DIGITALISIERUNG UND SCHULE


Die radikale Änderung der Gesellschaft und des Individuums durch die elektronischen Medien stellt existierende Strukturen, Lebensweisen und Vorstellungswelten grundsätzlich in Frage. Der technologische Wandel hat dabei unser Vorstellungsvermögen längst überholt. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, eine Entschleunigung der Veränderungen ein frommer Wunsch.

Schule ist in vielerlei Hinsicht betroffen. Immer mehr Unterrichtsmaterialien erscheinen in digitaler Form. Lernprozesse und Übungen lassen sich digital in unbekanntem Maß individualisieren und abwechslungsreich gestalten. Aber auch der Lernbegriff wandelt sich, denn alles Wissen ist immer und an jedem Ort abrufbar. Gleichzeitig entsteht eine virtuelle Parallelwelt, in der die Kinder und Jugendlichen leben und sich verlieren. Ein Leben ohne elektronische Medien ist für sie nicht mehr vorstellbar: Facebook, Google, WhatsApp und Instagram sind ihre ständigen Begleiter.

Die Digitalisierung des Lebens geht an der Schule nicht vorbei und kann auch nicht aufgehalten werden. Alle sind betroffen, vor allem aber Lehrerinnen und Lehrer, Schulverwaltung und Sachaufwandsträger. Dennoch: Diese Entwicklung wirft mehr Fragen auf als wir derzeit noch Antworten geben können. Aber wir brauchen Antworten.

Der BLLV sieht in dem Themenkomplex Digitalisierung und Schule eine der größten Herausforerungen für die Sozialisation der Schülerinnen und Schüler, die Praxis des Unterrichts und die Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer.