Extra Lehrerstellen für Zwerg- und Ballungsraumschulen
Vorstoß des Kultusministeriums ein richtiger Schritt

Gut für die Schüler: Grund- und Mittelschulen in Ballungsräumen erhalten zusätzliche Lehrerstellen, um gebundene Ganztagsangebote zu schaffen.
Zusätzliche Lehrerstellen erhalten zum Herbst in ihrer Existenz gefährdete Schulen sowie Einrichtungen in Ballungsräumen. Das Kultusministerium bewegt sich mit diesen Beschlüssen erstmals in Richtung bedarfsorientierte Zuweisung von Lehrerstunden. Der BLLV begrüßt diesen ersten Schritt, weitere müssen aber folgen.
Von Fritz Schäffer*
Um in vom demographischen Wandel besonders betroffenen Schulamtsbezirken weiter ein wohnortnahes Schulangebot anbieten zu können, erhalten ausgewählte Schulämter für das kommende Schuljahr insgesamt 200 zusätzliche Lehrerstellen. Damit sollen im ländlichen Raum kleine selbstständige Grundschulen mit einer Zahl von mindestens 26 Schülern erhalten werden, wenn dies Eltern und Sachaufwandsträger wünschen.
Weitere 200 Stellen sieht das Kultusministerium für Schulen in Ballungsräumen vor. Ein Teil dieser Stellen wird für gebundene Ganztagsklassen an Grund- und Mittelschulen eingesetzt. Für die Verteilung der Stellen wird laut Kultusministerium ein Verfahren erarbeitet, das unter anderem die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund oder Jugendhilfebedarf berücksichtigt.
Diese zusammengenommen 400 Stellen sind Teil der im Zuge des Nachtragshaushalts geschaffen Lehrerstellen. Der Bayerische Landtag hat in diesem Rahmen knapp 1100 zusätzliche Stellen genehmigt.
Weitere Schritte müssen folgen
Mit den jetzt auf den Weg gebrachten Stellen unternimmt das Kultusministerium einen ersten Schritt in eine bedarfsorientierte Zuweisung von Lehrerstellen, wie sie der BLLV seit 2010 fordert. CSU und Grüne haben sich diesem Anliegen von Anfang an sehr offen gegenüber gezeigt und die erforderlichen Beschlüsse im Bayerischen Landtag auf den Weg gebracht.
In einem sehr konstruktiven verlaufenen Gespräch zwischen BLLV, CSU und Grüne waren sich alle drei Seiten vollkommen darin einig, dass diese insgesamt 400 Stellen ein guter Schritt in die richtige Richtung sind, dem aber in den nächsten Jahren weitere folgen müssen, damit wirklich in ganz Bayern die unterschiedlichen Herausforderungen gemeistert werden können, ohne dass es zu neuen Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten kommt.
Der BLLV unterstützt den Vorstoß des Kultusministeriums und begrüßt diesen ausdrücklich. Durch die Bereitstellung zusätzlicher Stellen wird sicher gestellt, dass die Unterstützung strukturschwacher Regionen und von Ballungsräumen nicht zu Lasten der Versorgung anderer Schulamtsbezirke geht. Dagegen hatte sich in einem einstimmig gefasst Beschluss der Landesvorstand des BLLV gewandt.
*Der Autor ist Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik im BLLV
Mehr zum Thema:
»Petition des BLLV zur bedarfsorientierten Lehrerstundenzuweisung






