Entwicklungsprogramm für Unterricht und Lernqualität (E.U.LE.)

Regen. Das Entwicklungsprogramm für Unterricht und Lernqualität (E.U.LE.) war Thema der Herbsttagung des Perspektiv-Teams im BLLV Niederbayern. Martin Boock und Stephan Schnurre, beide Trainer dieses an der Universität Jena konzipierten Entwicklungsprogramms, führten die Teilnehmer durch den zweitägigen Lehrgang.

 

„E.U.LE.“ richtet sich auf eine nachhaltige Verbesserung des Unterrichts durch „Verständnisintensives Lernen“ – ein Lernen, bei dem das eigene Verstehen der Lernenden in den Mittelpunkt gerückt wird. Um dies zu erreichen, werden in dem Programm erforderliche berufliche Kompetenzen und Routinen von Lehrerinnen und Lehrern gestärkt und ausgebildet. Boock und Schnurre stellten dieses Programm zunächst kurz vor, um dann den Teilnehmern in Einzel- und Kleingruppenaufträgen das je eigene Lernen bewusst werden zu lassen. „Entscheidend sei“, so Boock, „zuerst die Strategien und Muster genau wahrzunehmen, die sich für das eigene Lernen als vorteilhaft erwiesen haben, um dann das Lernen anderer verstehen zu können.“ Als Konsequenz stellten Boock und Schnurre das Modell „Verständnisintensiven Lernens“ vor: Es handelt sich dabei nicht um eine besondere Methode oder Form des Unterrichts, sondern um einen Dachbegriff. Er bietet einen übergreifenden Rahmen für die methodische und didaktische Planung und Analyse des Unterrichts und zugleich für die Förderung des Lernens beim Einzelnen. Die Konsequenzen für die Lehrerinnen und Lehrern wurden schnell klar: Um bei Schülern ein Verstehen zu erreichen, müssen sie deren sehr unterschiedliche Konstruktionsprozesse beim Lernen begleiten können. Das schließt ein, dass Lehrerinnen und Lehrer selbst über unterschiedliche fachliche Sichtweisen des Lerngegenstandes verfügen, dass sie in der Lage sind, sich über individuelle Zugänge mit den Schülern zu verständigen und dass sie mit entsprechendem methodischem und didaktischem Repertoire ein vertieftes Verstehen fördern.

 

Das Entwicklungsprogramm für Unterricht und Lernqualität, für das Martin Boock und Stephan Schnurre als Trainer fungieren, läuft in Thüringen nach zehnjähriger staatlicher Förderung aus. Nun beginnt die Phase, in der das Programm in angrenzende Bundesländer getragen werden soll. „Verständnisintensives Lernen ist keine neue Erfindung von uns“, so Schnurre, „es bündelt pädagogisch und psychologisch wesentliche Einsichten und Erfahrungen in einem Modell des Lernens.“ Als solches soll es dazu dienen, den eigenen Unterricht analysieren und weiterentwickeln zu können. Rainer Kirschner, stellv. Vorsitzender des BLLV Niederbayern und Organisator des Perspektiv-Teams, dankte den Referenten für den engagierten und gewinnbringenden Vortrag und wünschte den Teilnehmern viel Erfolg bei der Umsetzung der gewonnenen Einsichten.

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