Willkommen bei der Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV

Die Fachgruppe Fremdsprachen des BLLV setzt sich für die Belange des Fremdsprachenunterrichts an Grund- und Hauptschulen ein. Dies beinhaltet sowohl das Kernfach Englisch als auch den Fremdsprachenfrühbeginn in der Grundschule und in Zukunft auch Deutsch als Fremdsprache und den muttersprachlichen Unterricht unserer ausländischen Schülerinnen und Schüler.

Um letzteres verwirklichen zu können, bedarf es aber der Mitarbeit der entsprechenden Lehrergruppen in der Fachgruppe. Möglich wurde dies durch die Umbenennung der (ursprünglich) Fachgruppe Englisch in die Fachgruppe Fremdsprachen. Dadurch dokumentieren wir die Offenheit der Fachgruppe für alle Lehrergruppen, Sprachen und auch Schularten.

Den Kern der Fachgruppe machen immer noch die Fachlehrer/innen Englisch an Hauptschulen aus, für deren Interessen sich die FG innerhalb des BLLV im Speziellen einsetzt. Für die zukünftige Arbeit sind wir darauf angewiesen, dass in verstärktem Maße auch Nicht-Fachlehrer zur Mitarbeit in der Fachgruppe bereit sind.

Um das Interesse dafür zu wecken, dazu dienen die jährlichen Landesfachtagungen, durchgeführt mit bekannten und kompetenten Referenten der Lehrerfortbildung, die immer Anstöße und neue Hilfen für die  Unterrichtspraxis anbieten.

Schwerpunkt unserer derzeitigen Arbeit ist u.a. die Betreuung der neu eingerichteten Gruppe der Fachberater Englisch an den Staatlichen Schulämtern, die sich auf freiwilliger Basis unter Federführung der FG Fremdsprachen als Arbeitskreis zusammengefunden hat und fortbildet.

Über unsere Aktivitäten informiert Sie unsere Fachgruppen-Homepage. Noch ist sie auf der alten BLLV-Homepage untergebracht, wird jedoch bald auch dem neuen Layout angepasst sein.

Interessenten an der Mitarbeit setzen sich bitte mit der FG-Leitung in Verbindung. Kontakt

 


Landesfachtagung 2010

Obwohl wir uns für die diesjährige Landesfachtagung noch mehr Teilnehmer gewünscht hätten, war die Veranstaltung der Fachgruppe Fremdsprachen in Parsberg am 24. April für die Anwesenden ein voller Erfolg.
Alle waren sehr angetan vom Niveau des Angebots, das die bilinguale Komponente des Unterrichts, Übergänge des Englischunterrichts von der GS in die weiterführenden Schulen und fachliche Fragen des Fremdsprachenunterrichts in Grund- und Hauptschule beleuchtete.

Besonders freuten die Fachgruppe die Ausführungen der außerbayerischen Referenten/innen aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen, die aus ihren Bundesländern berichteten.
Das Foto zeigt die Arbeitsgruppe unter Hans-Josef Dormann aus RhP, die Referentin Gaby Engel aus dem Schulministerium NRW (1. von links), Frau Cornelia Fellner aus dem THILLM, Thüringen (ganz rechts) , sowie das scheidende Fachgruppenausschussmitglied, Gaby Krista aus Unterfranken (4. von links).

Interview mit Prof. Dr. Böttger zum Fremdsprachenunterricht an GS

GSE_28_M_29_1_.pdf

Englischunterricht in der GS und dessen Ergebnisse

Englischunterricht in der Grundschule und dessen Ergebnisse

Richtig machen? Anders machen? Bleiben lassen?

 

 

Am Samstag, 25.04.2009, fand in Nürnberg von 9.30 bis 13.00 Uhr die sehr interessante Podiumsdiskussion zum Thema „Englischunterricht in der Grundschule“ statt.

Das hochkarätige Podium setzte sich aus

Prof. Dr. Heiner Böttger von der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt

Dr. Johann Aßbeck, Universität Regensburg

Rdin Anne Blank, Staatsministerium für Unterricht und Kultus, BY

OstR Carsten Böckl, Staatsministerium für Unterricht und Kultus, BY

Gabriele Engel, Ministerium für Schule und Weiterbildung, NRW

Ina Hesse, Mitglied im Hauptvorstand des Bay. Philologenverbandes

Robert Kolb, Mitglied des geschäftsf. Vorstandes des BRLV

und

Gabriele Krista, FBin, Mitglied eines Arbeitskreises am ISB, FG Fremdsprachen,

zusammen.

