28. September 2017

BLLV und Erzdiözese München und Freising setzen ein Zeichen für respektvolles Miteinander

Ordinariatsdirektorin Sandra Krump und BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann stellen gemeinsam herausgegebene Broschüre „Religiöse und kulturelle Vielfalt“ vor

 

Globalisierung, demografische Strukturveränderungen und Migrations- beziehungsweise Fluchtbewegungen verändern Gesellschaften weltweit. Damit einher geht ein immer unüberschaubarer öffentlicher Diskurs, der teilweise dazu führt, dass komplexe Sachverhalte vereinfacht dargestellt und Vorurteile geschürt werden. Die Sorge darüber hat den BLLV und die Erzdiözese München und Freising dazu bewegt, gemeinsam die Broschüre „Religiöse und kulturelle Vielfalt an Schulen“ herauszugeben. Mit der Broschüre sollen Zeichen gesetzt werden. „Zeichen gegen Hetze, die uns immer wieder begegnet, und Feindschaft, die leider oft religiös motiviert ist. Zeichen für eine positive Wahrnehmung von Vielfalt und eine bereichernde Gestaltung des Miteinanders“, erklärten die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, und die Leiterin des Ressorts Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat München (EOM), Sandra Krump, übereinstimmend. Beide forderten „eine intensive Debatte darüber, wie wir in unserer Gesellschaft miteinander umgehen und welches Vorbild wir Heranwachsenden sein wollen“.


Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in den Räumen des Erzbischöflichen Ordinariats stellten Fleischmann und Krump die Broschüre und ihr damit verbundenes Anliegen vor. Auf rund 90 Seiten erhalten Lehrkräfte neben grundlegenden und wissenschaftlichen Beiträgen konkrete Anregungen und Tipps für den schulischen Alltag. Unterrichtsmaterialien sollen helfen, die integrative Arbeit trotz aller Schwierigkeiten optimal fortsetzen zu können. Ziel ist es, wertschätzendes Miteinander zu stärken und alle am Schulleben Beteiligten darin zu unterstützen, die Potentiale von Vielfalt zu erkennen und zu nutzen.

 

„Kulturelle und religiöse Vielfalt gehört im Schulalltag zur Normalität“, betonte Fleischmann. Besonders an den Grund- und Mittelschulen würden Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation aufeinandertreffen. „Die Lehrerinnen und Lehrer leisten dort Integrationsarbeit im besten Sinne. Dies geschieht selbstverständlich, unaufgeregt und auch erfolgreich.“ Allerdings würden ihre Bemühungen oft unterlaufen – sei es durch schlechte Rahmenbedingungenoder aber durch gesellschaftliche Entwicklungen außerhalb von Schule. „Ihre Arbeit wird dadurch ungemein erschwert“, kritisierte die BLLV-Präsidentin.

 

Junge Menschen müssten aber erleben dürfen, wie bereichernd und stabilisierend Werte wie Toleranz, Wertschätzung, Achtsamkeit und Anerkennung sind. Sie bräuchten Orientierung und Begleitung und in der Bildung liege der Schlüssel. „Sie ist das Fundament für die Entwicklung von rücksichtsvollen und respektvollen Persönlichkeiten.“ Der BLLV habe dieses Anliegen bereits im vergangenen Jahr mit seinem Manifest: HALTUNG ZÄHLT zum Ausdruck gebracht. „Wer Menschen sieht, Respekt gibt und fordert, wer dem Gegenüber einen Platz zuerkennt und Strukturen schafft, die Sicherheit vermitteln, hilft Menschen, Orientierung zu finden - gleich welcher Herkunft.“

 

Im Gespräch mit der Erzdiözese München und Freising habe man sich nun gefragt, wie den Themen Toleranz und Heterogenität an Schulen zu begegnen sei und was Lehrkräfte brauchen, um entsprechend agieren zu können.

 

Die Leiterin des Ressorts Bildung im EOM, Sandra Krump, warb dafür, religiöse Vielfalt als Bereicherung zu sehen: „Wir dürfen Religion nicht als Problem verstehen und aus dem schulischen Miteinander verbannen, in der falschen Hoffnung, dadurch Konflikte zu vermeiden.“ Stattdessen gelte es, die religiöse, aber auch die soziale und kulturelle Prägung der Kinder und Jugendlichen wahrzunehmen und als Chance zu sehen: „Gerade in den Schulen kann eingeübt werden, wie man anderen Überzeugungen mit Respekt und Interesse begegnet, ohne dass die Tradition des eigenen Glaubens geschmälert oder aufgegeben werden muss.“ Ziel müsse eine „Kultur aufrichtiger Begegnung“ sein.

           

Die Kooperation von Staat und Kirche, durch die die unterschiedlichen christlichen Konfessionen ihren Platz an den Schulen fänden, habe sich dabei sehr bewährt und biete auch eine große Chance in Hinsicht auf die zunehmende religiöse und kulturelle Vielfalt, betonte Krump. Es gehe nicht darum, eine Vermischung der Religionen zu betreiben, sondern im Gegenteil darum, in der Schule das Grundrecht auf Religionsfreiheit in positiver Weise praktisch zu ermöglichen und einzuüben. Wobei vor allem ein gemeinsames Ziel für alle gelte: „zu Frieden und Verständigung beizutragen, die anderen zu achten, so wie man auch selbst von anderen geachtet wird.“ Die Schulen seien eine Welt im Kleinen, so die Ressortleiterin: „Was hier gelingt, kann auch in der Gesellschaft gelingen.“   

Broschüre "Religiöse und kulturelle Vielfalt an Schulen"

 

Andrea Schwarz, BLLV-Pressereferentin M.A. Tel: 089/ 72 100 129, presse (at) bllv.de

 

 

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