Verfolgte Lehrerinnen und Lehrer

 

 

Der BLLV erinnert an vergessene Kolleginnen und Kollegen: Mit dem Projekt Erinnern trägt der BLLV ihre Namen in einer Datenbank zusammen und rekonstruiert Lebensgeschichten von jüdischen und verfolgten Lehrern und Lehrerinnen. Vergessen oder nur noch von wenigen erinnert sind vor allem die verfolgten und ermordeten jüdischen Lehrer in Bayern. Bis jetzt liegt der Schwerpunkt des Projektes auf der Recherche und Rekonstruktion von Biografien jüdischer Lehrerinnen und Lehrer. Eine Datenbank der politisch verfolgten Lehrerinnen und Lehrer ist geplant.

 

Bisher gibt es zur Situation der jüdischen Schulen und besonders der jüdischen Lehrerinnen und Lehrer in Bayern nur wenig Literatur.(1) Die Erinnerung an die verfolgten, in die Emigration getriebenen und ermordeten Lehrer zu wahren, ist dem BLLV ein wichtiges Anliegen. Aber auch der jüdischen Lehrer der vorhergehenden Generation gedenkt das Projekt Erinnern: In den 1920er Jahren sahen sich viele jüdische Landgemeinden in Bayern bereits in einer schwierigen Situation. Abwanderung in die Städte und Geburtenrückgang hatten zu schwindenden Mitgliederzahlen geführt, vor allem gab es bald so wenige Kinder, dass vielerorts jüdische Elementarschulen schließen mussten.

 

Die Blütezeit mancher jüdischer Landgemeinde – und damit auch ihrer Schulen und Lehrer – lag in der zweiten Hälfte des 19. oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In diesem Zeitraum feierten verdiente jüdische Lehrer als Kultusbeamte 25-jähriges, 40-jähriges oder sogar 50-jähriges Dienstjubiläum. Die Erinnerung an ihr Leben und ihre Tätigkeit wurde nach der Vernichtung ihrer Gemeinden durch den Nationalsozialismus nicht mehr an die nächsten Generationen weitergegeben. Diesem Vergessen will der BLLV entgegentreten.

 

Im Sinne der Geschichtswerkstätten-Bewegung gehen Schüler auf Spurensuche und erstellen Biografien von ehemaligen Lehrern aus ihrer Stadt oder ihrem Ort.

 

Verfolgung von Lehrern

Jüdische Pädagogen