschnellen Entscheidungen zum achtjährigen Gymnasium zu treffen. Es sei dringend erforderlich, wirkliche Experten einzubeziehen, die etwas von Lernprozessen und -strategien verstehen. Der Koalitionsausschuss wird sich, wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, am Wochenende mit den Problemen rund um das umstrittene G8 befassen. „Gute Lösungen brauchen Zeit. Mit Hektik und Aktionismus ist niemandem gedient, schon gar nicht den Schülern und Lehrern, um die es geht“, sagte Wenzel heute in München.“ Das achtjährige Gymnasium müsse tiefgreifend reformiert werden. Solche Veränderungen dürften nicht im Schnellverfahren durchgepeitscht werden. Bevor entschieden werde, müsse eine ehrliche Bestandsaufnahme erfolgen. 

 

Wenzel forderte ein durchdachtes und schlüssiges Konzept, mit dem die Qualität und Zukunftsfähigkeit des bayerischen Gymnasiums gesichert werden kann. „In alle Entscheidungen müssen vor allem auch die einbezogen werden, die täglich damit zu tun haben: Schulleiter und Lehrer.“ Der in der Diskussion stehende und bereits bekannt gewordene Vorschlag, Blockseminare an Wochenenden oder in der Ferienzeit anzubieten, lasse wenig Gutes ahnen, so Wenzel. Er hoffe, dass diese kontraproduktive und pädagogisch irrwitzige Idee bereits wieder vom Tisch sei, ernst zu nehmen sei sie jedenfalls nicht.

 

An die Mitglieder des Koalitionsausschusses gerichtet fordert der BLLV: 

  • eine deutliche Reduzierung der Lerninhalte, damit Schüler und Lehrer mehr Zeit haben für Übungs- und Anwendungsphasen,
  • weniger Fächer in der Unter- und Mittelstufe und mehr vernetztes, fächerübergreifendes und ganzheitliches Lernen,
  • Reduzierung der Stundenbelastung in der Oberstufe und weniger verpflichtende Abiturfächer,
  • weniger totes und träges Faktenwissen und mehr lebendiges und intelligentes Handlungswissen,
  • mehr Zeit und Muße für anspruchsvolle und vielseitige Bildungsprozesse durch Einführung einer gebundenen Ganztagsschule.