Eigenverantwortliche Schule


Ob‘s das wert ist?

Nun kommt sie also, die „eigenverantwortliche Schule“, eines der Prestigevorhaben der vergangenen Staatsregierung. Und wirklich: Mehr Eigenverantwortung täte den Schulen gut – aber nur, wenn dadurch Zuständigkeiten verlagert und ausreichend Ressourcen bereitgestellt würden.

 

Die heftigsten Diskussionen löst in den Lehrerzimmern aber nur ein Aspekt der eigenverantwortlichen Schule aus: die erweiterte Schulleitung. Von den meisten Lehrkräften wird sie vehement abgelehnt. Dabei könnte die erweiterte Schulleitung durchaus ein sinnvolles Instrument sein, Schulentwicklung an den einzelnen Schulen voranzubringen. So könnte ein (zusätzlicher) Mitarbeiter im Direktorat für Fragen der Inklusion zuständig sein, ein anderer für das schulinterne Fortbildungskonzept usw. Dann hätte die erweiterte Schulleitung aber inhaltlich viel deutlicher ausgestaltet werden müssen. Leider wurde sie aber einseitig auf Fragen der Führungsspanne und damit der dienstlichen Beurteilung reduziert. Die Staatsregierung hat versäumt, sich zu überlegen, welche inhaltlichen Vorteile Lehrer, Schüler und die einzelne Schule an sich davon haben sollen. Nun drängt sich der Verdacht auf, der einzige Sinn der erweiterten Schulleitung ist es, die dienstliche Beurteilung auf mehr Schultern zu verteilen, um die Schulleiter zu entlasten. Dies kann für die Lehrer keine ausreichende Begründung sein. So ist zu befürchten, dass die erweiterte Schulleitung große Unruhe in die Lehrerzimmer und für sowohl für alle Mitarbeiter im Direktorat als auch für die Kollegien erhebliche Belastungen mit sich bringen wird.

 

Roland Kirschner, Leiter der Fachgruppe Gymnasium

 

 

Eigenverantwortliche Schule (Zusammenfassung)

Mit der letzten Änderung des BayEUG soll den einzelnen Schulen mehr Eigenverantwortlichkeit zugebilligt werden. Seit Schuljahresbeginn sind zu diesem Themenkomplex diverse Mitteilungen aus dem Kultusministerium bei den Schulen eingegangen, die wir hier kurz vorstellen.

Den Wortlaut der jeweiligen Schreiben und Bekanntmachungen finden Sie hier am Seitenende.

 

Umsetzung der Eigenverantwortlichen Schule

Alle Schulen müssen bis Ende des Schuljahres 2014/2015 ein Schulentwicklungsprogramm erstellen (Schulen, die 2013/2014 extern evaluiert werden bis Ende 2013/14). Dieses Programm soll sich auf wenige, für die konkrete Schulsituation bedeutsame Entwicklungsvorhaben beschränken. Im Schulentwicklungsprogramm soll sich konkret die geplante pädagogische, fachliche und didaktische Entwicklung der Schule widerspiegeln. Es handelt sich also um ein aktuelles und konkretes Handlungsprogramm in den zentralen Aufgabenfeldern einer Schule, das durch eine Fokussierung auf klar umrissene, mit Maßnahmen und Indikatoren hinterlegte Entwicklungsziele mehr Transparenz, Orientierung und Verbindlichkeit schaffen soll.

Die konkreten Zielvereinbarungen sollen in einem partizipativen Prozess entwickelt werden. Die Ausrichtung der täglichen Arbeit an diesen Zielen muss auch die pädagogische Freiheit der einzelnen Lehrkräfte berücksichtigen. Diese sollen die gemeinsame Zielrichtung der Schule kennen und ihr individuelles Handeln darauf abstimmen. Dabei legen Schulen Ziele, Maßnahmen zu deren Umsetzung und Erfolgsindikatoren zur Überprüfung der Zielerreichung im Rahmen eines systematischen Schulentwicklungsprozesses selbst fest.

 

Erziehungspartnerschaft

Jede Schule muss bis zum Ablauf des Schuljahres 2014/2015 ein Konzept zur Erziehungspartnerschaft erstellen. Damit soll das partnerschaftliche Element der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus gestärkt werden. Im Rahmen dieses Konzepts kann die Schule auch von einschlägigen Bestimmungen abweichen. So könnten bspw. die wöchentlichen Sprechstunden durch andere, bedarfsgerechte Kontaktangebote ersetzt werden.

 

Funktionenkatalog

Am 11. November wurde der ab Februar 2014 gültige neue Funktionenkatalog vorgestellt. Neben einigen redaktionellen Änderungen, wie bspw. die Umbenennung der Kollegstufenbetreuer in Oberstufenkoordinatoren, enthält er als einzige inhaltliche Änderung die Aufnahme der „Erweiterten Schulleitung“. Rechtsgrundlage hierfür ist Art. 57a des BayEUG. Demnach kann an staatlichen Schulen auf Antrag des Schulleiters durch das Kultusministerium eine erweiterte Schulleitung eingerichtet werden.

Automatisch Mitglieder dieser erweiterten Schulleitung sind dann neben dem ständigen Stellvertreter auch die Mitarbeiter im Direktorat. Daneben kann diese Funktion nur an Lehrkräfte der jeweiligen Schule (keine Bewerbungen von außen) vergeben werden, die verbeamtet sind, mindestens die Besoldungsgruppe A14 haben und gleichzeitig eine andere beförderungsrelevante Funktion an der Schule ausüben. Sobald eine erweiterte Schulleitung eingerichtet ist, werden jeweils ca. 14 staatliche Lehrkräfte an dieser Schule vom Schulleiter einem Mitglied der erweiterten Schulleitung zugeordnet. Dabei nimmt jedes Mitglied der erweiterten Schulleitung Führungsaufgaben mit Personalverantwortung im Rahmen der geltenden Vorschriften (wie LDO, Beurteilungsrichtlinien usw.) wahr, ist also auch für die dienstliche Beurteilung zuständig.

 

Weisungsberechtigung

Unabhängig von der Einrichtung einer erweiterten Schulleitung kann frühestens ab Februar 2014 der Schulleiter nur den Fachbetreuern (diese Einschränkung ergibt sich aus dem Funktionenkatalog) Weisungsberechtigung für ihnen übertragene Fachaufgaben erteilen, insbesondere um die fachliche Zusammenarbeit zu gewährleisten und qualitätssichernde Maßnahmen umzusetzen. Diese Weisungsberechtigung darf aber nicht zu einer unnötigen Einengung der Lehrkräfte in der Freiheit ihrer Unterrichtsgestaltung führen. So soll sie im Rahmen eines kollegialen und partizipativen Führungsstils erfolgen. Fachliche Weisungen sollen die Ausnahme bleiben.

 

 

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Dienstliche Beurteilung 2014 / Funktionenkatalog

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