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Letzte Pressemeldung vom 29.7.2010

Erbsenzählerei bringt Gymnasien nicht voran

BLLV -Präsident Wenzel hält nichts vom Notenvergleich G8 / G9: „Das Gymnasium braucht einen anspruchsvollen Bildungsbegriff, Schüler und Lehrer brauchen Entlastung“ 

München - „Es ist verständlich, dass der Kultusminister zum Schuljahresende Erfolge darstellen will, etwa, dass Schüler/innen, die das achtjährige Gymnasium besuchen, genauso gute Noten erzielen wie Schüler/innen, die neun Jahre aufs Gymnasium gehen. Bildung ist aber mehr als Erbsenzählerei und ein Vergleich von Ziffernnoten. Es kommt auf die Qualität an.“ Mit diesen Worten hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, die heute präsentierten Ergebnisse einer Umfrage des Kultusministeriums zu den Jahresnoten bayerischer Gymnasiasten kommentiert. Der Notenvergleich zeige erneut, „wie anachronistisch die Vorstellung des Kultusministeriums über Lernprozesse ist.“ Wenzel erinnerte an die vielen Klagen über die extrem hohe Belastung der Schüler und Lehrer. „Sie waren laut und vernehmlich zu hören - und sie reißen nicht ab.“

Statt Notenvergleiche anzustellen, müsse das Kultusministerium daran arbeiten, wie die großen Herausforderungen, vor denen das Gymnasium steht, zu bewältigen sind: Explodierende Schülerzahlen, veränderte Sozialisationsbedingungen, die Diskrepanz zwischen alten Organisationsstrukturen, überfrachteten Lerninhalten und modernen Unterrichtsmethoden sowie schlechte Arbeitsbedingungen. „Eine Neuausrichtung ist dringend nötig“, betonte Wenzel. Vor allem sei der dem Gymnasium zugrundeliegende Bildungsbegriff neu und anspruchsvoll zu definieren. Ansonsten sei die Qualität dieser einst so stolzen Schulart nicht zu halten.

Aus Sicht des BLLV muss das Gymnasium der Zukunft zu einer inhaltlich profilierten und auf Förderung und Integration abzielenden Schulart entwickelt werden. Es basiert erstens auf einem neuen, ganzheitlichen und demokratischen Bildungsbegriff, zweitens auf stufendifferenzierten Inhalten, Didaktiken und Methoden mit schulorganisatorischen Konsequenzen, und drittens auf verbesserten Unterrichtsbedingungen.

 

Für den Inhalt verantwortlich: Andrea Schwarz, M.A., Pressereferentin des BLLV Kontakt


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