14. Juni 2017

Ausbildungsreform statt Aktionismus

Die Förderlehrer im BLLV kritisieren eine Unterschriftenaktion der KEG zur Legalisierung des eigenständigen Unterrichts im Fachbereich Deutsch als Zweitsprache und fordern stattdessen eine Umstellung der Ausbildung

 

Die Katholische Erziehergemeinschaft Bayern (KEG) hat im Mai 2017 eine Unterschriftenaktion an Schulen gestartet. Angestrebt werden soll die Legalisierung des eigenständigen Unterrichts im Fachbereich Deutsch als Zweitsprache (DAZ) und eine Erlaubnis für Förderlehrer, Noten zu erteilen. Die KEG fordert, Förderlehrer in den Artikel 59 BayEUG aufzunehmen.

Die BLLV-Fachgruppe Förderlehrer begrüßt grundsätzlich Aktionen, die auf Verbesserungen im dienstlichen Alltag abzielen. Dennoch möchten sich die Förderlehrer im BLLV von der populistischen und verkürzenden Argumentation der KEG distanzieren. Die Voraussetzung, um als Lehrkraft im Artikel 59 BayEUG anerkannt werden zu können, wäre eine Umstellung der Förderlehrerausbildung und der damit verbundene Erwerb einer Lehrbefähigung.

Die Förderlehrer im BLLV möchten konkret auf sachlich falsche Aussagen der KEG hinweisen. In den Flyern zur Unterschriftenaktion heißt es unter anderem:

 

Förderlehrer sind intensiv ausgebildet in Deutsch als Zweitsprache

Es sind gemäß der Stundentafel 2 Wochenstunden an den Staatsinstituten (Mathematik und Deutsch werden dagegen jeweils mit 5 Wochenstunden unterrichtet).

 

Förderlehrer legen unter anderem im Fach Deutsch als Zweitsprache ihre Staatsprüfung ab

Förderlehrer legen keine Staatsprüfung ab. An den Staatsinstituten handelt es sich um eine Abschlussprüfung. Am Ende des Referendariats steht die sogenannte „zweite Prüfung“. Staatsprüfungen gibt es nur für die Lehrämter.

 

Förderlehrer führen Fortbildungen auf verschiedenen Ebenen durch

Dies kann im Einzelfall zutreffend sein, ist aber so nicht vorgesehen.

 

Förderlehrer unterrichten eigenverantwortlich Deutsch als Zweitsprache

Das ist nicht erlaubt. Der widerrechtliche Einsatz von Förderlehrern als eigenverantwortliche Lehrkräfte steht im Widerspruch zur Dienstanweisung.

Die Förderlehrkraft kann zwar selbständig und eigenverantwortlich unterrichtliche Aufgaben übernehmen, dazu kann auch die Förderung im Bereich Deutsch als Zweitsprache (nach §29 GrSO und nach § 38 MSO) zählen. Bei Deutsch als Zweitsprache handelt es sich jedoch um ein reguläres Unterrichtsfach, das auch zu benoten ist. Förderlehrer dürfen aber nur förderlehrerspezifisch tätig werden, das heißt, sie dürfen nur analog zu den Einsätzen in der Regelklasse in Kooperation eingesetzt werden. Die eigenverantwortliche Erteilung des Faches Deutsch als Zweitsprache durch den Förderlehrer samt Leistungserhebung und Notengebung würde sogar einer erfolgreichen Anfechtung von Noten und Prüfungsergebnissen Vorschub leisten. Dies wird darum von den Förderlehrern im BLLV strikt abgelehnt.

 

 

 



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