18. Dezember 2017

BILDUNG UND STAATSKRISE

Von: Sandra Schäfer, 1. Vorsitzende NLLV

In Anbetracht der momentanen Situation in unserem Land, der Schlagzeilen und der Beiträge die crossmedial erscheinen, bemerkt man doch eins: Der Souverän hört wieder hin. In allen Parteiprogrammen steht das Thema Bildung ganz oben im Kanon. Der öffentliche Dienst gewinnt an Anerkennung, ist es doch plötzlich dieser, der die Stabilität des Landes gewährleistet.

Sind wir am Ende der Möglichkeiten? Geht es nur noch um Schlagzeilen? Oder gibt uns die politische Situation die Chance genau zu entlarven, wer sich der Verantwortung entzieht und wer zu seinen Themen steht?

Die aktuelle Situation macht es notwendig, sich mit unserem politischen System zu beschäftigen, wegducken geht nicht, Meinungsbildung ist nötig.

Die hart erkämpfte Demokratie ist kein Selbstläufer. Es funktioniert dann optimal, wenn alle an ihren Stellen ihre Verantwortung und ihre Aufgabe wahrnehmen. Fragt man einmal im Freundes- und Bekanntenkreis Kinder im schulfähigen Alter, so erstaunt es, wie selten all diese Themen eine Rolle spielen. Ein Achtklässler versicherte mir, dass man an seiner Schulart keine Zeit für politische Themen habe, denn es gäbe da eine Schulaufgabe nach der anderen und da bliebe kein Raum: „Wir haben da nur Zeit für echt wichtige Dinge!“

Unsere Kinder, unsere vielzitierte „Zukunft“ bekommen oft nicht die Möglichkeit, Politik zu diskutieren, Meldungen zu analysieren und eine politische Haltung zu entwickeln. Wie soll also unsere Zukunft aussehen? Ist das, was wir momentan erleben, bereits ein Ergebnis von Versäumnissen? Investition in Bildung ist nicht verhandelbar.

Wir alle sehen Missstände, scheuen aber oft, diese offen zu benennen und daraus Konsequenzen und Handlungen abzuleiten. Aushalten, irgendwie geht es schon. „Irgendwie“ ist jedoch ganz sicher keine gute, keine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung. Bildung ist kein Futter für Schlagzeilen, Bildung braucht Fakten. Der Nürnberger Lehrerinnen- und Lehrerverband bietet die Plattformen, für Gespräche, die Lösungen bringen, für das Aufzeigen von Missständen und für das Abschaffen dieser, setzt sich auf allen bildungspolitischen Ebenen mit voller Kraft ein.

Jeder von uns hat die Verantwortung für seine Schüler, seine Kolleginnen und Kollegen, seine Schulen und darüber hinaus jedoch auch für die Themen, welche die Grundlage für unser bildungspolitisches Handeln legen. Wir sind die Fachleute, wir haben die Praxis und wir kennen Lösungen.

Wir sind aber auch verantwortlich für uns selbst: Grenzen setzen, Gesunderhaltung. Nicht erst seit Hattie wissen wir um die wichtige und zentrale Rolle der Lehrerpersönlichkeit. Eine Persönlichkeit entwickelt sich, recherchiert, reflektiert, ist kein starres Gebilde. Grundvoraussetzung dafür ist, sich für sich selbst Zeit nehmen zu können: Zeit für Themen, Zeit für die Stärkung des Rückgrats. Wir unterstützen unsere Mitglieder dabei mit aller Kraft, führen Gespräche auf allen Ebenen, organisieren die Veranstaltungen, die Sie sich von Ihrem NLLV wünschen.

Unser Ausschuss ist um viele engagierte Kolleginnen und Kollegen gewachsen. Eine Gemeinschaft mit vielen Fachleuten, die Ihre Einzelbereiche mit Rat und Tat für die Kolle- ginnen und Kollegen in Nürnberg engagiert bearbeiten - im Ehrenamt. Ein herzliches Dankeschön an alle, für diesen großartigen Einsatz!

Die vor uns liegende Zeit in den Dezembertagen sollte Ihnen Raum bieten, sich den

Bereichen zu widmen, die Sie stärken. Das Miteinander in der Familie, das Gespräch über alles, was gerade von uns viel abverlangt und das Besinnen auf etwas, was wir alle geschaf- fen haben und mit großem Engagement weiter verteidigen und verbessern werden.

Ein friedvolles Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben, wünscht das gesamte Team des NLLV und sehr herzlich

Ihre Sandra Schäfer


Dateien:
nlz17_5.pdf7.0 M

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