Jochen Vatter, Rektor und Leiter der FG Fremsprachen im BLLV moderierte die Veranstaltung, zu der auch viele FachberaterInnen für das Fach Englisch, Englischlehrkräfte aus anderen Bundesländern, SeminarrektorInnen, Rektoren, Verlagsmitarbeiter und Multiplikatoren erschienen waren.

 

Frau Regierungsdirektorin Anne Blank aus dem Staatsministerium  erläuterte zu Beginn die Kernidee des Englischunterrichts in der Grundschule:

Als man mit dem EU in der GS anfing, sollten grundlegende Fremdsprachenkenntnisse in Form eines Begegnungskonzeptes vermittelt werden – ohne darauf zu achten, was in den weiterführenden Schulen passiert.

Bald darauf wurde die linguistische Progression gefordert und als Folge entstand die Konkretisierung des Lehrplans, der verbindliche Strukturen, verbindlichen Wortschatz sowie Kenntnisse im Lesen und Schreiben vorgibt. Man gelangte also zu einem mehr ergebnisorientierten EU in der GS, was zur Einschränkung auf Englisch als einziger Ange

botssprache und damit auch zu Unmut führte.

Es mussten alle GS-Lehrer nachqualifiziert werden, indem sie Sprachkompetenz und Methodenkompetenz in einem Test nachwiesen. Als Voraussetzung für die universitäre Ausbildung als GS-Lehrer wird nun auch eine gewisse Kenntnis im Bereich Englisch als Zugangsvoraussetzung verlangt. Nicht zuletzt wurden Kleeblätter ins Leben gerufen, die die Schnittstelle von GS zu den weiterführenden Schulen durch gegenseitige Hospitationen schließen helfen sollen.

 

Gabriele Engel umriss die Entwicklung des EUs in der GS in NRW. Dort wurden ebenso wie in Bayern Lehrer nachqualifiziert. Umfangreiche Tests, in denen Lehrer, Schulleiter und Schüler befragt bzw. getestet wurden, ergaben, dass die Grundschüler eine hohe Kompetenz im rezeptiven Bereich erreichen, im produktiven Bereich aber Schwierigkeiten haben. Diese Problematik, für die es mehrere Ursachen gibt, wird nun mit wissenschaftlicher Begleitung angegangen, wobei die Grundschüler in NRW bereits ab der 1. Klasse EU erhalten und dann ab der 3. Klasse benotet werden.

 

Die Vertreterin der Philologenverbandes Ina Hesse äußerte, dass Schüler der 5. Jahrgangs-stufe des Gymnasiums in Englisch häufig sehr unterschiedlich vorbereitet aus der Grundschule kämen und somit ein „Angleichungsunterricht“ stattfinden müsse. Sie forderte, dass die gekürzte Deutschstunde, die zugunsten des EU in der GS genommen wurde, zusätzlich zum EU wieder zurückgegeben werden müsse, da Deutsch der Schlüssel zu allen anderen Fächern sei.

 

Robert Koch, der den Realschullehrerverband vertrat, erklärte, dass die Kinder der 5. Jahrgangsstufe in der Realschule keinerlei Probleme mit dem Übergang von der 4. zur 5. Klasse hätten. Die Realschullehrer bemühten sich, die Übungstypen aus der GS weiterzuführen und die bereits erworbenen Kenntnisse aus der GS zu nutzen. Als Schwierigkeit empfand Robert Koch, dass nicht alle GS-Lehrer adäquat ausgebildet seien und dass dies zu Fehlentwicklungen im Englischlernen führen könne, die später nicht wieder gut zu machen seien.

 

Carsten Böckl aus der Gymnasialabteilung des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus kritisierte, dass die Ausbildung für GS-Lehrer nicht ausreiche und  nicht alle Grundschüler einheitlich beschult würden. Er gab aber auch zu bedenken, dass es die KdLP noch nicht lange gäbe und auch die Kleeblätter noch einen weiten Weg vor sich hätten, um auf breiter Basis effektiv zu sein. Er stellte einen Schulversuch vor, der vorsieht, dass an Gymnasien, an denen Englisch nicht die erste Fremdsprache ist, Englisch trotzdem aus der Grundschule fortgeführt wird, um den Bruch zu vermeiden.

