Der Organspendeausweis: Jeder sollte diesen ständig bei sich führen. Bild: Thorben Wengert/pixelio.de

Bekenntnis zur Organspende

Informationen des BLLV-Sozialreferats - zusammengestellt von Medizinrechtlern

Die Regierung will die Bundesbürger regelmäßig zur Organspende befragen. Eine Entscheidung, die bedacht sein will. Das BLLV-Sozialreferat klärt in einer Broschüre über die Hintergründe auf.

 

In Deutschland warten derzeit rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Rund 1.000 von ihnen sterben, weil es nicht genügend Spender gibt. Mit nur 16 Spendern pro eine Million Einwohner liegt die Spenderrate im unteren europäischen Drittel. Das soll sich ändern. Die Bundestagsfraktionen haben sich darauf geeinigt, dass jeder Bürger künftig regelmäßig zu seiner Zustimmung zur Organspende befragt wird, beispielsweise bei Ausgabe der Versichertenkarte.

 

Bundesbürger stehen Organspende positiv gegenüber
Diese Lösung stößt bei den Bundesbürgern auf Zustimmung, wie aus einer aktuellen Befragung von Bertelsmann-Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK hervorgeht. 66 Prozent der Befragten geben an, durch diese jetzt von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Entscheidungslösung zumindest wahrscheinlich in eine Organspende einzuwilligen. 60 Prozent derjenigen, die bisher keinen Organspendeausweis besaßen, würden bestimmt oder wahrscheinlich einer Organspende zustimmen.

 

Auch wenn Organspenden dringend vonnöten sind und viele Leben damit gerettet werden könnten, sollte sich niemand dazu drängen lassen. Davor warnt Max Schindlbeck, Leiter des BLLV-Sozialreferats. „Das ist eine sehr persönliche Frage, die jeder für sich selbst entscheiden muss.“  Schindlbeck selbst hält die Einwilligung zur Organspende für „positiv, weil man über den Tod hinaus Gutes tun kann“.  

 

Nur der schriftlich fixierte Wille zählt
Seine Entscheidung zur Frage der Organspende sollte jeder möglichst schriftlich dokumentiert haben. Nur so ist garantiert, dass der Wille des Verstorbenen beachtet wird. „Jeder sollte über sein Ende selbstbestimmt gestalten können. Dazu gehört auch zu entscheiden, was mit dem eigenen Körper geschehen soll“, sagt Schindlbeck.

 

Liegt eine Einwilligung oder Ablehnung nicht vor und kommt im Todesfall eine Spende in Betracht, werden die nächsten Angehörigen befragt, ob sich der Verstorbene zu Lebzeiten schriftlich oder mündlich erklärt hat. Ist ihnen darüber nichts bekannt, werden sie nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen befragt und gebeten, in seinem Sinne zu entscheiden.

 

Spezialisten des Medizinrechts informieren in BLLV-Broschüre
Das BLLV Sozialreferat stellt deshalb seinen Mitgliedern in der Broschüre „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ nicht nur Hintergrundinformationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen der Organspende zur Verfügung. Das Geheft enthält auch einen Organspendeausweis, den Spendewillige immer bei sich führen sollten. Die Unterlagen entsprechen dem derzeitigen Rechtsstand und wurden von der Münchner Anwaltssozietät Putz und Steldinger erstellt. Deren Anwälte sind Spezialisten im Bereich des Medizinrechts. Darüber hinausgehende Information sind im Internet auf www.organspende-info.de zu finden. 

 

Wer sich Gedanken über seine Entscheidung zur Organspende macht, sollte sich in diesem Zusammenhang auch mit  dem Thema Patientenverfügung auseinandersetzen. „Die Erklärung zur Organspende legt fest, was nach meinem Tod mit meinem Körper geschehen soll. Die Patientenverfügung legt fest, wie mein Ende aussehen soll“, erklärt Schindlbeck. Mit einer solchen Verfügung könne man festlegen, dass keine qualvollen, lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden.  Die vom BLLV-Sozialreferat herausgegebene Broschüre enthält auch weitergehende Informationen und Vordrucke zur Patientenverfügung.   

 

Links:
Broschüre des BLLV-Sozialreferats "Vorsorgevollmacht/Patientenverfügung"
www.organspende-info.de

 

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

 

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