18. September 2012

Lehrerverschickung ärgert Eltern

Kategorie: Junglehrer

ABJ-Aktion in der Bamberger Fußgängerzone

Was wir glauben: Die ABJ Oberfranken warb in der Bamberger Fußgängerzone für ihre Überzeugungen. Foto: privat

Schulen klagen über Lehrermangel, während Nachwuchspädagogen auf der Straße stehen. Darüber ärgern sich auch viele Eltern, wie die ABJ Oberfranken erlebt hat. In der Bamberger Fußgängerzone warb sie für mehr Lehrerstellen und stellte die Glaubenssätze vor.

 

Viele Eltern prangerten die gleichen Missstände an, gegen die ABJ und BLLV schon seit Jahren kämpfen: zu große Klassen; zu viele ersatzlos ausfallende Stunden, die als eigenverantwortliches Arbeiten verbucht werden, damit sie in der Statistik nicht als Unterrichtsausfall auftauchen; Klassen, die oft doppelt geführt werden oder von mehreren mobilen Reserven, weil kein Geld für die Einstellung neuer Lehrer bereitgestellt wurde.

 

Vielen Eltern war offenbar nicht bewusst, dass genügend junge und engagierte Lehrer zur Verfügung stünden, aber keine Anstellung bekommen. Das zeigte sich in vielen Gesprächen mit Passanten und Betroffenen. So erzählte ein älterer Herr, dass sein Sohn gerade das Referendariat für Gymnasiallehramt beendet hat, aber keine Anstellung findet und nun ein weiteres Studium für das Fach Sport beginnt. Eine junge Mutter, mit Kind und Oma unterwegs, hätte sehr gerne einen Job als Grundschullehrerin, steht aber seit zwei Jahren schon auf der Warteliste. Auch sie versteht nicht warum sie trotz ihrer sehr guten Ausbildung nicht in ihrem Beruf arbeiten kann. Momentan hält sie sich finanziell erst einmal mit einem Job in der Mittagsbetreuung einer Schule über Wasser.

 

Lehrerverschickung auf Kosten von Kindern

Ein junger Vater mit seiner kleinen Tochter beklagte sich an unserem Stand darüber, dass seine Frau bereits seit mehreren Jahren eine Stelle in Oberbayern hat und trotz Kind nicht zurückversetzt wird. Ein junges Pärchen -  beide haben erfolgreich ihr Studium für das Gymnasiallehramt beendet -  wussten Mitte August noch immer nicht, welcher Seminarschule sie zugeteilt werden. Sie hatten aber noch die Hoffnung, dass ihre Schulen zumindest nahe beieinander liegen werden.

 

Eine Hoffnung, die sich für eine ganze Reihe von Junglehrern dieses Jahr beinahe zerschlagen hätte. Erstmals wären junge Familien nach dem Referendariat auseinandergerissen worden, weil Müttern und Vätern aus Oberfranken dieses Jahr auch Stellen in anderen Regierungsbezirken zugewiesen wurden. So etwas hatte es zuvor noch nie gegeben. Dank des Einsatzes des BLLV und der ABJ werden die Betroffenen nun doch wohnortnah eingesetzt.

 

Kleiner Klassen und Kung-Fu für ADHS-Kinder

Auch die Glaubenssätze auf unseren Postkarten lasen die Besucher interessiert und diskutierten mit den Junglehrern am Stand darüber. So wünschte sich eine Mutter von zwei Kindern mehr Verständnis von Lehrern für familiäre Probleme. Ein Vater sprach sich für mehr Sensibilität von Lehrkräften im Umgang mit ADHS-Kindern aus und forderte kleineren Klassen. Als Vorbild nannte er Schweden, wo auf die Bedürfnisse dieser Kinder mehr eingegangen werde  und die Kinder beim Lernen mehr Bewegungsfreiheit erhielten. Der Mann hatte vor Jahren selbst Lehramt studiert, sich dann aber beruflich umorientiert. Nun bietet Kung-Fu-Kurse speziell für ADHS-Kinder an.

 

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