25. Mai 2012

Lernpensum halbieren - für mehr Zeit zum Vertiefen

BLLV legt Konzept für das Gymnasium vor

Lernen im Gymnasium konzentriert sich zur sehr auf das bloße Pauken abprüfbaren Faktenwissens. Der BLLV fordert nun einen radikalen Wechsel: Schüler sollen kompetenzorientiert und fächerübergreifend lernen, damit  junge Menschen in einer sich rasch verändernden Arbeits- und Lebenswelt bestehen können. Das Konzept „Vom Lehrplan zum Lernplan“ skizziert die Forderungen des BLLV für modernes Lernen im Gymnasium.“

 

„Gymnasiallehrerinnen und -lehrer stellen immer wieder fest, dass die Behaltensquote, also das, was sich Schüler vom behandelten Stoff tatsächlich merken können, erschreckend niedrig ist“, stellt BLLV-Präsident Klaus Wenzel fest. Der enorme Umfang des Lehrplanpensums erfordere ein hohes Lerntempo, der weit verbreitete 45-Minuten Rhythmus verhindere intensive Verstehens- und Übungsphasen. Im Mittelpunkt des Unterrichts stünden zu stark bloßes Faktenwissen und die Erarbeitung der Fachbegriffe. Handlungs- und verstehensbezogene Kompetenzen kämen zu kurz. „Mit nachhaltigem Lernen hat das nichts zu tun. Auf diese Weise bereiten wir junge Menschen auch nicht ausreichend auf existentielle Herausforderungen der Zukunft vor.“

 

Wie soll neues Lernen am Gymnasium aussehen?

Der BLLV hat deshalb das Konzept „Lernplan Plus“ entwickelt, das drei wesentliche Forderungen enthält: 
 a) Eine deutliche Reduzierung der Lerninhalte bis hin zu ihrer Halbierung vor allem in den Sachfächern. So bliebe mehr Zeit, um Inhalte einzuüben, zu vertiefen und mit anderen Inhalten zu vernetzen. Dann hätte Lernen auch einen nachhaltigen Effekt.

b) Schüler sollten sich den Lernstoff vernetzt und fächerübergreifend lernen. Als Basis dafür schlägt der BLLV ein Curriculum mit fächerübergreifenden Themen vor. In der Unter- und Mittelstufe sollte die hohe Zahl an Fächern reduziert werden.

c) Die Lerninhalte sollten sich an entwicklungspsychologischen Kenntnissen orientieren. Sie müssen  dem jeweiligen Alter der Schüler gerecht werden. Am besten lernen Schüler in fächerübergreifenden Projekten mit konkretem Bezug zu ihrer Lebenswelt.

 

Reduzierung der Stofffülle allein reicht nicht

Wenzel forderte das Kultusministerium auf, den Vorschlag des BLLV zu prüfen und die Impulse bei der anstehenden Neukonzeption des gymnasialen Lehrplans bis 2015 zu berücksichtigen. Ziel müsse es sein, das Gymnasium zu einer inhaltlich profilierten und auf Förderung und Integration abzielenden Schulart zu entwickeln. Die bislang getroffenen Maßnahmen griffen zu kurz, so Wenzel weiter. „Mit einem Intensivierungsjahr und einzelnen Streichungen in den Lehrplänen ist es nicht getan.“

 

Mehr zum Thema:

» Vom Lehrplan zum Lernplan - Das BLLV-Konzept für das Gymnasium
» Broschüre "Vom Lehrplan zum Lernplan"
» Pressemitteilung

 



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