 

Prof. Dr. Heiner Böttger  stellte eine Befragung von Lehrern an Realschule und Gymnasium vor, die in der 5. Klasse Englisch unterrichten. Es ergab sich daraus, dass die Lehrer an RS und Gym zum großen Teil den EU in der GS für überflüssig hielten und nicht wüssten, was im EU der GS passiert. Herr Böttger führte dies auf fehlende Information, aber auch auf die unterschiedlichen Erwartungen in der GS und an den weiterführenden Schulen zurück. Er forderte:

Ø      eine positive Evaluationskultur, die das Ineinandergreifen des Eu in GS und RS oder Gym möglich macht

Ø      Englisch muss ein Kernfach werden

Ø      es muss in der GS mehr Wortschatz geben, der mehr Verben und Adjektive beinhaltet

Ø      strukturelle Probleme, die den EU in der GS hemmen, müssen beseitigt werden

 

Dr. Johann Aßbeck von der Universität Regensburg sieht der Entwicklung des EUs in der GS mit Bedenken entgegen. Er betonte, dass die Zahl der Lehramtsstudierenden für GS für das Fach Englisch seit den 90er Jahren nicht angestiegen sei. Dies bedeutet, dass ein großer Teil des EUs in der GS von fachfremden Lehrern unterrichtet werden müsse.

Damit ist auch klar, dass die „critical period“, der Zeitabschnitt, in dem die Aussprache intuitiv erworben werden kann, bei uns in Bayern nicht effektiv genutzt werde. Somit steht der dringend notwendige Input von GS-Lehrern, der nur mit ausreichend hoher Sprachkompetenz möglich ist, für den Englischlernprozess auf Dauer nur sehr eingeschränkt zur Verfügung.

 

Gabriele Krista forderte die Nachbesserung der KdLP, vor allem was die Strukturen betrifft, da diese zu umfangreich für die GS seien. Sie lobte die Effektivität der Kleeblätter und stellte deren Bedeutung für die Kooperation zwischen GS und weiterführenden Schulen heraus. Leider gab es zur Effektivität dieser Einrichtung aber auch negative Erfahrungen aus dem Publikum.

 

Zum Abschluss verwies Jochen Vatter auf die Broschüre „Fremdsprachenunterricht als Kontinuum“, in der es Empfehlungen zum Übergang von der GS in die weiterführenden Schulen gibt. Zudem verwies er auf die Bemühungen des BLLV hinsichtlich eines Gesamtkonzeptes Fremdsprachenunterricht.  Prof. Dr. Heiner Böttger wies auf die Internetseite www.okay-english-webcoach.de hin, auf der man kurze Videosequenzen zum EU in der GS ansehen und daraus über den EU lernen kann.

 

Die sehr gelungene und äußerst interessante Podiumsdiskussion zum Thema

 

Englischunterricht in der Grundschule und dessen Ergebnisse

Richtig machen? Anders machen? Bleiben lassen?

 

Führte allgemein zu der Erkenntnis, dass der EU in der GS sicherlich gut und richtig ist, dass aber noch vieles nachgebessert werden und die Bereitschaft voneinander zu lernen noch steigen muss.

 

Kathrin Wasmeier, Fachgruppe Fremdsprachen

 

 

 

 

 

Neues Internetportal zur Fortbildung im Bereich GS

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

die Fachgruppe möchte Sie hiermit gerne auf das neue Internetportal

www.okay-english-webcoach. de hinweisen.

Durch Videosequenzen und didaktisches fundiertes Wissen können Sie Ihre Kompetenzen im Bereich Englischunterricht vertiefen. Die Teilnahme an der Fortbildung wird bescheinigt.

 

Fachtagung Fremdsprachen 2008 ein voller Erfolg

 
Zur diesjährigen Landesfachtagung der Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV konnte Fachgruppenleiter Jochen Vatter insgesamt 125 Interessierte begrüßen, die an den 15 Fachveranstaltungen für Lehrkräfte aller Schularten teilnahmen.

Drei Fortbildungsverantwortliche waren sogar aus Rheinland-Pfalz und aus Nordrhein-Westfalen angereist.

Es war auch schön zu sehen, wie Schüler der Hauptschule Parsberg bereit waren am Samstag in die Schule zu kommen und die Gäste freundlich und höflich mit selbst zubereiteten Speisen bedienten und verwöhnten.

