17. November 2011

Bildungsstreiks spiegeln Unzufriedenheit wieder

Lernende und Lehrende haben die Nase voll und wollen eine andere Schul- und Bildungspolitik / Wenzel und LSG-Vorsitzende Adam: „Gelder müssen umverteilt werden“

München - Die Situation an Schulen und Hochschulen in Bayern hat sich nicht durchgreifend verbessert. Deshalb unterstützt der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) auch in diesem Jahr die bundesweiten Demonstrationen für bessere Bildung. „Der Widerstand ist berechtigt“, erklärten die Vorsitzende der BLLV-Landesstudentengruppe, Ulla Adam, und  BLLV-Präsident Klaus Wenzel anlässlich der heutigen Kundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz in München. Lernende und Lehrende hätten die Nase voll von der Mangelverwaltung, der öffentliche Bildungseinrichtungen trotz anderslautender Ankündigungen und Versprechungen ausgesetzt sind. An den Hochschulen sind die Voraussetzungen für ein vernünftiges Studium denkbar ungünstig, an vielen Schulen kann gerade noch so der Pflichtunterricht aufrecht erhalten werden, oftmals fällt der Unterricht ganz aus. Wenzel forderte eine Umverteilung der Gelder zugunsten von Kindergärten, Schulen und Hochschulen. „Wer Bildung zur Priorität erklärt, muss glaubwürdig handeln.“

 

An manchen Universitäten fehlt es an allem: Die Hörsäle und Seminarräume sind überfüllt, die angebotenen Kurse und  Vorlesungen hoffnungslos überbelegt, die Rahmenbedingungen für Studierende und Dozenten unerträglich. „Hinzu kommt, dass viele Studierende immer noch auf der Straße stehen, weil sie keine Wohnung finden“, beklagte Adam. Schon im letzten Jahr hatte sich abgezeichnet, dass die Situation eskalieren könnte. Die Bemühungen des Wissenschaftsministeriums sind anerkennenswert, ändern aber kaum etwas an der Überlastung vieler Hochschulen. Wenzel appellierte an die Bayerische Staatsregierung, umgehend weitere Maßnahmen zu ergreifen: „Die Universitäten brauchen Geld, um optimale Studienvoraussetzungen zu schaffen. Die jungen Leute brauchen vernünftige Rahmenbedingungen und vor allem Perspektiven.“

 

An den Schulen sieht es nicht viel besser aus: Vielfach müssen zusätzliche Angebote und Unterrichtsstunden ausfallen, die Mobilen Reserven sind verbraucht. Die Schüler können nicht individuell gefördert werden, weil das dazu erforderliche Personal fehlt. „Die Situation wiederholt sich Jahr um Jahr. Die Menschen sind erbost und gehen auf die Straße.“ Noch deutlicher könnte  die Unzufriedenheit über die bayerische Schul- und Bildungspolitik nicht ausgedrückt werden.


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