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Hier kommen Sie zu unserer neuen Website über das Projekt ERINNERN des BLLV

 

 

 

Erinnern -
ein Geschichtsprojekt des BLLV

"Mit dem Projekt Erinnern setzt sich der BLLV mit der Geschichte jüdischer und verfolgter Lehrer und Lehrerinnen im Nationalsozialismus auseinander.

Wir wollen mit diesem Projekt einen Beitrag liefern zu einer nachhaltigen Erinnerungsarbeit an die Opfer des Nationalsozialismus auch nach dem Tod der letzten Zeitzeugen."

Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV

 

 

Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer
25. Januar 2018, 14:00 bis 18:00 Uhr, Gedenkfeier 19:00 bis 21:00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum, Auditorium, Brienner Straße 34, 80333 München

Die Zukunft der Erinnerung

Initiativen und Projekte bayerischer Schulen zur Erinnerung an die Verfolgten des NS-Regimes


 

Die Erinnerung an die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur ist auch vier Generationen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von zentraler Bedeutung für das Selbstverständnis der Bundesrepublik. Auf vielen Ebenen wird versucht, diese Geschichte jüngeren Generationen zu vermitteln. Entgegen wiederholter Behauptungen ist bei den heutigen Jugendlichen durchaus Interesse an dieser Geschichte vorhanden.

 

In der Bildungsarbeit spielen die Erinnerungen von Überlebenden der NS-Verfolgung dabei bis heute eine prägende Rolle. Sie vermitteln Schülerinnen und Schülern unmittelbar und persönlich, was Ausgrenzung und Verfolgung für sie bedeuteten und welche Folgen damit verbunden waren. Die Generation der Zeitzeugen wird die Erinnerungsarbeit nicht mehr lange begleiten. Wie aber kann diese an den Schulen fortgeführt und weiterentwickelt werden? Welche Formate und Methoden bieten sich für eine zeitgemäße Erinnerungsarbeit an? Diese Fragen greift die Fortbildung auf und stellt den Teilnehmenden aktuelle Projekte schulischer Erinnerungsarbeit vor.

 

Die Fortbildung soll Lehrerinnen und Lehrern Anregungen für eigene Projekte an Schulen geben. Darüber hinaus werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit vorgestellt und diskutiert.

 

 

PROGRAMM

 

14:00 Uhr Wir dürfen nicht vergessen
Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums
Dr. Dieter Reithmeier, Geschäftsführer des BLLV

 

14:15 Uhr Die schulische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus Rückblick und Perspektiven
Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner, LMU München;Didaktik der Geschichte und Public History

 

15:00 Uhr Schulische Erinnerungsarbeit heute: Schulen stellen ihre Projekte vor

 

16:00 Uhr Bildungsangebote des NS-Dokumentationszentrums München, Felizitas Raith, Dr. Thomas Rink

 

17:00 Uhr Informationsbörse – Projekte und Initiativen stehen zum Gespräch zur Verfügung

 

18:00 Uhr Imbiss

 

19:00 Uhr Gedenkfeier für die ermordeten jüdischen Lehrerinnen und Lehrer
Gedenkrede, Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

 

        Zur Anmeldung

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Folgende Schulen stellen sich vor:


Berufsfachschule für Kinderpflege an der Tumblingerstr., München Wanderausstellung und Studientag über KZ-Häftlinge (10./11. Jahrgangsstufe)

Eichendorff-Gymnasium Bamberg und Gymnasium Grafing: W-Seminare mit Biographierecherchen von jüdischen Lehrern/innen und/oder KZ-Häftlingen (11./12. Jahrgangsstufe)

Realschule Vinzenz von Paul, Markt Indersdorf: Zeitzeugenprojekt über das Kinderheim für Displaced Persons in Markt Indersdorf (9. Jahrgangsstufe)

Mittelschule an der Guardinistraße, München: Tanz- und Theaterperformance – Ausgrenzung und Verfolgung im Nationalsozialismus (8. Jahrgangsstufe)

Berufsoberschule Wirtschaft und Verwaltung München: Widerstand – Entwicklung eines Audioguides (Oberstufe)

 Melanchthon-Gymnasium Nürnberg und Gymnasium Eckental: Peerguiding-Projekte „Schalom Forth“ und „Schalom Melanchthon“ in Fürth und Nürnberg (9. Jahrgangsstufe)

Luisengymnasium München: Szenische Lesung

 

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Gedenkfeier

Gedenkfeier für die während der NS-Zeit wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordeten Lehrerinnen und Lehrer

Donnerstag, 25. Januar 2018, 19:00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum München, Briennerstr. 34

Anmeldung ist nicht erforderlich

In Bayern gab es Anfang der 30er Jahre nach einer Recherche des BLLV etwa 800 Lehrerinnen und Lehrer jüdischer Abstammung. Es waren Lehrerinnen und Lehrer an Volksschulen und Gymnasien, Religionslehrer, Fachlehrerinnen und Fachlehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher.

Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden nachweislich mindestens 146 Pädagoginnen und Pädagogen deportiert und ermordet. Andere verstarben vor ihrer Deportation oder konnten emigrieren.

An diese Opfer des Nationalsozialismus wollen wir als Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) zusammen mit dem Verein Gedächtnis Buch für die Häftlinge des KZ Dachau und dem NS-Dokumentationszentrum München anlässlich des Holocaustgedenktages erinnern.

wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordete Lehrer/in

Programm

Warum wir nicht vergessen dürfen
Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des NS-Dokumentataionszentrums
Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV

Gedenken an die Opfer
Georg Einsenreich, Bayerischer Staatssekretär für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Aufstehen gegen Vergessen und Unrecht - Erinnerungsarbeit an bayerischen Schulen
Filmeinspielung (Regie: Julian Monatzeder)

Moderne Gedenkkultur - 70 Jahre nach der Shoah, wie kann das Gedenken gelingen
Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Verfolgung, Verzweiflung, Deportation, Tod - Biografien
Lesung der von Schülern erarbeiteten Biografien

Hans Neumeyer (1887 bis 1944), Ferdinand Kissinger (1891 bis 1941),  Rudolf Kaufmann (1909 bis 1941), Kurt Schroeter (1882 bis 1944), Arnold Seliger (1877 bis 1942)

Namenslesung

Musikalische Umrahmung
Hans Neumeyer (Komponist und Musiklehrer, 1887 bis 1944 Theresienstadt)
Trio für Violine, Viola und Violoncello (1939/40) und Duo für Violine und Viola (1940)

 

 

 

Ziel des Projekts Erinnern des BLLV ist es, die Namen der Lehrerinnen und Lehrer, die aus rassischen oder politischen Gründen während der Zeit des Nationalsozialismus in Bayern verfolgt wurden, zu recherchieren und öffentlich zugänglich zu machen. Seit dem Jahr 2008 entstand eine Datenbank mit 705 Namen von jüdischen Lehrerinnen und Lehrern unterschiedlicher Ausbildung, die in bayerischen Archiven von der Projektleiterin Sabine Gerhardus im Auftrag des BLLV recherchiert wurden. In den nächsten Jahren soll entsprechend eine Datenbank für politisch verfolgte Lehrer und Lehrerinnen aufgebaut werden.

Die Datenbank ist Grundlage für die Arbeit in den W(issenschafts)-Seminaren der bayerischen Gymnasien im Fach Geschichte. In diesem Rahmen können Schüler, die sich für dieses Thema interessieren, unter fachlicher Begleitung von Sabine Gerhardus Biografien von verfolgten Lehrern erarbeiten. Sie lernen durch Quellensuche und Archivarbeit Methoden der historischen Recherche kennen und leisten gleichzeitig wertvolle Erinnerungsarbeit.

Neben der Arbeit mit den W-Seminaren ist es Ziel, die Datenbank weiter zu komplettieren und eine zweite Datenbank mit Namen politisch verfolgter Lehrerinnen und Lehrern aufzubauen.

Infoflyer zum BLLV-Projekt Erinnern

Sie können ein Infoflyer über das Projekt kostenlos (mit Angabe der Anzahl) bei der BLLV-Geschäftsstelle anfordern versand(at)bllv.de

oder als pdf Flyer: Jüdische Lehrer und Lehrerinnen in Bayern.pdf downloaden.

Unterrichtsmaterialien zur deutsch-jüdschen Geschichte

Die Bundeszentrale für politische Bildung gibt interessantes und anwendungsorientiertes Unterrichtsmaterial für alle Schulstufen und Schularten zum Thema Deutsch-jüdische Geschichte im Unterricht heraus inklusive eines Planspiels. Außerdem finden Sie auf der Homepage der Bundeszentrale eine Praxisbörse. 

Ein Besuch der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung lohnt sich.

Zusammenarbeit

Das Projekt Erinnern arbeitet eng zusammen mit der Initiative Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau. Das Projekt wird geleitet von Sabine Gerhardus, die seit 1999 für diese Initiative arbeitet.

Sie interessieren sich?

Wenn an Ihrer Schule bereits Projekte und Recherchen zu jüdischen Schulen oder jüdischen Lehrern durchgeführt wurden, wären wir sehr dankbar, wenn Sie den Fragebogen ausfüllen und an uns mailen.

Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit bei der Recherche über politisch verfolgte Lehrer haben, wenden Sie sich an die Geschäftsführung des BLLV (089 72100123 oder sekretariat@bllv.de )

Zum Fragebogen