Können Stinkbomben die Welt verändern?

Die Sieger des BLLV-Schreibwettbewerbs stehen fest

Die Juroren und die Gewinner der BLLV-Schreibwettbewerbs. Foto: Tonya Engelbrecht

Können Stinkbomben die Welt verändern?  Zumindest ein kleines bisschen, wenn man die Erlebnisse der Fünftklässler Paul und Tom liest. 530 Schüler und Klassen haben sich mit ihren Kurzgeschichten am Schreibwettbewerb des BLLV beteiligt. Die zehn besten wurden jetzt prämiert.

 

Tom hat sich den Zorn seiner Chemielehrerin zugezogen. Sie Hausaufgaben hatte er zwar pflichtgemäß erledigt, dummerweise aber das Heft zu Hause liegengelassen. Die Konsequenz: eine glatte Sechs. Da halfen Tom auch alle  Beteuerungen nichts. Frau Weber lies sich nicht erweichen. Nun will sich rächen und heckt eine fiesen Plan aus: Zusammen mit seinem Freund Paul plant er ein Stinkbombenattacke auf die Lehrerkonferenz.

 

Die amüsant zu lesende turbulente Attacke auf den Geruchssinn der Lehrer ist eine von zehn Geschichten, die jetzt bei einem Festakt im Bayerischen Landtag von Kultusstaatssekretär Bernd Sibler ausgezeichnet wurden. 

 

Kinder und Jugendliche hatten sie für den Geschichtswettbewerb des BLLV verfasst, der im Rahmen des BLLV-Projekts „WERTvoll MITeinander“ im Wertebündnis Bayern ausgelobt worden war. Schülerinnen und Schüler, aber auch ganze Schulklassen reichten insgesamt 530 Aufsätze ein. Den Wettbewerb unterstützt hatten der Verein „Kinder lesen und Schreiben für Kinder“ und die „Stiftung Lernen der Schul-Jugendzeitschriften FLOHKISTE/floh!“. Die Initiatoren hatten Preise von bis 1000 Euro ausgelobt.

 

„Kinder können wunderbare Geschichten schreiben“, sagte Vizepräsidentin des BLLV und Mitinitiatorin des Schreibwettbewerbs Waltraud Lucic ihrer Begrüßungsrede. Sie zeigte sich  überwältigt von der großen Resonanz und der Vielfalt der eingegangen Geschichten. 

 

Einblicke in die Lebenswelt von Kinder  und Jugendlichen
Die Kinder und Jugendlichen schreiben über ihre Stimmungen und Gefühle, Probleme und Perspektive. Ihre Erzählungen schildern zum Teil tatsächlich Erlebtes, zum Teil haben die jungen Autoren ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken auch in fiktive Geschichten verpackt.

 

Manche der Einsendungen  zum Brüllen komisch, andere wiederum machen betroffen und stimmen nachdenklich. Die Erzählungen handeln vom Tod des Großvaters, vom Zusammenleben der Generationen, von einem Schüler, der die Diagnose erhält, dass er Legastheniker ist oder von einer turbulenten Jagd nach einem ausgebüxten Wildschwein. Allen Einreichungen gemeinsam ist, dass einen Einblick in die Gefühl- und Lebenswelt von jungen Menschen ermöglichen. Sie zeigen Erwachsenen, was Kinder und Jugendliche beschäftigt, wie sie ticken. 

 

Ziel des Wettbewerbs war es, Schüler zum Erzählen und Schreiben zu ermuntern. Mit ihm sollte gezeigt werden, dass Lesen und Schreiben Kulturtechniken sind, die Menschen verbinden – ganz im Sinne der BLLV-Initiative „WERTvoll MITeinander“.

 

Die Gewinner:
Sieger wurde das Dante Gymnasium mit den Geschichten „Blau ist nicht gleich grün“ von Lena Lust und „Viele letzte Male“ von Sara Barth. Den zweiten Platz sicherte sich die Klasse 8b der Mittelschule an der Fernpaßstraße (Sendling) mit „Mein Opa“ von Sarah Wolf, „Mein Leben-  Von Bosnien nach Deutschland“ von Amina Mujakic und „Ein Mobbingfall ist gelöst“ von Duc Anh Nguyen. Den dritten Platz belegte Benedikt Hilkinger von der Grundschule Klenzestraße mit „Robbies Geschichte“. Platz vier ging an Jonas Schmitt von der Volksschule Heroldsbach mit „Schwein gehabt im Einkaufszentrum“. Platz fünf belegte Bruno Heinel vom Ludwigsgymnasium München mit  „Können Stinkbomben die Welt verändern“. 

 

Die Jury:
Susanne Brinek (Sitftung LERNEN der Schul-Jugendzeitschriften FLOHKISTE/floh!), Dr. Roswitha Budeus-Budde (Süddeutsche Zeitung), Georg Eisenreich (MdL, bildungspolitischer Sprecher CSU), Thomas Gehring (MdL, bildungspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen), Gitta Gritzmann (Kinder lesen und schreiben für Kinder e.V.), Martin Güll (MdL, bildungspolitischer Sprecher SPD), Dr. Uta Hauck-Thum (Ludwig-Maximilians-Universität), Waltraud Lucic (Vizepräsidentin BLLV), Annabelle Staples (BLLV-Lesebeauftragte), Evelyn Westphal (Vorsitzende Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Junglehrer im BLLV) Renate Will (MdL, bildungspolitische Sprecherin FDP), Prof. Dr. Kathrin Winkler (Evangelische Hochschule Nürnberg).

 


Die fünf besten Beiträge


Die schönste Geschichten sind im Sammelband nachzulesen

Die zehn prämierten Geschichten und 24  weitere sind in einem Sammelband zusammengefasst worden. Der Erlös aus dem Verkauf des mehr als 100 Seiten umfassenden Buches geht an die BLLV-Kinderhilfe, die mit dem Geld das Kinderhaus CASADENI finanziert.

Der Sammelband kostet 16.50 Euro zuzüglich 2,50 Euro Porto und Verpackung. Er ist erhältlich bei:

DOMINO Verlag
Stiftung LERNEN der Schul-Jugendzeitschriften
FLOHKISTE/floh!
Postfach 19 03 45
80603 München
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