Exzellente Lehrerbildung
Hochschul-Gespräche: Uni Augsburg plant beispielhaftes Projekt
Die Ausbildung von Lehrkräften ist an Bayerns Hochschulen lange stiefmütterlich behandelt worden. Erst allmählich gewinnt sie an Stellenwert. Ein Vorreiter ist hier die Universität Augsburg. Sie will ein „Haus für Lehrer“ einrichten, das der „School of Education“ der Technischen Universität München (TUM) ähnelt.
Die TUM schuf 2009 für die Lehrerbildung eine eigene Fakultät und legte damit ein klares Bekenntnis zum hohen Stellenwert der Ausbildung von Pädagogen ab. Die Universität Augsburg will nun diesem Beispiel folgen und mit seinem „Haus der Lehrer“ eine ähnliche Einrichtung schaffen. Dieses soll eine Schnittstelle für alle Fakultäten werden, die an der Ausbildung von Lehrkräften beteiligt sind. Diese Absicht bekräftigte Augsburgs Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Sabine Döring-Manteuffel gegenüber BLLV-Präsident Klaus Wenzel.
Beim Treffen mit dabei waren auch Dr. Klaus Wild, Leiter der Fachgruppe Hochschulen im BLLV, und Catrin Seegerer, Leiterin des BLLV-Hochschulreferats. „Es war ein sehr erfreuliches Gespräch“ resümierte Wenzel danach. „Frau Prof. Döring-Manteuffel schätzt den BLLV als kompetenten Partner und will mit ihm in Fragen der Lehrerbildung kooperieren.“ Im Laufe des Jahres will Wenzel alle Universitäten Bayerns besuchen, um deren Hochschulrektoren für die Bedeutung einer guten Lehrerbildung zu sensibilisieren. Das Gespräch mit Prof. Dr. Döring-Manteuffel war das vierte im Rahmen dieser Reihe.
Exzellenz-Initiative für Lehrerbildung
Kurz zuvor hatte das BLLV-Trio die Ludwig-Maximilians-Universität in München besucht. Dort gibt es zwar keine eigene Fakultät für die Ausbildung von Pädagogen, dafür aber ein gut ausgebautes Zentrum für Lehrerbildung, das von Prof. Dr. Joachim Kahlert gegründet wurde und nun als Direktor geleitet wird. Beim Gespräch mit LMU-Vizepräsident Prof. Dr. Martin Wirsing mahnte Verbands-Präsident Klaus Wenzel Verbesserungen bei der Personalausstattung der Universität im Bereich der Lehrerbildung an. „Es gibt nicht genügend Personal, um die Lehramtsstudenten gut betreuen zu können“, sagte Wenzel. Ein Problem, das die LMU mit anderen Hochschulen teilt.
Um zusätzliche Mittel für weiteres Personal zu generieren, könnte man eine Exzellenz-Initiative zur Lehrerbildung starten, schlug Wenzel vor. Damit könne sich die LMU profilieren, schließlich gebe es bislang keine Uni, die so etwas schon in Angriff genommen hätte. Der Vorschlag stieß bei Prof. Dr. Wirsing auf Wohlwollen. Er wolle die Idee prüfen lassen, signalisierte er gegenüber Wenzel.






