Wohnortnahe Schulen - vom Aussterben bedroht
Wohnortnahe Schulen stellen ein Stück Lebensqualität für alle dar. Doch viele kleine Schulen auf dem Land sind in ihrer Existenz bedroht. Weil immer weniger Kinder geboren werden und immer mehr Jugendliche auf Realschulen und Gymnasien in den Städten wechseln, droht vielen Grund- und Mittelschulen in der Provinz das Aus. Das Schulsterben ist nur dann aufzuhalten, wenn der Staat neuartige Schulmodelle zulässt.
Wenn morgens die Jugend eines Ortes in Bussen zehn, fünfzehn Kilometer und noch weiter transportiert werden muss ist das nicht nur trostlos, sondern auch eine Verschwendung von Steuergeldern.
Neue, auf die regionalen Verhältnisse zugeschnittene Schulmodelle könnten das Sterben von Haupt- und Mittelschulen aufhalten. Dieses ist weniger demografisch bedingt als hausgemacht: Nicht nur die die Zahl der Schüler sinkt, zugleich sind die Übertrittsquoten auf die Haupt-/Mittelschule seit Jahren rückläufig. Dennoch hält Bayerns Regierung an dieser Schulform eisern fest.
Andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen machen uns längst vor: Sie haben sich von der Hauptschule verabschiedet und neue Schulmodelle entwickelt, die eine wohnortnahe Beschulung ermöglichen und auf hohe Akzeptanz stoßen. Die Jugendlichen können dort den Hauptschulabschluss, die mittlere Reife, in manchen Bundesländern sogar das Abitur erlangen.
Studie: Wo in Bayern stehen wohnortnahe Schulen vor dem Aus?
Seit 2001 wurden in Bayern 540 Teilhauptschulen und 107 ehemals voll ausgebaute Hauptschulen geschlossen. Demografischer Rückgang und vermehrte Übertritte in Realschulen und Gymnasien werden weitere Schulschließungen bewirken. Der BLLV hat untersucht, wie sich das Schulsterben bis 2030 fortsetzen wird.
»Studienergebnisse für drei Szenarien
»Wo drohen Schulschließungen? - Prognose für Bezirke, Landkreise und kreisfreie Städte
»Entwicklung der Geburtenzahlen und Übertrittsquoten
Mittelschulen können das Standortsterben nicht aufhalten
Die Einführung von Mittelschulen und Schulverbünden kann ein weiteres Schulsterben nicht aufhalten.Sie haben keinen Einfluss auf die Schulwahl von Eltern. Eltern bevorzugen nach wie vor den Mittleren Schulabschluss an der Realschule, der mehr Möglichkeiten bei der Wahl anerkannter Berufsausbildungen bietet.
»Warum die Mittelschulpolitik nicht funktionieren kann
»BLLV-Umfrage: Was Schulleiter und Bürgermeister von der Mittelschule halten
Gegen Auslese, für gemeinsames Lernen
Jedes Kind hat ein Recht darauf, dass es in der Schule in seinen Stärken und Schwächen angenommen und seine individuelle Persönlichkeit berücksichtigt wird. Das gegenwärtige Schulsystem verhindert dies. Längeres, gemeinsames Lernen könnte zur Sicherung der wohnortnahen Schule beitragen.
»Warum der BLLV sich für längeres gemeinsames Lernen ausspricht
»Wie muss modernes Lernen gestaltet sein?
Allensbach-Studie: Eltern wenden sich von der Hauptschule ab
Nur noch drei Prozent der Eltern wünschen für ihre Kinder einen Hauptschulabschluss. Das geht aus einer aktuellen Allensbach-Studie zu den Bildungszielen von Eltern in Deutschland hervor. »mehr
Selbst aktiv werden: So sichern Sie die Existenz ihrer Schule
Die Erkenntnis, dass etwas geschehen muss, breitet sich immer weiter aus. Auch in Bayern suchen immer mehr Bürgermeister, Schulleiter, Kollegien und Eltern händeringend nach Lösungen, wie sie weiter ein attraktives und wohnortnahes Schulangebot in der Sekundarstufe organisieren können.
»Schritte zur Sicherung einer wohnortnahen Schule
Nur in Bayern nichts Neues
Nahezu alle Bundesländer haben ihre Schulsysteme demografischen Wandel angepasst, oder haben vor, es zu tun. Nur Bayern geht weiter den Weg der staatlich verordneten Mehrgliedrigkeit – ohne Freiraum für Modellversuche. Eine Übersicht. »mehr
Beispiele aus der Praxis
Hier bleibt kein Schüler sitzen
Ascheberg hat seine Hauptschule zu einer Gemeinschaftsschule umgebaut. Mittlerweile erfreut sie sich regen Zuspruchs. Die Schüler profitieren von einem fortschrittlichem Unterrichtskonzept, das sich ganz am einzelnen Schüler orientiert. Zur Leistungsfeststellen dienen auch Noten - aber nicht nur. »mehr
Wie eine Gemeinschaftsschule zum Erfolgsmodell wird
Handewitts Hauptschule stand vor dem Aus. Dann wandelte man Sie in eine Gemeinschaftsschule um. Und siehe da: Heute besuchen rund 1000 Schüler die Einrichtung. Mit einem modernen Lernkonzept, das den einzelnen Schüler und seine Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt, hat sie sich einen Namen gemacht. »mehr
Broschüre "Unser Ort braucht regionale Schule"
Bezugsadresse:
Die Broschüre kann beim BLLV kostenlos bestellt werden:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V.
Versandstelle
Bavariaring 37
80336 München
Tel.: 089/721001-0
E-Mail: versand (at) bllv.de
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