Gesetzentwurf zur Inklusion: Mehr Fachkräfte nötig

Er ist guter Anfang, aber bei weitem nicht ausreichend: So bewertet der BLLV den Gesetzesentwurf zur Inklusion und die vom Kultusministerium geplanten Maßnahmen zu seiner Umsetzung. Nicht nur, dass mit 30 Schulen zu wenige an den Start gehen. Vor allem müssen an den allgemeinen und beruflichen Schulen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Verwirklichung der Inklusion gelingt.

 

Der BLLV fordert, dass in den nächsten zehn Jahren mindestens die Hälfte der allgemeinen und beruflichen Schulen sich auf den gemeinsamen Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne  sonderpädagogischem Förderbedarf eingerichtet haben muss.

 

Um dieses Ziel zu erreichen,  bedarf es zum Beispiel kleinerer Klassen mit maximal 20 Schülern, davon sollten nicht mehr als vier Schüler sonderpädagogischem Förderbedarf haben. Diese Inklusionsklassen brauchen zudem eine bessere Ausstattung mit Fachpersonal. Der BLLV fordert deshalb, einer Schule mit Inklusions-Profil sollten pro Klasse mindestens zwei Lehrerstunden eines Sonderpädagogen für die Kooperation im Lehrerkollegium zur Verfügung stehen. Bei Klassen mit Lehrer-Tandems sollten Sonderpädagogen und für die Regelschule ausgebildete Lehrkräfte mindestens zehn Stunden pro Woche gemeinsam unterrichten. Derzeit müsste die Klassenleitung den Unterricht weitestgehend allein bestreiten. Das sind einige der Schwachstellen, die der BLLV nach einer eingehenden Analyse der vom Kultusministerium angedachten Regelungen kritisiert.

 

Inklusion muss Teil der Aus- und Fortbildung werden
Zudem ist weiteres Fachpersonal an den Schulen mit Inklusionsprofil nötig: Es bedarf zusätzlicher Lehrerstunden durch den MSD, mindestens aber zwei Lehrerstunden pro Woche und Klasse mit einen Kind, das besonders gefördert werden soll.  Lehrkräfte mit einer Ausbildung für den Einsatz an allgemeinen Schulen müssen speziell auf den Unterricht von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und die Zusammenarbeit mit einem Sonderpädagogen vorbereitet werden. Inklusion sollte Teil der gesamten Lehrerbildung werden und Lehrkräften müssen bedarfsgerechte Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden.

 

Förderzentren als regionale Kompetenzzentren
Als positiv bewertet der BLLV hingegen, dass sich Lehrkräfte freiwillig für den Einsatz in Klassen mit Lehrertandems melden können. Sie werden noch vor den Sommerferien auf ihre künftige Tätigkeit vorbereitet und während der Umsetzung weiter intensiv beraten. Ebenfalls positiv: Alle Beteiligten, also Schulen, Verwaltung, Kostenträger und Eltern werden miteinbezogen. Auch die geforderte enge Kooperation mit Förderschulen hält der BLLV sinnvoll.  Doch das allein reicht nicht, um dem ehrgeizigen Ziel der Inklusion gerecht zu werden. Nötig ist es auch, im Rahmen des Inklusionsauftrags die Schulstruktur anzupassen. So sollten sich die Förderzentren zu regionalen Kompetenz- und Unterstützungszentren weiterentwickeln und die Schulen vom Auftrag der frühen Auslese schon nach der vierten Jahrgangsstufe befreit werden.

 

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