BILDUNGSPOLITIK

Diagnose und Förderung im Sprach- und Schriftspracherwerb von Kindern mit Zuwanderungshintergrund  

Prof. Elke Inckemann und Dr. Richard Sigel luden zum fachwissenschaftlichen Kolloquium des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik an die LMU München ein und bereicherten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit kompetenten, belegbaren Aussagen, Feststellungen und Folgerungen.  

Seminarrektorinnen und Seminarrektoren, Münchner Lehrkräfte aus den Übergangsklassen, interessierte Lehrkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter nahmen die Einladung an. Prof. Elke  und Dr. Richard Sigel begeisterten die Wissbegierigen im gut gefüllten Vortragsraum. Prof. Anja Wildemann hielt den Einführungsvortrag „Heterogenität als Ziel von Bildung“.  

  • „Was Kann ein Kind?             
  • Was muss das Kind als nächstes lernen?                        
  • Wie lernt das Kind am Besten?                                    
  • Welche Medien oder Methoden sind für das Kind förderlich?                                                
  • Welche sprachlichen Anforderungen unterstützen das Kind?                                                           
  • Was hat das Kind gelernt?“   

Zu den „Grundlagen einer handlungsorientierten Sprachdidaktik luden Prof. Jörg Roche und Dr. Elisabetta Terrasi-Haufe ein. „Neben Schule und anderen Lernorten übernehmen Eltern die wichtigste Rolle im Spracherwerb und in der Sprachentwicklung. Es braucht den ständigen Kontakt!“  

Lernszenarien zur Sprachförderung stellten Prof. Magdalena Michalak und Evelyn Beck vor.  „Natürliche Sprachanlässe schaffen und die Sprache in der Situation nutzen, denn Kinder lernen, wenn etwas für sie relevant ist!“    

Frau Professor Dr. Elke Inckemann beendete das Kolloquium, in dem Sie die Inhalte aus den drei Vorträgen in drei Säulen zusammenfasste.  

 

Lehrerwissen

Diagnose muss im Sinne der Herangehensweise bei so unterschiedlichen Voraussetzungen des Kindes geplant und strukturiert sein. Die Lehrerin, der Lehrer braucht den Überblick zu anderen Sprachen, Sprachen, die von den Kindern gesprochen werden.  

 

Lehrerhaltung

Der Blick auf die Komplexität des Kindes muss immer gegeben sein. Die Unterstützung ist individuell, dem Kind angepasst, seinem Lernfortschritt entsprechend.  

 

Lehrerhandlung

Das Lernszenario stellt eine Möglichkeit dar, Unterricht in sprachlich heterogenen Gruppen zu realisieren. Die Lehrkraft wird zur Lernbegleiterin. Die Lehrkraft muss die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen diagnostizieren, um darauf aufbauend differenzierte Aufgaben stellen zu können.    

Ein reichhaltiges Workshopangebot am Nachmittag rundete die LMU-Weiterbildungskonferenz ab. Angebote reichten vom Vorkurs über den sprachsensiblen Unterricht in Regelklassen bis hin zur Förderung von Kindern mit Fluchthintergrund.  

Sigel und Inckemann lebten auf beispielhafte Weise die Vernetzung von 1., 2. und 3. Phase der Lehrerbildung vor.   Sabine Hering, RBS Waltraud Lučić, MLLV  

Dr. Richard Sigel ist akademischer Direktor am Institut für Schul- und Unterrichtsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiter der Fachgruppe Hochschule im MLLV | Dr. Elke Inckemann ist Professorin im Department für Pädagogik und Rehabilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Mitglied in der Fachgruppe Hochschule des MLLV sowie Leiterin und Entwicklerin des Kooperationsprojekts Luk (Lernpaten in Übergangsklassen) und des Folgeprojekts „Sprache, Schriftsprache, Bildungssprache“


REZENSION

Herausgeber Dr. Sigel und Prof. Inckemann. Theorien, Konzeptionen und Methoden in den Jahrgangsstufen eins und zwei in der Grundschule von.  

 

Wie lernen Kinder mit Zuwanderungshintergrund in den Jahrgangsstufen 1 und 2 der Grundschule Deutsch? Welche Diagnoseschritte müssen unternommen werden, um die nächste Zone der Sprachlernentwicklung zu erkennen? Wie können Stolpersteine im Sprachlernprozess überwunden werden?   Dieser Band beschäftigt sich unter Einbeziehung verschiedener Disziplinen (Grundschulpädagogik und -didaktik, Frühpädagogik, Deutsch als Zweitsprache, Deutsch als Fremdsprache, Sprachheilpädagogik) damit, wie in der Grundschule das sprachliche und schriftsprachliche Lernen der Kinder mit Zuwanderungshintergrund unterstützt werden kann. In den Beiträgen dieses Bandes wird auf den Zusammenhang zwischen Diagnostizieren, Unterrichten und Fördern eingegangen. Grundsätze der sprachlichen und schriftsprachlichen Förderung von Kindern mit Zuwanderungshintergrund werden herausgearbeitet und mit Praxis Anregungen angereichert.   Klinkhardt Verlag, ISBN 978-3-7815-2154-4  

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