Die Unterrichtsversorgung kippt

Kommentar von Simone Fleischmann

Auf unsere Pressemitteilung vom 6. März mit dem Titel: „BLLV alarmiert: Die Unterrichtsversorgung kippt!“ und der darin formulierten Forderung nach einem Notprogramm hat das Kultusministerium reflexartig mit einer weiteren Pressemitteilung reagiert. In dem Titel heißt es u.a. auch „Mobile Reserven im Einsatz – Unterricht findet statt – Ministerium um Dialog mit dem BLLV“.

Tenor: Alles kein Problem. Wir Lehrerinnen und Lehrer wünschen uns aber, dass das Kultusministerium nicht die Augen vor unseren Problemen verschließt, sondern die dramatische Situation an den Schulen ernst nimmt. Mit schönen Worten kommen wir nicht weiter.

Mir ist es auch ein großes Anliegen, das Thema Flüchtlinge nicht gegen das Thema Bildung auszuspielen. Schon 2015 richtete ich im Schulterschluss mit anderen Lehrerverbänden einen eindringlichen Appell an alle politisch Verantwortlichen, genau dies nicht zu tun.

Die in der Pressemitteilung des Kultusministeriums getroffene Aussage, es lasse sich „nicht restlos ausschließen, dass es an einzelnen Schulen zu unvorhersehbaren Engpässen“ komme, ist in meinen Augen schlicht dreist. Es kommt zu dramatischen Engpässen – und eben nicht nur in Einzelfällen.

Auch der darin formulierte Satz, dass „das Bildungsministerium, die Regierungen, die Schulämter und die Schulen mit verschiedenen Instrumenten den Unterricht sichern“ würden, schreit nach einer Ergänzung: Auch die Schulleitungen und Lehrkräfte sichern mit ihrem Einsatz und ihrem Engagement für die Schulen und für ihre Schüler/innen den Unterricht – doch jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht. 


Freilich, dass Kultusministerium hat Recht, wenn es argumentiert, dass der Arbeitsmarkt leer gefegt ist. Nachqualifizierung ist daher richtig. Damit untrennbar verbunden sein muss aber die Sicherung der Qualität.

Eben weil alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, fordert der BLLV jetzt ein Notprogramm. Leider ist dazu kein Wort in der Pressemitteilung aus dem KM zu lesen. Ich bleibe dabei: Es gilt umzusetzen, nicht schön zu reden. Wir bleiben dran.

 


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