Steiler Absturz der Akzeptanz der Haupt-/Mittelschule: Nur noch drei Prozent der Eltern wünschen sich laut einer Allensbach-Studie für ihr Kind einen Hauptschulabschluss.

Eltern wenden sich von der Hauptschule ab

Aktuelle Allensbach-Studie bestätigt BLLV-Untersuchung

Nur noch drei Prozent der Eltern wünschen für ihre Kinder einen Hauptschulabschluss.  Das geht aus einer aktuellen Allensbach-Studie zu den Bildungszielen von Eltern in Deutschland hervor. Dieses Ergebnis bestätigt die BLLV-Studie „Die Zukunft der wohnortnahen Schule“, die in den kommende zwei Jahrzehnten vielen Haupt-/Mittelschulen das Aus prophezeit.

 

Der Grund dafür liegt im demografischen Rückgang und im veränderten Schulwahlverhalten. Die Quote der Schuler, die ans Gymnasium oder die Realschule wechseln, wird weiter wachsen.

 

Die jetzt vorgelegte Studie der Vodafone-Stiftung belegt eindrucksvoll, welche Schulart Eltern bevorzugen. 66 Prozent aller befragten Eltern wünschen für ihre Kinder das Abitur, 23 Prozent die mittlere Reife und nur noch drei Prozent den Hauptschulabschluss. Das ist ein massiver Rückgang. Für die repräsentative Studie befragte das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Stiftung bundesweit 1256 Eltern.

Die Akzeptanz des Hauptschulabschlusses hat damit dramatisch abgenommen. Bei einer Befragung des Instituts  für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund aus dem Jahr 2000 gaben sich noch 13 Prozent der Eltern mit dem Hauptschulabschluss zufrieden.

 

Kinder sollen auf’s Gymnasium – auch entgegen der Lehrerempfehlung
Bei der Entscheidung über die Wahl einer weiterführenden Schule wollen 48 Prozent der Eltern das letzte Wort haben. Nur 23 Prozent würden das Urteil der Lehrkraft überlassen. Von den Eltern, die der Oberschicht zugerechnet werden, würden sogar 56 Prozent ihr Kind auch dann  aufs Gymnasium schicken, wenn die Gymnasial-Empfehlung knapp verpasst wurde.


Bildung genießt der Umfrage zufolge einen hohen Stellenwert bei den Eltern. 94 Prozent von ihnen  verbinden mit guter Bildung bessere Chancen im Beruf, für  83 Prozent ist sie die Basis für berufliche Aufstiegsmöglichkeiten.  Die Befragten legen Wert auf ein breites Wissen, gutes sprachliches Ausdrucksvermögen und Manieren. Ebenfalls wichtig, aber eher zweitrangig für eine gute Bildung, sind für die Eltern naturwissenschaftliche Kenntnisse und wirtschaftliches Verständnis.

 

Eltern legen Wert auf individuelle Förderung
Ein hohes Anforderungsniveau halten dagegen nur wenig Eltern für ein Merkmal einer guten Schule (32 Prozent). Wesentlich wichtiger ist ihnen die individuelle Förderung ihrer Kinder. 76 Prozent der Befragten wünschen eine gezielte Förderung ihrer Sprösslinge nach deren jeweiligen Bedürfnissen, 71 Prozent spezielle Förderkurse für benachteiligte Schüler.

Dennoch bevorzugt  die Mehrheit der Eltern, nämlich 52 Prozent, Lehrkräfte, die viel fordern und auf Disziplin achten.

 

Links:
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