27. Juni 2012

Spaenle muss die Reißleine ziehen

BLLV- Präsident Wenzel wirft dem Kultusminister vor, sich grundlegenden Reformenam Gymnasium hartnäckig zu verweigern - auf Kosten von Schülern, Eltern und Lehrern

München - „Solange sich Kultusminister Spaenle hartnäckig verweigert, das achtjährige Gymnasium grundlegend zu reformieren, wird diese Schulart nicht zur Ruhe kommen“, stellte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, heute in München fest. „Wer mit Zahlen über bestandene oder nicht bestandene Prüfungen hausieren gehen muss und ständig gezwungen ist, eine Schulpolitik zu verteidigen, die Lehrer, Schüler und Eltern immer wieder in Frage stellen, verkennt die Not der Betroffenen oder setzt sich über sie hinweg.“

 

Die Spreizung von über- und unterdurchschnittlichen Leistungen bei der diesjäh-rigen Abiturprüfung zeige, wie sehr die Schulpolitik in Schieflage geraten sei und wie sehr die Verkürzung um ein Jahr zu Lasten der Schüler und Lehrkräfte ge-gangen sei. Eine Nachprüfung bedeute immer zusätzlichen Stress und immensen zusätzlichen Arbeitsaufwand - davon hatten Schüler und Lehrer die Jahre zuvor schon genug.“ Wie sich am aktuellen Beispiel der relativ hohen Quote von Schülern, die das Abitur nicht auf Anhieb schafften, zeige, sei die Prüfung in fünf Fächern, wie so vieles am G8, nicht sinnvoll. Insbesondere die Verpflichtung, sowohl in Deutsch als auch in Mathematik eine schriftliche Prüfung absolvieren zu müssen, bedeute eine Belastung, deren Sinn äußerst fragwürdig sei. „Durch eine verpflichtende Prüfung am Ende von acht Jahren wird keinerlei Kompetenzgewinn erzielt. Wer will, dass Schüler ihre sprachlichen Fähigkeiten verbessern, muss sie in den acht Jahren zuvor entsprechend fördern“, sagte Wenzel.

 

Der BLLV bleibt dabei: Das achtjährige Gymnasium kann nur gelingen, wenn

  1. es überall dort, wo es gewünscht ist, zur rhythmisierten Ganztagsschule umgestaltet wird, in der der Unterricht über den Tag verteilt stattfindet,
  2. dem Unterricht ein neues Lern- und Leistungsverständnis zu Grunde gelegt wird,
  3. der Lehrplan in den Sach- und naturwissenschaftlichen Fächern auf das wirklich Notwendige gekürzt wird
  4. 4. und alle Gymnasien personell bestens ausgestattet werden.

 

„Wir haben viele Vorschläge gemacht und auch eine öffentliche Diskussion in Gang gesetzt, weil wir wollen, dass sich die Situation für alle Betroffenen deutlich verbessert“, erklärte Wenzel. „Jetzt ist der Kultusminister am Zug. Wenn er nicht bald die Reißleine zieht, ist die Qualität des Gymnasiums in Bayern ernsthaft gefährdet.“


Dateien:
20120627_01.pdf27 K

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