17. Oktober 2017

Bayern muss mehr in qualitativ hochwertige Ganztagsangebote investieren

BLLV-Präsidentin Fleischmann zu den Ergebnissen der Bertelsmann-Studie zum Ausbau der Ganztagsschulen

München - Bayern muss endlich mehr für den Ausbau der Ganztagsschule tun. Das fordert die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands Simone Fleischmann angesichts der neuesten Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung. „Es kann nicht sein, dass das reichste Bundesland so wenig in die Qualität und die Versorgung mit Ganztagsangeboten investiert“, sagte sie heute in München.

 

Der Ausbau der Ganztagsschule kommt in Bayern laut der Bertelsmann-Studie nur langsam voran. Nur 16 Prozent aller Schüler im Freistaat besuchten im Schuljahr 2015/16 ein Ganztagsangebot. Im Bundesdurchschnitt waren es mehr als doppelt so viele, nämlich 39,3 Prozent. Selbst das deckt den Bedarf nicht einmal annähernd. Laut JAKO-O-Bildungsstudie 2017 wünschen sich 72 Prozent aller Eltern bereits heute einen Ganztagsplatz für ihr Kind.

 

Auch hinsichtlich der Qualität der Ganztagsangebote macht Bayern nach Ansicht der BLLV-Präsidentin keine gute Figur. „Seit vielen Jahren ist Bayern bei der Versorgung mit Ganztagsangeboten Schlusslicht. Zwar investiert der Freistaat in den Ausbau offener Ganztagsschulen, aber auch das nur halbherzig. Dabei reichen Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung angesichts herausfordernder Aufgaben wie Inklusion und Integration bei Weitem nicht aus.“ So bewertet Simone Fleischmann die bisherigen Anstrengungen des Landes.

 

Die bayerische Staatsregierung setzt vor allem auf den Ausbau von offenen Angeboten, also auf Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung, anstelle gebundener Ganztagsklassen. Bei diesem Modell wechseln sich über den Tag verteilt Unterrichtsstunden mit Förderangeboten, Entspannungs- und Freizeitphasen ab.

 

„Grundsätzlich bietet ein gebundener Ganztag die Möglichkeit von pädagogischen Lernprozessen, die am Kind orientiert sind. Er ermöglicht einen schülergerechten Lernrhythmus und den Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, erläutert Fleischmann. „Diesem Ganztag gehört die Zukunft, dazu brauchen wir jedoch viel mehr gebundene Ganztagsklassen, bei denen Kinder über den Unterricht hinaus Fördermaßnahmen und pädagogisch hochwertige Freizeitangebote erhalten“, fordert die BLLV-Präsidentin.

 

Um alle in Bayern bereits bestehenden Ganztagsangebote auf das qualitativ hochwertige gebundene Ganztagskonzept umzustellen, müsste der Freistaat in Anlehnung an die Bertelsmann-Studie mehr als 400 Millionen Euro für Baumaßnahmen und zusätzliches Personal in die Hand nehmen. Insgesamt müssten 1.700 Lehrkräfte und 870 Erzieher eingestellt werden. Um den von der Bertelsmann-Stiftung geforderten Versorgungsgrad mit gebundenen Ganztagsklassen von 80 Prozent der Schüler zu erreichen, müssten demnach bis zum Schuljahr 2025/26 rund 15.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

 

 

 

 

 


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