17. August 2017

BLLV-Projekt Erinnern: Vier neue Biographien

Schülerinnen aus Bamberg und Grafing haben jüdische Lehrerschicksale während der NS-Zeit recherchiert

Das Projekt Erinnern des BLLV umfasst vier neue Biografien. Neu vorgestellt werden die Schicksale von Rudolf Däbritz (Casimiranum Coburg), Rudolf Kaufmann (Internatsschule „Prediger Hirsch“), Arnold Seliger (Lehrer der jüdischen Gemeinde Lichtenfels) und Moses Wetzler (Religionslehrer in Würzburg) während der NS-Zeit. Eine Projektarbeit im W-Seminar der 12. Klasse Gymnasium. 

 

Gegenstand des W-Seminars unter Vermittlung des BLLV ist das Erlernen wissenschaftlicher Methodik zum Umgang mit historischen Quellen. Dazu arbeitet der BLLV mit der Historikerin Sabine Gerhardus zusammen, die die Schüler und Schülerinnen fachlich begleitet. Gerhardus ist gleichzeitig Projektleiterin der Sammlung „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“. Im Auftrag des BLLV hat sie seit 2008 bereits mehr als 700 Namen verfolgter jüdischer Lehrer und Lehrerinnen ermittelt.

 

Lehrer aus Coburg, Lichtenfels und Würzburg

Neu hinzugekommen sind im Schuljahr 2016/17 Rudolf Däbritz (1880 – 1945), Direktor am Gymnasium Casimiranum in Coburg, Rudolf Kaufmann (1909 – ca. 1941), Lehrer an der jüdischen Internatsschule „Prediger Hirsch“ in Coburg, Arnold Seliger (1877 bis 1942), Lehrer, Kantor und Kultusbeamter der jüdischen Gemeinde in Lichtenfels sowie Moses Wetzler (1848 bis 1921), jüdischer Religionslehrer in Würzburg und Schwanfeld. Nachzulesen sind die Biographien hier.

 

Recherchiert und aufbereitet wurden die Biographien von Hanna Kästner, Laura Ernst, Franziska Haupt und Vera Deinlein. Die Seminare leiteten jeweils die Geschichtslehrer Daniel Wächter (Eichendorff-Gymnasium) und Petra Köpf (Gymnasium Grafing).


W-Seminar „Namen statt Nummern“

Unter dem Titel „Namen statt Nummern“ rekonstruieren Schüler und Schülerinnen die Lebensläufe jüdischer Lehrer und Lehrerinnen aus Bayern, die während des Nationalsozialismus politisch verfolgt wurden. Dazu steht ihnen der Stundenrahmen des Wissenschafts- oder Projektseminars in der gymnasialen Oberstufe zur Verfügung. Gedächtnisbuch-Projektleiterin Sabine Gerhardus begleitet sie dabei wissenschaftlich.

 

Für das Schuljahr 2017/18 sind noch fünf Plätze frei. Interessierte Lehrer und Lehrerinnen, die ein W- oder P-Seminar leiten, wenden sich an Sabine Gerhardus. Ein besonderer Fokus liegt im kommenden Schuljahr auf den Bezirken Unter- und Mittelfranken. Dort gab es nicht nur zahlreiche jüdische Landgemeinden, sondern auch wichtige Einrichtungen des jüdischen Bildungswesens wie die Israelische Realschule in Fürth oder das Israelitische Institut zur Lehrerfortbildung in Würzburg. 

 

Hier geht's zum Webauftritt der Schulkooperation mit dem Gedächtnisbuch



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