10. Oktober 2017

Unterrichtsausfall: Neue Studie entlarvt offizielle Statistiken

Repräsentative "Zeit"-Bürgerbefragung

Aufgeräumtes Klassenzimmer: So sieht es aus, wenn Unterrichtsstunden ersatzlos entfallen. Das kommt in Bayern häufiger vor, als offizielle Statistiken weismachen.

An Bayerns Schulen fällt offenbar viel mehr Unterricht aus als offizielle Statistiken erfassen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Wochenzeitung „Die Zeit“.

 

Wie die „Zeit“-Redaktion betont, wurde der Unterrichtsausfall erstmals mittels einer repräsentativen Befragung ermittelt. Bislang standen dafür nur die Statistiken der Kultusministerien zur Verfügung. Die neue Zeit-Studie stellt deren Aussagekraft zumindest teilweise in Frage.

 

So fallen der Befragung zufolge in Bayern 5,0 Prozent aller Unterrichtsstunden ersatzlos aus. Das ist ein Vielfaches dessen, was die Statistik des Bayerischen Kultusministeriums ausweist. Laut Ministerium waren im Schuljahr 2016/17 an Grundschulen 0,7 Prozent aller Schulstunden ausgefallen, an Mittelschulen 2,6 Prozent, an Förderschulen 0,4 Prozent, an Realschulen 1,2 Prozent und an Gymnasien 2,2 Prozent.

 

Darüber hinaus findet in 4,8 Prozent aller Stunden Vertretungsunterricht statt. Die Quote des nicht planmäßig erteilt Unterrichts beträgt nach „Zeit“-Angaben in Bayern somit insgesamt 9,8 Prozent. Das wiederum entspricht in etwa den Zahlen des Kultusministeriums. Je nach Schulart schwankt der Anteil der nicht planmäßig erteilten Unterrichtsstunden zwischen 7,0 Prozent bei den Grundschulen und 11,7 Prozent bei den Realschulen.

 

Studie bestätigt Einschätzung des BLLV

Die Zeit-Befragung bestätigt die Erfahrungen des BLLV.  Der BLLV hatte wiederholt angeprangert, dass die Statistiken geschönt seien und die Realität an den Schulen deutlich schlimmer sei.

 

Die Daten für Bayern hat die „Zeit“ im Rahmen einer deutschlandweiten Befragung ermittelt. Insgesamt hatten sich rund 1.800 Lehrkräfte, 1.100 Eltern und 750 Gymnasiasten über 16 Jahre an der Studie beteiligt. Bayern belegt in der Zeit-Umfrage einen mittleren Platz. Deutlich weniger Unterricht fällt in Baden-Württemberg  (3,8 Prozent) aus, deutlich mehr in Nordrhein-Westfalen (8,0 Prozent).

 

 

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