BILDUNGSPOLITIK

Kick-Off der Förderrichtlinie „Bildungskoordinierung“  

Mit dem Förderprogramm "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte" unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Kommunen und kreisfreie Städte durch die Einstellung von Bildungskoordinatoren. Münchens Antrag wurde angenommen.

Der Schulleiter der Berufsschule für Holztechnik und Innenausbau, Erich Baumann übernahm die Begrüßung in dem wunderschönen Raum des Kerschensteiner Berufsschulzentrums und führt ins Programm ein.

Ziel des Programms ist die Integration von geflüchteten Menschen, denen über den Zugang zu Bildung die Teilhabe am Erwerbsleben und am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden soll. Da die Kommunen dabei eine zentrale Rolle spielen, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Koordinierung der relevanten Bildungsakteure auf kommunaler Ebene. Bei dem Kick- Off bezüglich der BMBF - Förderrichtlinie „kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ wurde über die wichtigsten Aufgaben der kommunalen Bildungsakteure diskutiert.

Bündelung der lokalen Kräfte und das gemeinschaftliche Zusammenwirken aller Bildungsakteure: systematische Einbindung der Vielzahl der vor Ort aktiven zivilgesellschaftlichen Akteure – wie beispielsweise Stiftungen, ehrenamtlich organisierte Initiativen, Vereine, Verbände – sowie der Sozialpartner, Bildungsträger, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Kammern und Unternehmens-Initiativen.

Die Stadtschulrätin Beatrix Zurek äußerte den Wunsch der Vernetzung und Kooperation der Bildungsakteure. „So können wir Bildungsangebote und Bildungsbedarfe vor Ort aufeinander abstimmen.“

Dr. Keller, die Geschäftsführerin der Münchner Mentoren e.V., gab in einem fesselnden Vortrag  einen Überblick über Fluchthintergründe aus Syrien, Irak, Afghanistan, Somalia und Eritrea, welches die Hauptfluchtländer nach Europa sind. Sie selbst habe in all den Ländern gewohnt und faszinierte mit ihrem Wissen und ihrer Empathie. Neun von zehn Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern, 50 % der 56 Millionen Flüchtlinge weltweit sind unter 18 Jahre.

Münchens Sozialreferentin, Dorothee Schiwy bemerkte, dass 56 % der in München lebenden Menschen Migrationshintergrund haben und, dass diese Diversität Gewinn und Herausforderung sei. Nur 0,5 % der Neuzugewanderten der letzten drei Jahre besuchten höhere Schulen. Die Sozialreferentin hoffe, dass mit dem Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die Zusammenarbeit der Bildungsakteure optimiert werde und dies für die  Neuzugewanderten ein Weg zur Bildungsgerechtigkeit sei. Von der Förderung können die kommunalen Bildungskoordinatorinnen finanziert werden.  

Einblick in die Arbeit der Kommunalen Koordinatorinnen

Bildungskoordinatorin Maria Langhans betonte, dass das Ziel ihrer Arbeit vor allem die Erfassung und Quantifizierung der Bedarfe und die dadurch bedarfsgerechte Gestaltung von Angeboten sei. Bei einer qualitativen Befragung der Lehrkräfte an beruflichen Schulen zum Thema „Begleitung in Ausbildung für Geflüchtete“ wurde vor allem die Notwendigkeit der sprachlichen Begleitung der Geflüchteten herausgestellt.

Dr. Annette Korntheuer, zweite Bildungskoordinatorin, setzte ihr Schwerpunktthema auf spezifische Bildungsbedarfe. Bei Frauen besteht ein hoher Bedarf an Betreuungsangeboten, um ihnen den Zugang zur Bildung und zu Integrationskursen zu erleichtern. Des Weiteren fehlen Angebote für Menschen mit Behinderung, welche ungefähr einen Anteil von 15 % bei den Geflüchteten haben. Und auch Menschen mit verschiedenen geschlechtlichen und sexuellen Identitäten brauchen einen diskriminierungsfreien Rahmen von Bildungsangeboten.

Lila Schulz stellte die mobile Kita als Brückenangebot vor und Nilüfer Pekince zeigte das Bildungsportfolio.

Im Rahmen der Leitlinie Bildung hat der Münchner Stadtrat vor 7 Jahren das kommunale Bildungsmanagement beschlossen. Er erteilte den Auftrag der Bildungskoordination, des Bildungsmanagements in Stadtteilen und stadtweit, so wie des Übergangsmanagements.

Marina Ruth, Studentin Kati Stein, Pressereferentin     

Münchens Sozialreferentin, Dorothee Schiwy, setzt sich für Bildungsgerechtigkeit ein.
Stadtschulrätin Beate Zurek unterstützt die Vernetzung der Bildungsakteure.
StD Erich Baumann ist seit Dezember 2008 Schulleiter des Kerschensteiner Schulzentrums.
Marina Ruth (li.) hakt bei den vier Bildungskoordinatorinnen nach.

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