06. November 2012

Vor der Versicherung sind Adam und Eva gleich

Unisex-Tarife ab 21. Dezember - Wer wechseln sollte

Unisex-Tarife bei Versicherungen

Frauen haben gut lachen, Männer werden schmollen: Mit Einführung der Unisex-Tarife im Dezember 2012 wird es für Eva bei Versicherungen meist günstiger. Foto: Alexandra H. / pixelio.de

Bei Versicherungsverträgen hält zum 21. Dezember 2012 die Gleichstellung Einzug. Männer müssen bei neuen Policen mit höheren Beiträgen rechnen, Frauen können unter Umständen zu günstigeren Konditionen als bisher abschließen. Was jetzt zu beachten ist.

 

Mit seinem im März 2011 gesprochenen Urteil hob der Europäische Gerichtshof die Versicherungswirtschaft aus den Angeln: Das Prinzip der Geschlechterunterscheidung bei den Tarifen stellt nach Ansicht der Richter eine unzulässige Diskriminierung dar. Versicherungen müssen deshalb künftig geschlechtsneutrale Tarife anbieten. In Deutschland wird die Umstellung zum  21. Dezember 2012 vollzogen.

 

Vor allem bei den privaten Krankenversicherungen wirkt sich dies massiv aus. Weil eben Frauen die Kinder bekommen und nicht die Männer, weil sie länger leben und öfter zum Arzt gehen, mussten sie in der Vergangenheit hier tiefer in die Tasche greifen.  Das ändert sich Ende Dezember mit Einführung der Unisex-Tarife, die künftig für alle Versicherungsparten vorgeschrieben sind.

 

So wirkt sich die Umstellung aus:

  • Private Krankenversicherung:  Bei Neuabschlüssen müssen Männer mit deutlich höheren Beiträgen als bisher rechnen. Sie sollten sich mit dem Abschluss eines Vertrags beeilen. Wer ohnehin eine private Krankenversicherung abschließen will, zum Beispiel Lehramtsanwärter, sollte dies sobald wie möglich tun. Frauen dagegen sollten abwägen: Ihre Prämien dürften bei Neuverträgen künftig günstiger ausfallen als bisher. Ein Versicherungs- oder Tarifwechsel kann sich lohnen.

    Fast alle Versicherer bieten eine Umtauschoption für Verträge an, die jetzt abgeschlossen werden. Sollte der neue Unisextarif günstiger sein, kann man innerhalb einer gewissen Frist ohne Probleme wechseln.
  • Dienstunfähigkeitsversicherung: Hier werden Männer künftig wesentlich mehr zahlen müssen als bisher. Für sie kann es sich also lohnen, noch im November Alternativangebote einzuholen. 
  • Kfz-Versicherung: Männer werden hier wohl künftig höhere Beiträge als bisher zahlen müssen. Aber auch für Fahranfängerinnen könnte es teurer werden.
  • Risiko- und Kapitallebensversicherungen: Frauen mussten in der Vergangenheit deutlich weniger tief in die Tasche greifen als Männer. Das ändert sich zum 21. Dezember 2012. Dann müssen sie das höhere Versicherungsrisiko von Männern mitschultern und mit höheren Prämien rechnen.
  • Altverträge: Sie genießen Bestandsschutz und werden zu den bestehenden Versicherungsbedingungen weitergeführt. Das Recht in einen günstigeren Tarif zu wechseln, hat man weiterhin.

Tipp: Wer neu abschließen oder die Versicherung wechseln möchte, sollte dies nicht erst am 19. Dezember tun, sondern sobald wie möglich, sonst kann die Versicherung nicht mehr termingerecht policiert werden. BLLV-Wirtschaftsdienst

 

Der BLLV-Wirtschaftsdienst berät Sie gerne

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Telefon:  089 - 286762-6
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Mehr zum Thema:
» Finanztest: Versicherungen für Mann und Frau gleich

 

Foto: Alexandra H.  / pixelio.de



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