01.06.2016

Zu wenig mobile Reserven: Unterrichtsausfall ist programmiert

Aktuelle Zahlen zur Unterrichtsversorgung in Bayern

 

Unterrichtsausfall an Bayerns Schulen ist programmiert, wie ein Blick in die Statistiken offenbart. Grund: An den Grund- und Mittelschulen wächst erstmals seit mehr als 15 Jahren die Zahl der Schüler durch die Zuwanderung geflüchteter Kinder aus Krisenregionen. Die Personalausstattung kann damit aber nicht Schritt halten.

 

1.1 Schülerzahlen zum Schuljahr 2015/16

Erstmals seit dem Schuljahr 1998/99 ist die Zahl der Grund- und Mittelschüler wieder spürbar angestiegen, und zwar um 6.773 auf 629.700 im Vergleich zum vorigen Schuljahr. Wichtigster Grund für die Zunahme ist die Zuwanderung durch Geflüchtete.

 

 

1.2 Flüchtlingskinder an Bayerns Schulen

Zu Beginn des Schuljahres besuchten 46.359 geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in den Schulen. 17.245 haben die Grund- und Mittelschulen aufgenommen, 29.114 die Berufsschulen. Mittlerweile ist die Zahl der Flüchtlingskinder in den Schulen auf 61.962 angestiegen, davon gehen 22.740 (ca. 3.000 unbegleitet) in Grund- und Mittelschulen und 39.222 (ca. 11.000 unbegleitet) in Berufsschulen.  

 

 

 

Tabelle: Zahl der Flüchtlingskinder in Bayerns Schulen (nach Schulart)

15.9.2015

15.9.2015

29.4.2016

Grund/Mittelschule

17.245

22.700 (3.200 unbegleitet)

Berufsschule

29.114

39.300 (11.000 unbegleitet)

Flüchtlingskinder Gesamt

46.359

62.000

Übergangsklassen in GS/MS

471

642

Berufsintegrationsklassen

448 (ca. 8.100 Schüler)

650 (ca. 12.000 Schüler)

 Quelle: Bayerisches Kultusministerium

 

 

 

1.3 Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Bayern

Bei immer mehr Kindern wird in Bayern sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert. Während die Anzahl der Kinder mit Förderbedarf in den Förderzentren die letzten Jahre zurückging, stieg die Anzahl der inklusiv beschulten Kinder in den Regelschulen stetig.  

 

 

 

Tabelle: Zahl der Schüler mit sonderpädagogischem Bedarf nach Schulart

2005

Aktuell

Insgesamt

ca. 69.000

ca. 73.000

Regelschulen

8.132

19.842

Förderzentren

60.933

53.100

 

Quelle: Statistische Veröffentlichungen der Kultusministerkonferenz (2016). Dokumentation Nr. 210: Sonderpädagogische Förderung in Schulen

 

 

 

2. Zahlen zur mobilen (und integrierten) Reserve

Die Anzahl der Mobilen Reserve sind seit Jahren nicht mehr erhöht worden UND diese sind meist schon kurz nach Beginn des Schuljahres aufgebraucht. Gerade an den Grund- und Mittelschulen müsste die Mobile Reserve dringend aufgestockt werden, da hier auch die Anzahl der Schüler/innen stark gewachsen ist (+6.773 zum aktuellen Schuljahr). 

 

 

 

Tabelle: Zahl der mobilen Reserven nach Schulart

Vollzeitkontingente, inklusive der Aufstockungen im November und Januar.

Anzahl

Grund- und Mittelschulen (mobile Reserve)

2.130

Förderschulen (mobile Reserve)

285

Realschulen (integrierte Lehrerreserve)

110

Gymnasium (mobile und integrierte Lehrerreserve)

165 (mobil) + 320 (integriert)

Berufliche Schulen (mobile Reserve)

50

 

 

 

3. Unterrichtsausfall 

In 61% der nicht planmäßig erteilten Lehrerstunden ist eine Erkrankung der Lehrkraft die Ursache. Pro Woche werden in Bayern aufgrund von Erkrankungen der Lehrer/innen 126.263 Schulstunden nicht planmäßig unterrichtet, pro Jahr sind das 4.757.013 Millionen Stunden.

 

 

 

Tabelle: Unterrichtsausfall in Bayern PRO WOCHE

GS

MS

RS

FÖS

GY

BS

Pro Woche

Unterrichtsstunden

607.283

395.246

179.479

327.986

535.979

421.537

2.467.510

Nicht planmäßig erteilte Lehrerstunden in %

7,0%

9,4%

11,1%

8,4%

9,0%

7,5%

8,4%

Ersatzloser Unterrichtsausfall in %

1,0%

1,8%

1,2%

1,2%

2,3%

2,4%

1,7%

Quelle: Bayerisches Kultusministerium

 

 

Nicht planmäßig erteilte Lehrerstunden schließen neben dem ersatzlosen Unterrichtsausfall auch solche Unterrichtsstunden ein, die von einer anderen als im Stundenplan vorgesehenen Lehrkraft erteilt werden. Hierbei werden Lehrkräfte oft fachfremd eingesetzt. Ersatzloser Unterrichtsausfall umfasst diejenigen Stunden, in denen Schüler lediglich beaufsichtigt werden oder die überhaupt nicht stattfinden, also insbesondere nicht vertreten oder anderweitig kompensiert werden.

 

Mehr zum Thema:
» Lehrerinnen und Lehrer retten, was zu retten ist

 

 

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