12. April 2005

Büchergeld darf weder Eltern noch Schulen belasten

München – „In der Entscheidung der Staatsregierung, künftig Büchergeld in Höhe von 20 bis 40 € zu erheben, kann schwerlich erkannt werden, dass das Prinzip der Lernmittelfreiheit erhalten bleibt.“ Mit diesen Worten kommentierte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Dannhäuser, die heute im Kabinett getroffene Entscheidung, künftig Büchergeld einzufordern.

„Der BLLV bedauert, dass Eltern immer tiefer in die Tasche greifen müssen, um die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren“, erklärte Dannhäuser. Auch wenn vorgesehen ist, sozial schwache Familien von den Kosten zu befreien oder die Kosten je nach Einkommen zu staffeln, führt die Entscheidung der Staatsregierung dazu, dass Kinder, deren Eltern, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, massiv benachteiligt werden. Sozial schlechter gestellte Eltern und viele Alleinerziehende können die finanziellen Mehrbelastungen kaum noch tragen. Schon jetzt strapaziert der Schulbesuch den Geldbeutel über die Maßen: Kopiergeld, Materialgeld, Geld für Schulausflüge und Projekte, Geld für die nötige Ausstattung vom Federmäppchen bis zur Sportkleidung, etc.

Der BLLV-Präsident sieht durch die Einführung von Büchergeld einen enormen zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Er lehnt es angesichts bereits jetzt überbordender organisatorischer und bürokratischer Anforderungen entschieden ab, dass die Schulen das Büchergeld einsammeln und ggf. die Mahnverfahren übernehmen sollen. „Schulen dürfen nicht zu Zweigstellen von Sozialämtern werden. Lehrerinnen und Lehrer dürfen nicht in die Situation gebracht werden, Schülerinnen und Schüler mit dem Stigma der Armut ihrer Eltern zu konfrontieren.


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20050412_01.pdf76 K

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