"Na klar gesund!"

Jedes fünfte Kind ist bei der Einschulung zu dick, über 18 Prozent aller Kinder in Deutschland sind übergewichtig. Die Ursachen sind bekannt: Körperliche Aktivität und die Lust an sportlicher Betätigung nehmen bei Kindern und Jugendlichen heutzutage ab, unausgewogene Ernährung und die Symptome von Stress und Überforderung dagegen zu. Wie können Eltern dem entgegenwirken?  

 

Die Vizepräsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV),  Waltraud Lučić, gibt in der neuen BLLV-Serie „Na klar gesund!“ Rat und Auskunft:

 

Was heißt eigentlich gesunde Lebensweise?

Gesunde Lebensweise umfasst eine ausgewogene Ernährung genauso wie Bewegung, Konsumverhalten und Freizeitgestaltung. Gesundheit ist mehr als körperliches Wohlbefinden, sie bezieht sich auf den ganzen Menschen - schließt also Seele und Geist mit ein. Wir müssen bei jungen Menschen das Interesse an eigenverantwortlicher, demokratischer Lebensführung wecken, es ihnen vorleben und sie schrittweise dort hin führen. Was genau ist eine ausgewogene Ernährung, wie gestalte ich meine Freizeit, was macht Werbung mit mir, wofür gebe ich mein Geld aus, wie viel muss ich mich bewegen, wie baue ich Druck ab, wie kann ich mich zum Lernen motivieren?

Was ist zu tun?

Kinder und Jugendliche müssen lernen, wie anregende Freizeitgestaltung aussehen kann und wie soziales Lernen und Handeln funktionieren. Viele müssen auch lernen, was einen ernährungsphysiologisch wertvollen und kindgerechten Speiseplan ausmacht. Eltern können ihre Kinder dabei ganz einfach unterstützen. Mehr...
 

 


Ein D-A-CH für Gesundheitserziehung

Zum ersten Mal haben sich Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz getroffen, um sich mit fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und fachpolitischen Aspekten und Diskursen in der Ernährungs- und Verbraucherbildung sowie aktuellen Entwicklungen der vertretenen Länder zu befassen. An der Tagung im Februar in München waren neben dem BLLV folgende Organisationen beteiligt: „Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung” (REVIS)/D, „Ernährungs- und Verbraucherbildung in Österreich” EVA)/A, „Hauswirtschaftliche Bildung für eine Gesellschaft im Wandel”/CH, kurz D-A-CH. Sie  verabschiedeten die „Münchner D-A-CH-Erklärung", in der die gemeinsamen Zielsetzungen und Forderungen für eine zukunftsfähige Ernährungs- und Verbraucherbildung in den drei Ländern dokumentiert werden.

Die Kernforderung ist das Recht aller Kinder und Jugendlichen auf eine Bildung zur Alltagsbewältigung und -gestaltung, die eine selbstbestimmte, verantwortungsvolle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Voraussetzung dafür ist die Ausbildung von Ernährungs- und Gesundheitskompetenzen ebenso wie von Konsum- und Finanzkompetenzen. Dafür liegen von den Fachverbänden der drei Länder innovative Konzepte vor.

Die Verbände fordern für die Ernährungs- und Verbraucherbildung

1. die schulische Institutionalisierung
2. die Profilierung, Professionalisierung und Qualitätssicherung
3. Bildungs- und Ausbildungsstandards der Kultusministerkonferenz

Um die Nachhaltigkeit dieser Bildung zu sichern, darf sie nicht auf Projekte in der Schule reduziert werden.


Gesundheitserziehung im Paket

Der BLLV lädt alle Kreisvorsitzenden, Grundschul- und Fachlehrerinnen und -lehrer für Ernährung zum gemeinsamen Planen eines „alternativen Elternabends” ein: Wie motiviere ich Eltern, auf ausgewogene Ernährung, verantwortungsvollen Medienkonsum und sinnvolle Freizeitgestaltung zu achten?

In Burglengenfeld war Günther Brinek vom Domino Verlag der Chef. Er las Geschichten und Gedichte rund um das gesundheitsbewusste Verbraucherverhalten vor: „Kätschab“, „Uhr im Bauch“, „der Kopf ist der Chef“. Andernorts werden die Kreisvorsitzenden die Chefs sein.

Mit den Teilnehmern rappen, trommeln und arbeiten die Vizepräsidentin Waltraud Lučić und die Seminarrektorin Barbara Mang. Die Kreisvorsitzenden planen alternative Elternabende und stellen ihre pfiffigen Ideen vor. Wie können Eltern am Elternabend für die Notwendigkeit der ausgewogene Ernährung, des verantwortungsvollen Medienkonsums und der sinnvollen Freizeitgestaltung ihrer Kinder sensibilisiert werden?

Das Kultusministerium hat  das dicke Problem der Kinder erkannt und reagiert mit Aktionen, die die Lehrer zusätzlich schultern sollen. „Voll in Form“ und der Projekttag „Ernährung und Bewegung“ sind notwendige Reaktionen auf die Rückbildung der Motorik, Leistungsdruck, Bewegungsmangel und Fehlernährung unserer Schülerinnen und Schüler. Zum Auffangen dieses sozioökonomischen, gesellschaftlichen Problems müssten jedoch Zeitressourcen zur Verfügung gestellt und das vorhandene Fachpersonal, Fachlehrer für Ernährung und Gestaltung, eingebunden werden.


Hier liest der Chef!

Hygienevorschriften, Lebensmittelkennzeichnung, Bauordnung, Straßenverkehrsordnung oder Pressegesetz – kaum ein Bereich des menschlichen Zusammenlebens der nicht gesetzlich geregelt wäre. Nur Essen ist Privatsache. Und das obwohl 18 Prozent der Kinder übergewichtig sind. Beim Münchner Grundschultag erarbeiten die Lehrer im BLLV-Haus Möglichkeiten, das Thema kreativ und innovativ an Elternabenden zu vermitteln. Zwischen Pausenrap und Pausen-Fingerfood liest der Verleger Günther Brinek Geschichten und Gedichte zur gesunden Ernährung. BLLV-Vizepräsidentin Waltraud Lučić empfiehlt „Das erste zu Hause, das zweite zur Pause!“

Bisher kreiste die Debatte um die Folgen der PISA-Tests in der Regel allein um die fachliche Bildung. Vernachlässigt wurde die Frage, welchen grundlegenden Verhältnissen die Schüler jahrelang ausgesetzt sind und ob sie geeignet sind, gesunde, entscheidungsfähige Menschen auszubilden. Mehr



Material zur Durchführung



Geschichten und Gedichte


 
 

Bildung braucht Lehrer!

Service für Referendare

Für Referendare, die im September 2010 das Referendariat antreten, bietet der BLLV Vorbereitungsworkshops an. Hier finden Sie weitere Informationen.

Gesundheitserziehung Infos

Mehr Informationen zum Thema finden Sie beim