11.10.2017

ADHS – eine Frage des relativen Alters im Klassenverband?

Kamingespräch am 30. November mit Prof. Dr. Amelie Wuppermann

 

Rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bekommen die Diagnose ADHS, Tendenz steigend. Eine neue Studie legt Zweifel daran nahe, ob wirklich so viele Kinder krank sind. Die Gesundheitsökonomin Prof. Dr. Amelie Wuppermann stellt die Untersuchung beim BLLV-Kamingespräch am 30. November vor.

 

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Prof. Dr. Amelie Wuppermann. Foto: privat

Gut 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bekommen eine Diagnose der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Tendenz über die Zeit steigend. Etwa ein Drittel von ihnen wird mit Medikamenten behandelt, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen. Angesichts dieser erschreckenden Zahlen kommt immer wieder die Frage auf, ob wirklich so viele Kinder psychisch krank sind.

 

Amelie Wuppermann, Juniorprofessorin für Volkswirtschaftslehre mit Forschungsschwerpunkt Gesundheitsökonomik an der LMU München, hat sich diesem Thema gewidmet und Faktoren untersucht, die eine ADHS-Diagnose bestimmen. Dabei hat sie besonderes Augenmerk auf die relative Altersposition von Kindern in ihrem Klassenverband gelegt. Da die ADHS-Symptome altersabhängig sind und eine ADHS-Diagnose relativ zu einer Vergleichsgruppe gleichaltriger Kinder gestellt werden soll, besteht für im Vergleich zum Rest einer Klasse junge Kinder das Risiko, dass ihr altersbedingter relativer Entwicklungsrückstand als ADHS interpretiert wird.

 

Tatsächlich zeigen Professor Wuppermanns Analysen mit bundesweiten und kassenübergreifenden Abrechnungsdaten der niedergelassenen Ärzte in Deutschland ein um 25 Prozent erhöhtes ADHS- Diagnoserisiko für Kinder, die vor Einschulungs- stichtagen geboren sind – und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den jüngsten ihrer Klasse gehören. Auch ADHS-Medikamente bekommen diese Kinder mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit.

 

Im Kamingespräch am 30. November 2017 wird Amelie Wuppermann über die Ergebnisse ihrer Studie berichten und über mögliche Ursachen für diesen Zusammenhang mit Ihnen diskutieren.

Wir laden Sie – gerne auch in Begleitung – zu diesem Abend ein, der bei Fingerfood und Wein ausklingt.

 

» Bitte melden Sie sich an

 

Zeit und Ort:

Donnerstag, 30. November 2017, 19:00 Uhr,
BLLV-Landesgeschäftsstelle, Bavariaring 37, 80336 München

 

Veranstalter:
BLLV-Akademie e.V.

 

Anreise:
Ab Hauptbahnhof mit U1/U2 bis Sendlinger Tor, umsteigen in U3/U6 Richtung Implerstraße. Poccistraße aussteigen, den hinteren Ausgang links zur Lindwurmstraße hoch und diese weitergehen, in die Stielerstraße links und am Bavariaring rechts einbiegen.  Es stehen leider keine kostenfreien Parkplätze zur Verfügung.

 

» Programmflyer

 

 

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Die Teilnahme ist kostenlos.

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Datum 17.11.2017
 

 

Unser Gast

 

Amelie Wuppermann studierte Volkswirtschaftslehre in Deutschland, Frankreich und den USA und wurde 2011 an der LMU München promoviert. Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Mainz ist sie seit 2012 Juniorprofessorin für Mikroökonometrie an der LMU München. Dort unterrichtet sie Studierende in den Fächern statistische Methoden und Gesundheitsökonomik und forscht zu verschiedenen Themen aus dem Bereich der empirischen Gesundheitsökonomik, unter anderem zu der Frage, wie bildungspolitische Maßnahmen die Gesundheit von Kindern beeinflussen.


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