Gegen Auslese, für gemeinsames Lernen

Individuelle Förderung statt Auslese

Jedes Kind hat ein Recht darauf, dass es in der Schule in seinen Stärken und Schwächen angenommen und seine individuelle Persönlichkeit berücksichtigt wird. Unterricht und Lernprozesse müssen auf die Lernvoraussetzungen des einzelnen Kindes abgestimmt sein.

 

Die bloße Zuweisung zu drei Schularten mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus nach der Grundschule bietet eine solche Individualisierung nicht. Kernaufgabe der Schule ist es, die unterschiedlichen Talente und Potentiale der Kinder zu fördern, und nicht, sie nach einer vermeintlich mit der Geburt festgelegten und unveränderlichen Begabung zu sortieren.

 

Kinder ihre Fähigkeiten nicht entwickeln

Tatsächlich ist diese Auslese nach Noten auch nicht „begabungsgerecht“. Ziffernnoten in den drei Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht spiegeln nicht die Vielfalt möglicher Fähigkeiten und Talente einer Schülerin oder eines Schülers wider. Musische und kommunikative Fähigkeiten, soziale und emotionale Kompetenzen spielen bei der Übertrittsentscheidung kaum eine Rolle. Sie geraten zwangsläufig zum Beiwerk schulischen Lernens.

 

Darüber hinaus ist die Zuweisung zu Gymnasien, Realschulen und Haupt- bzw. Mittelschulen, obwohl auf Noten gestützt, in hohem Maße eine soziale Auslese. In keinem Land sind die Bildungschancen sozial ungleicher verteilt als in Deutschland.

 

Auslese schadet dem Lernen

Die derzeitige Noten- und Auslesepraxis verführt die Schülerinnen und Schüler dazu, sich kurzfristig Faktenwissen anzueignen, das bei Prüfungen abgefragt und danach schnell wieder vergessen wird.

 

Damit Schule wirklich Sinn macht, sollten Schülerinnen und Schüler ihr Wissen anwenden, damit Probleme lösen und dabei mit anderen zusammenarbeiten können, kurz: nutzbare Kompetenzen erwerben. Ein bloßes Lernen für gute Noten gibt ihnen keine Zeit und keinen Raum zu experimentieren, Fehler zu machen und zu korrigieren, Umwege im Begreifen zu gehen.

 

Lernen ist ein aktiver Prozess

Lernen ist ein Vorgang aktiver Aneignung. Lernformen, die Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit unterstützen, die handlungsorientiert sind und Schülern die Erfahrung vermitteln, dass sie etwas bewirken können, fördern Lernmotivation und Lernerfolg.

 

Lernen erfolgt gemeinsam

Schüler lernen nicht nur vom Lehrer, sondern auch sehr viel von ihren Mitschülern. Die Lernforschung hat nachgewiesen, dass schwache Schülerinnen und Schüler in heterogenen Lerngruppen besser lernen und gute Schüler nicht schlechter werden, als in vermeintlich homogenen Klassen. Gemeinsames Lernen vor Ort fördert darüber hinaus die soziale Integration.

 

Mehr zum Thema:
»Wie muss modernes Lernen gestaltet sein?

 

 


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