Spaenle stellte sich in Bamberg bei einer Diskussionsverstanstaltung den Fragen von Eltern und Lehrern.

Spaenles Dank kommt nicht gut an

Nach Demo: Kultusminister diskutiert mit Eltern und Lehrern

Einer lebhaften Diskussion musste sich Bayerns Kultusminister am vergangenen Donnerstag in Bamberg stellen. Auf Einladung der CSU war er nach Oberfranken gekommen, nachdem es 14 Tage zuvor eine Demonstration von Eltern und Lehrern gegen den Personalmangel an den Schulen gegeben hatte. Zu den Protesten hatte ein Bündnis von ABJ, BLLV, KEG, GEW und Elternvertretern aufgerufen.



Doch die Botschaften, die Spaenle mitbrachte, fielen für die Gäste im propevollen Saal eher ernüchternd aus. Mehr als die rund 1000 Planstellen, die nicht den Hochschulen zugeschlagen werden und jetzt doch an den Schulen verblieben, wird es nicht geben. Die Situation wird also auch in Zukunft angespannt bleiben.



Spaenle relativierte den Vorwurf, es gebe zu wenig Lehrerstellen und  zuviel Unterrichtsausfall. Mit derzeit 146.000 Planstellen gebe  so viele Lehrkäfte gegeben wie noch nie, sagte Spaenle, während die Zahl der Schüler schrumpfe. „Auch haben wir für den Herbst weitere echte 1000 Planstellen geschaffen. Und mit der Einführung des Ruhestandes für Lehrer zum Halbjahr, haben wir den Weg freigemacht, weitere Stellen bei Bedarf auch während der Schulzeit zu schaffen“, zitiert die Bamberger Lokalzeitung „Fränkischer Tag“ den Minister. Zudem sei die Zahl der mobilen Reserven nicht gesunken, obwohl die Schülerzahlen zurückgehen würden.


Lehrkräfte empfinden Spaenles Äußerungen als zynisch
Walter Achtziger, Geschäftsführer des BLLV Oberfranken, und Max, Lachner, Vorsitzender ABJ Oberfranken, sahen die Situation dagegen alles andere als rosig. In ihren Statements betonten Sie, dass die Situation der Junglehrer derzeit untragbar sei. „Mit dem Einsatz von Studenten mit erstem Staatsexamen sogar als Klassenleitung wird die zweite Ausbildungsphase abgewertet“, kritisierte Lachner.



Während Spaenle den Lehrkräften für die Mehrarbeit dankte, mit der sie halfen, den Unterrichtsausfall zu kompensieren, empfanden Achtziger und Lachner diese Worte als "zynisch". „Die Studenten nehmen sich so die eigenen zukünftigen Stellen weg, indem sie als billige Aushilfskräfte die Neueinstellung von Lehrern behindern“, sagte Lachner.

 

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