Auf großes Interesse stieß die Podiumsveranstaltung zu Beginn der Tagung am Freitag Nachmittag, die den programmatischen und kämpferischen Titel „Und sie können doch etwas!“ trug. Eine sehr kompetente und  harmonische Zusammensetzung des „Podiums“ mit Lehrkräften aus Grund- und Hauptschule, Realschule und Gymnasium war Grundlage für eine insgesamt sehr positive Stimmung und befriedigende Diskussion, die Kollegin Gabriele Krista souverän leitete.

Grund für das Thema der Veranstaltung war die Tatsache, dass immer wieder und immer noch Leistungen der Grundschüler nach zwei Jahren Englischunterricht in der dritten und in der vierten Klasse von den weiterführenden Schulen (Gym, RS, HS) nicht zur Kenntnis genommen oder als nicht ausreichend beschrieben werden. Eigentlich kann es ja nicht sein, dass gerade die guten Grundschüler, die ans Gymnasium und an die Realschule wechseln, schlechtes sprachliches Können aufweisen.

Woran liegt es dann, dass gerade Lehrkräfte dieser Schularten eine negative Meinung vom Englischunterricht in der Grundschule haben? Die Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass die Kinder, die in der Grundschule in Englisch unterrichtet werden, bereits sehr viel können. „Sie können etwas!“, wurde der programmatische Titel der Podiumsdiskussion unterstrichen. Es werden die Grundlagen gelegt, die Aussprache der fremden Wörter wird gesichert. Viele Lehrer der weiterführenden Schulen meinen, sie müssten in Englisch bei Null anfangen, so Sonja Sonnauer, doch dem ist nicht so. Die Kinder werden bereits in der Grundschule an die fremde Sprache herangeführt und sind mit Freude und höchster Konzentration bei der Sache. Diese gilt es für die Lehrer der fünften Klassen auszunutzen und darauf aufzubauen und nicht bereits zu Schuljahresanfang mit einer Stofffülle und einem Notendruck wieder zunichte zu machen. Das lexikalische Wissen dürfe in den unteren Klassen nicht sofort in den Mittelpunkt gestellt werden, die Vorarbeit, die in der Grundschule geleistet wird, muss von den Kollegen gesehen und wertgeschätzt werden

 

Es wurde bedauert, dass es trotz der von den Regierungen eingerichteten „Kleeblätter“ zum größten Teil an der Kommunikation zwischen den vier Schularten mangelt, so dass in dieser Hinsicht teilweise zu eindimensional gedacht wird.

Darin setzen sich vier Lehrer aus jeweils einer Schulart zusammen, tauschen sich aus, besuchen sich gegenseitig im Unterricht und erarbeiten gemeinsam Grundlagen und stellen Kompetenzprofile auf, die beinhalten, was die Grundschüler nach der vierten Klasse tatsächlich können. Und das ist ganz schön viel!

Ziel der Diskussion war es, die Basis für eine verständnisvolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften aller Schularten zu bereiten, verstärken und auszubauen, wovon sich die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer gerne überzeugen ließen.        

Als Botschaft aus der Veranstaltung ergab sich vor allem, dass die Grundschule die Konkretisierung des Lehrplans konsequent umsetzen muss, denn die weiterführenden Schulen sind wirklich auf diese Vorleistung angewiesen, die sie aber auch zur Kenntnis nehmen und würdigen müssen. Und die Botschaft an die GS-Lehrkräfte muss sein, dem Fach Englisch die Bedeutung zukommen zu lassen, die ihm zukommen muss.

Des Weiteren kamen aus dem Plenum positive Rückmeldungen aus bereits stattgefundenen Kooperationsveranstaltungen, obwohl auch von einem Fehlstart des „Kleeblatts“ berichtet wurde, bezüglich dessen noch großer Fortbildungsbedarf angemeldet wurde.

Nach Ende der Veranstaltung interessierten sich noch etliche Kolleginnen für  Detailinformationen zur Kooperation zwischen den Schularten.

 

Der Vertreter des Gymnasiums und Fachgruppenleiter Moderne Fremdsprachen im Philologenverbandes, StD Wolfgang Judenmann aus Regensburg,  bestärkte die positiven Erfahrungen mit dem Können, das die Kinder aus der Grundschule mitbringen, er begrüßte die Podiumsdiskussion und freute sich über die interessanten und Gewinn bringenden Gespräche davor und danach. Mit dem Fachgruppenleiter verbindet ihn eine schon länger dauernde Zusammenarbeit im Interesse des Faches und der Schüler.

