09. Dezember 2013

BLLV fordert Stärkung der Realschulen

Trotz großer Klassen: Staatsregierung will Lehrerstellen streichen

In über tausend Realschul-Klassen sitzen mehr als 30 Schüler. Nun denkt die Staatsregierung auch noch darüber nach, Lehrerstellen zu streichen. BLLV-Präsident Klaus Wenzel fordert ein Umdenken.

 

Pressemitteilung vom 9. Dezember 2013

 

München - Auch in diesem Schuljahr gibt es an den Realschulen zu viele Klassen mit über 30 Schülern. Das  hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, heute in München bemängelt. Er erinnerte an die Zusage der Staatsregierung aus dem Jahr 2008: „Damals wurde das Ziel formuliert, alle Klassen mit über 30 Schülern abzubauen.“ Positiv sei zwar, dass bis zum Ende der Legislaturperiode der Klassendurchschnittswert auf 26,8 Schüler je Klasse gesenkt werden konnte, die Bemühungen reichten aber nicht aus. „Derzeit gibt es noch rund 1000 Realschulklassen in Bayern mit mehr als 30 Schülerinnen und Schülern“, monierte Wenzel.     

 

Regierung plant trotz Lehrermangels Stellenabbau

Nach der Einführung der sechsstufigen Realschule seien Jahr für Jahr weniger Lehrerstellen geschaffen worden als - gemessen an der Schülerzahlmehrung - eingerichtet hätten werden müssen, stellte der BLLV-Präsident fest. Die Folgen waren immer größere Klassen mit zum Teil über 33 Schülerinnen und Schülern. „Trotzdem argumentiert die Staatsregierung heute, dass Lehrerstellen abgebaut werden könnten, weil Schülerzahlen zurückgehen würden - der aktuelle Doppelhaushalt stellt hierfür bereits die Weichen. „Ich finde, Lehrerstellen, die nie geschaffen worden sind, können auch nicht eingespart werden“, erklärte Wenzel und forderte die Staatsregierung auf, genügend Planstellen zur Verfügung zu stellen, damit alle Schülerinnen und Schüler intensiv und individuell gefördert werden können.

 

Oftmals kein geregelter Unterricht möglich

Der Andrang auf die Realschulen sei immer noch stark, weil viele Eltern in dieser Schulart eine Alternative zum ungeliebten achtjährigen Gymnasium sehen würden. Zu viele Klassen seien daher immer noch zu groß. Die gestiegene Heterogenität der Schülerschaft ziehe zudem viele weitere Probleme nach sich: So könnten Lehrkräfte oftmals keinen ‚geregelten Unterricht’ halten, weil sich die Schüler schlecht konzentrieren könnten. Auch gebe es eine steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensproblemen oder massiven privaten bzw. familiären Schwierigkeiten. „Es gibt leider auch entmutigte Schüler, die vom Gymnasium kommen und sich nur noch wenig zutrauen.“

 

Bei der Bedarfsplanung blieben diese Faktoren jedoch völlig unberücksichtigt, während gleichzeitig  junge Realschullehrer wenige Chancen auf Beschäftigung hätten. Wurden 2011 noch rund 870 junge Lehrkräfte eingestellt, werden die Einstellungszahlen bis zum Jahr 2015 auf etwa 590 zurückgehen, gegen Ende des Jahrzehnts wird sich die Zahl bei rund 370 einpendeln. Das geht aus der offiziellen „Prognose zum Lehrerbedarf in Bayern“ aus dem Kultusministerium hervor. In ihr sind Informationen über Angebot und Bedarf bis zum Jahr 2025 dargestellt.



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