12. April 2017

Lehrer müssen sich als lebenslange Lerner verstehen

Von: Ulla Adam

Prof. Dr. Gabriel Gien, Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt. Foto: KU Eichstätt / upd / Christian Klenk

Seit fast einem Jahr ist Prof. Dr. Gabriele Gien nun offiziell Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt. Mit ihr als Didaktikerin in der Universitätsleitung bekommt die Lehrerbildung einen ganz neuen Stellenwert. Bei ihrem Antrittsgespräch mit BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und Vertretern des Kompetenzteams Lehrerbildung stellte Gien ihre Visionen in der Lehrerbildung heraus und macht deutlich, was sich dringend ändern muss.

 

Wenn Lehramtsstudierende an die Uni kommen, beginnt recht schnell das fachwissenschaftliche Studium. Gien hebt hervor, wie entscheidend es ist, erst einmal den Blick für Kinder zu stärken und das Beobachten zu lernen. Lehrkräfte haben eine enorme Verantwortung und müssen sich dieser schon im Studium bewusst werden. Die Bandbreite an Themen, die heute an Schulen relevant ist, kann man nicht nur in der Ausbildung lernen. Lehrer müssen sich als lebenslange Lerner verstehen. Eine Vision wäre, im Studium sich verschiedene Profile anzueignen und das gewonnene Wissen später als Multiplikatoren weiter zu geben. Eine Vorstellung, die auch der BLLV sehr begrüßt, um die 3. Phase stärker in den Blickpunkt zu nehmen.

 

Modellversuch zeigt, wie Lehrerbildung geht

Frau Prof. Gien spricht nicht nur über ihre Visionen, sondern will mit einem Modellversuch „Neues Lehramt“ zeigen, dass die Lehrerbildung auch anders funktionieren kann. Projektorientierte Lernphasen und Querschnittsaufgaben, ein besseres Zusammenspiel von Fachdidaktik und Fachwissenschaft, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch die interkulturellen Erfahrungen spielen an der KU Eichstätt eine große Rolle. Studierende gehen jedes Jahr nach Afrika und erleben dort, wie man ohne eine gemeinsamen Sprache Beobachten ganz anders erlernt.

 

Mit einem Projekt zur Flüchtlingsarbeit geht die KU mit einem neuen Ansatz in die Vorreiterrolle. Ein Katalog aus Icons soll Stärken und Potenzial von Flüchtlingen erkennen lassen, so dass die jungen Menschen möglichst schnell in ihrem Interessensfeld arbeiten können. Durch schnelle Erfolgslebnisse im Alltag und dem Gefühl gebraucht zu werden, wird die Motivation erhöht, die bei langen Phasen des Sprachelernens meist verloren geht. So kann Integration erfolgreich gelingen.

 

Eine große Herausforderung ist die Forschung im schulischen Setting. Dies ist in Bayern aufgrund von Datenschutzrichtlinien sehr schwierig. Hier muss ein Sinneswandel erfolgen, um Schule weiter entwickeln zu können. Simone Fleischmann weist darauf hin, dass viel geforscht wird, man jedoch auch auf die Wirksamkeit dieser Forschung achten muss.  Daher ist die Wirksamkeitsforschung eine wichtige Grundlage für Schulentwicklungsmaßnahmen.

 

Das angenehme Gespräch macht Mut, dass sich viele Visionen, die BLLV und  Prof. Gien teilten, bald auch in der universitären Lehrerausbildung Früchte tragen.

 

 

 


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