Zur perfekten Durchführung der Tagung, den bereitgestellten Unterlagen und dem angenehmen Ambiente gratulierte  er ganz besonders.

Vor allem mache es Spaß mitzuwirken und einen Beitrag zu leisten, der irgendwie denen zugute kommt, für die wir eigentlich alle arbeiten, für unsere Schüler, unsere Kinder und Jugendlichen.

 

Als Novum bot Fachgruppenleiter Vatter zeitgleich eine Gesprächsrunde mit Erzieherinnen an, die über ihre Erfahrungen mit Englisch in Kindertagesstätten berichteten. Obwohl die Runde nur klein war, konnten interessante Ergebnisse der vielfältigen Ausprägungen der Englischvermittlung in den Kitas diskutiert werden. Besonderes Interesse  wurde seitens der Erzieherinnen hinsichtlich Fortbildungs-maßnahmen signalisiert.

Es ist sicher Ziel führend und wünschenswert den Kontakt mit dieser neuen Gruppe der Fremdsprachen Unterrichtenden aufrecht zu erhalten, denn

der Bayerische Bildungsplan für die Kindertagesstätten sieht auch den Bereich „Fremdsprachen“ vor. Dessen Verwirklichung wird von den Einrichtungen völlig unterschiedlich gehandhabt. Nach 200 ausgesandten Anfragen erhielt der Fachgruppenleiter 20 Rückmeldungen mit kurzen Erfahrungsberichten.

Die Veranstaltung verstand sich als Informations-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch zur Ermittlung wünschenswerter Aktivitäten und Maßnahmen u.a. bezüglich Personal und Ausbildung.

 

 

Im Hauptreferat am Samstag sprach Herr Prof. Dr. Heiner Böttger zum Thema

 

Der Paradigmenwechsel – eine kritische Würdigung des Status quo

Der Paradigmenwechsel ist seit langem ein englischdidaktischer Konsens in Wissenschaft und Unterrichtspraxis - und viele Schritte sind schon in diese Richtung gewagt worden. Die Rede ist von der radikalen Änderung des in negativem Sinne „verschulten“ Englischunterrichts hin zur kommunikativen, schülerorientierten Ausrichtung.
Aber wie weit ist der gewünschte Prozess in den letzten Jahrzehnten denn eigentlich wirklich gediehen?
Nach Ansicht des Vortragenden deuten viele Zeichen eher darauf hin, dass überkommene und scheinbar überwundene Aspekte wieder heimlich und unter anderem Namen en vogue werden, dass trotz Europäischen Referenzrahmens weiterhin ein Unterricht stattfindet, der nicht oder nur bedingt zu anwendbaren fremdsprachlichen Fähigkeiten führt.
Welche Paradigmen sind es nun genau, an denen angesetzt werden muss?

Was genau muss endlich geändert werden, woran müssen alle für Englischunterricht Verantwortlichen gemeinsam arbeiten?
Unter anderen sprach der Referent folgende Aspekte an:

Lehrerbildung:

Fundierte Ausbildung von Fachleuten mit guter sprachlicher Kompetenz, möglichst Förderung von Personen mit Hauptfach Englisch bzw. Fortbildungen anbieten, die sprachliche Kompetenz fördern.

Fehler:

Obwohl eigentlich schon lange bekannt, bedarf es einer neuen Einstellung gegenüber Fehlern. Fehler sind eigentlich unser aller Freunde, denn sie zeigen an wo Förderbedarf besteht, sind also ein Instrument zur Hilfe.

Medien:

Rolle der Medien im EU hat sich verändert und muss berücksichtigt werden.

Input:

Ein schülergerechter Input muss das Ziel sein, denn vielfach interessieren Figuren oder Geschichten im Schülerbuch den Schüler nicht mehr.

