FACHGRUPPE ERZIEHERINNEN UND ERZIEHER

Abensberg lockt ... Interessanter Ausflug Fachgruppe Erzieherinnen und Erzieher des MLLV

Eine Runde von aufgeschlossenen Frühpädagoginnen und einem Kinderpfleger machte sich am 9. September 2017 zu einem Tagesausflug nach Abensberg auf.

Schon die freundliche Einladung per Post (!) versprach einen abwechslungsreichen Tag: Stadtrundgang mit Führung, Hundertwasserturm und Brauereibesichtigung mit gemütlichem Ausgang und mit stressfreier Anfahrt mit der Bahn. Schön, dass uns die BBBank die Fahrkarte gesponsert hat, dadurch ist es für die Teilnehmer auch noch finanziell leichter geworden.

Wir hatten Glück, denn unser Stadtführer Herr Karl-Heinz Hauser stellte sich als ausgesprochen orts- und sachkundig heraus. Ja, so weckt man die Geschichte in den Steinen dieser Stadt auf. Wussten Sie, dass die Stadt 1348 die Stadtrechte bekam und damit die Rechte, sich mit einer Mauer zu umfrieden und Märkte abzuhalten? Ulrich III. von Abensberg ließ eine Stadtmauer errichten. Diese bekam zu Ehren des vierzigfachen Vaters Babo 32 Rundtürme (für die Jungen) und acht Ecktürme (für die Mädchen), die heute noch zum Teil erhalten sind. Was auch nicht viele wissen, ist, dass hier umfangreich Feuersteine abgebaut wurden und der „Ötzi“ hatte einen dieser Steine bei sich.

Der berühmteste Sohn der Stadt ist Johann Turmair genannt Aventinus (1477–1534). Er hat das erste bayrische Geschichtsbuch geschaffen und ist daher später in der Wallhalla und in der Münchner Ruhmeshalle aufgenommen worden. Aus Klenzes Bau kann die Büste aber nicht mehr übers Oktoberfest blicken, denn die wurden im Krieg zerstört. Auch die Abensberger können, dank des Stadtrechts mit einem Jahrmarkt aufwarten, sogar dem ältesten Bayerns. Er wurde 1313 mit der Ägidius-Wallfahrt erwähnt: Der Gillamoos (abgeleitet von „Gilg“, einer süddeutschen Nebenorm von „Ägidius“). Auch mit dem Termin dafür sind die Abensberger den Münchnern immer eine „Spargelspitze voraus“, der Gillamoos findet Anfang September statt und mancher hochkarätige Politiker hat hier schon Reden geschwungen.

Wir haben dann leider den Schwung in die Schulhäuser des Ortes nicht mehr geschafft, die uns Kirsten Kirmeier vorgestellt hat. Die Kunst vom Hundertwasserturm war schon gebucht. Die Brauereiführung hat leider nicht gehalten, was man sich davon verspricht, aber es gab natürlich viele bunte Mosaike und eigentümliche Bauformen zu betrachten. Und zum Schluss gab‘s für die trockenen Kehlen natürlich auch ein zünftiges Weißbier für alle Kollegen.

Wir fanden es alle gelungen und freuen uns, wenn bei erneuten Treffen noch mehr neue ErzieherInnen teilnehmen. Auf geht’s!     von Annette Pollmer


Abensberg underground

von Michael Barnikel 

Als wir bei immerhin stabilem Wetter in Städtchen Abensberg ankamen, haben wir nicht erwartet, die freundliche Metropole an der Abens auch von „ganz unten“ kennenlernen zu dürfen. Und besonders die Sozialpädagogen unter uns erwarteten bei dieser Ankündigung auch gleich das Schlimmste, womöglich Pfuhle voller entrechteter und ökonomisch entkoppelter Abensberger. Stattdessen führten uns unsere Gastgeber Kirsten Kirmeier vom BLLV-Kreisverband Kehlheim und Regionalprofi Karl-Heinz Hauser zuerst in die Katakomben unter dem Kreuzgang im Karmelitenkloster, und später noch in den Nachbau eines Feuersteinbergwerks im Stadtmuseum „Herzogskasten“. Dieser Feuerstein war von einigen Jahrtausenden ein echter Exportschlager, selbst Ötzi soll ein solches Feuerzeug „Made in Abensberg“ mit sich geführt haben, als er sich seinerzeit „nur mal kurz die Beine vertreten“ wollte. Heute ist Abensberg allerdings eher für Spargel, Weißbier und geschliffene politische Kommentare am politischen Montag beim Gillamoos bekannt.  

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