12. Mai 2017

Änderung der Grundschulordnung und der Mittelschulordnung

Verbandsanhörung - Stellungnahme an das Kultusministerium am 12.5.2017

Der BLLV dankt für die Zusendung des Änderungsentwurfs der Grundschulordnung und der Mittelschulordnung und nimmt hierzu wie folgt Stellung: 

 

Zum Vorblatt:

In der Grundschulordnung und in der Mittelschulordnung werden, bezogen auf die Zeugnisse, wesentliche Veränderungen vorgenommen. Dies sollte in B) Lösung auch deutlich angesprochen werden. Die Formulierung „redaktionelle und inhaltliche Anpassungen“ beschreibt die Änderungen nicht.

 

Zum Änderungsentwurf:

Der BLLV bittet um Berücksichtigung folgender Änderungen:

 

zu Punkt § 1 Änderung der Grundschulordnung:

5. c)

  • „3 Das Übertrittszeugnis muss dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster entsprechen, nur die übertrittsrelevanten Noten enthalten und ersetzt das Zwischenzeugnis.“

BLLV: markierten Halbsatz neu aufnehmen.

 

5. c)

  • „ 4 Ordnungsmaßnahmen werden im Übertrittszeugnis nur aus besonderem Anlass aufgeführt.“ 

BLLV: Streichen und nicht neu aufnehmen.

 

10. b) bb)

  • „Aussagen zur Lernentwicklung im jeweiligen Fach“

BLLV: „im jeweiligen Fach“ streichen.

 

  •  „nach den Stufen

1.            sehr gut,
2.            gut,
3.            befriedigend,
4.            nicht befriedigend, wobei diese Bewertungen zusätzlich zu erläutern sind“

         BLLV: Diesen Passus streichen.

 

  • „³Im Fach Englisch wird die individuelle Leistungsentwicklung beschrieben und keine Note erteilt.“

BLLV: „die individuelle Leistungsentwicklung beschrieben und“ streichen

 

10. f) 

  • „(5) 1Der Bericht nach Abs. 2, die Zeugnisnoten, die Aussagen zur Lernentwicklung im jeweiligen Fach und“

BLLV: „im jeweiligen Fach“ streichen und stattdessen „in Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht“ einfügen.

 

zu Punkt § 2 Änderung der Mittelschulordnung:

9. b), Satz 1:

  • „und den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern“ 

BLLV: streichen

 

9. b) cc)

  • 7Ordnungsmaßnahmen werden in Abschlusszeugnissen und Jahreszeugnissen nach Abs. 8 nicht, in anderen Jahreszeugnissen nur aus besonderem Anlass aufgeführt.“

BLLV: streichen

 

9.h) (6) , Satz 1   

  • „die Aussagen zur Lernentwicklung im jeweiligen Fach und“

BLLV: „im jeweiligen Fach“ streichen

 

9. h) (9), Satz 1  

  • „Das Zwischenzeugnis kann in der Jahrgangsstufe 5“

BLLV: „Das Zwischenzeugnis kann in den Jahrgangsstufen 5 bis 9“  einfügen (Die notwendigen Noten für den Übertritt oder die Aufnahme in den M-Zug können über Notenausdrucke oder ein Übertrittszeugnis in einfacher Form übernommen werden)

 

9.h) (10) 

BLLV: komplett streichen.

Begründung:

Der BLLV unterstützt die Umsetzung eines wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechenden pädagogischen Lern- und Leistungsbegriffes. Aufgabe ist es, die Lernfortschritte und die Verstehensprozesse eines jeden einzelnen Kindes wahrzunehmen, zu würdigen und achtsam zu begleiten.

 

Deshalb ist die Stoßrichtung der geplanten Änderungen in der GrSO und MSO grundsätzlich zu begrüßen. So lange jedoch gleichzeitig eine veraltete Lernkultur, bei der die Schüler kurzfristig abrufbares Wissen speichern, um es bei zahlreichen Prüfungen wiederzugeben, durch den Zwang zur justiziabel überprüfbaren Benotung bestehen bleibt, wird auch weiterhin bei Eltern und Schülern der Blick auf die bloße Note dominieren. Es reicht also aus Sicht des BLLV nicht aus, Elemente eines erweiterten Lern und Leistungsbegriff zu etablieren, sondern es müssen auch die Grundfesten einer selektiven und vergleichenden Prüfungskultur überwunden werden. Solange dies nicht geschieht, drohen Lehrkräfte in diesem Zwiespalt zwischen neuer und alter Prüfungs- und Leistungskultur zerrieben zu werden.

 

Das Erstellen der sehr aufwendigen Zeugnisse und die Durchführung der Lernentwicklungsgespräche binden enorm viele zeitliche Ressourcen. Dies stellt eine unzumutbare Belastung für die Lehrkräfte dar. Besonders Fachlehrer, die in Grund- und Mittelschulen in verschiedenen Klassen unterrichten, können diesen zeitlichen Aufwand nicht leisten. Dieser Zeitmangel führt bei vielen Fächern zu formelhaften Formulierungen, die oft nur einen kleinen Teilbereich eines Faches beschreiben.

 

Die Änderungswünsche führen bei den Zeugnissen zu einer Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Schularten, zur Vereinfachung und zur deutlicheren Darstellung. Außerdem soll eine Mehrbelastung der Kolleginnen und Kollegen weitgehend vermieden werden (z.B. Doppelbelastung wegen Zwischenzeugnis und Lernentwicklungsgespräch). Die Nichtweitergabe von „Ordnungsmaßnahmen“ sollten an die BaySchO angepasst werden.


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