 

Das sich anschließende Referat: "What's correct English?" von Mr Robert Parr eröffnete eine interessante Sichtweise, die vielen Zuhörern aus dem Herzen sprach und die alle sicher im Hinterkopf behalten werden. Wie und ob sich das in die Abschlussprüfungen integrieren lässt, haben andere in der Hand. Dr. Parr machte klar, dass "native speaker" nicht automatisch bedeutet, dass jemand gutes Englisch spricht. Auch fehlendes "Queen's English" sollte Lernende nicht entmutigen. Englisch sollte vielmehr als Lingua Franca angesehen werden, wobei es keine Rolle spielt, wenn z.B. das 3. Person "s" permanent vergessen wird - es tut der Kommunikation keinen Abbruch. Schwerwiegender sind oft Wortschatzfehler und oft ist auch die Betonung innerhalb eines Satzes wichtiger, um die Absicht wiederzugeben. Da ja die Kommunikation im Unterricht Vorrang haben sollte, gäbe es eigentlich viel seltener Anlass zu "heart attacks in classes"!

 

 

Haben Rocksongs etwas in einem Klassenzimmer zu suchen?

Ja, haben sie. Spätestens nach der Veranstaltung des Iren Killen McNeill (Fachberater in Mfr) wurden die Lehrer und Lehrerinnen überzeugt, auch in ihrem Englischunterricht mit modernen Rock-Pop- und Folk-Songs zu arbeiten.

Zunächst kann man die Schülerinnen und Schüler über die Melodie und den Bekanntheitsgrad der Songs und Gruppen erreichen. Im Anschluss daran werden Hörverständnis, Grammatik, Texterstellung, Landeskunde, und Rechtschreiben geschult. Für Spaß und Motivation sorgten Beispiele mit Limp Bizkit, den Cranberries, Snow Patrol, Coldplay, Rod Stewart, The Cure und  anderen. 

McNeill zeigte eindrucksvoll mit welchen Methoden sich die Lieder und Texte im Unterricht einsetzen lassen.

Der Referent  fühlte sich von der Organisation in Parsberg sehr gut betreut und konnte eine lebhafte und auch für ihn selbst  gewinnbringende Veranstaltung durchführen.

Eine Plattform für die Weitergabe der bisher gewonnenen Ergebnisse aus dem Schulversuch zur Modularisierung im Fach Englisch der Hauptschule bot die Tagung der Referentin am ISB, Hella Tinis-Faur.    

Das Interesse an der Thematik war groß. Die Teilnehmer hörten dem Vortrag bis zum Ende der Veranstaltung sehr konzentriert und aufmerksam, geht es doch darum, das Gehörte in Bälde selbst umsetzen zu müssen.

 

Der Referentin schien es, dass die Teilnehmer die Idee des Unterrichts in Modulen bzw. der dreigliedrigen Organisationsstruktur für eine individuelle Förderung begrüßen und eine kompetenz(outcome)orientierte Ausrichtung des Unterrichts willkommen heißen.

In Sachen kompetenzorientierten Unterrichts muss aber fortbildungsmäß einiges laufen, da die Sorge, das Lehrwerk wegen der Modulphasen nicht komplett durcharbeiten zu können, des Öfteren geäußert wurde.

  

Einzelne Fragen haben gezeigt, dass auch im Hinblick auf die organisatorische Umsetzung, Bedenken herrschen. Einzelgespräche und Rückmeldungen zeigten aber auch, dass die Hauptbotschaft verstanden worden war: Der Schulversuch wird nicht mit fertigen Rezepten aufwarten  können, vielmehr muss er verschiedene Modelle von Umsetzungsmöglichkeiten vorstellen, die interessierte Schulen dann entsprechend der Gegebenheiten vor Ort auf ihre Situation übertragen bzw. anpassen können.

"Mit Herz" (Sie hatte ein Herz als Feedbackmöglichkeit dabei) hat Emma Niklas das Konzept von Howard Gardner, einem Neurologen aus den USA, nahe gebracht. Die "seven ways of teaching" führen zur Kommunikation im Englischunterricht der Hauptschule. Dies belegte sie mit vielen praktischen Beispielen aus ihrem Unterricht. Mit ihrem Anspruch, dass der Englischunterricht über die Grammatik hinausgehen und Kommunikation stattfinden muss, hat sie direkt ins Schwarze getroffen.

Auch die weiteren Referate und Workshops erfreuten sich eines guten Zuspruchs und wurden von den Teilnehmern positiv bewertet, so dass die Fachgruppe erfolgreich und zufrieden den Weg heim nach Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz antreten konnte.

Auf ein Neues?

Christiane Vatter, Jochen Vatter, Christoph Vatter und versch. Teilnehmer