15. November 2017

Digitales Lernen: Wirtschaft fordert Qualifizierung von Lehrkräften

Studie legt Defizite in Aus- und Fortbildung offen

Mobiles Lernen mit dem Smartphone - vielleicht sogar in der Aula - ist an Bayerns Schulen derzeit die Ausnahme. Das zeigt eine Studie der bayerischen Wirtschaft.

Bayerns Lehrkräfte haben Nachholbedarf beim digitalen Lernen. Ihnen fehlt es an Kompetenzen, digitale Medien gezielt für interaktives Lernen einzusetzen. Zu diesem Schluss gelangt eine Studie der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Die vbw fordert nun massive Investitionen in die Aus- und Fortbildung von Lehrern. Der BLLV schließt sich diesem Appell an die Staatsregierung an.

 

Für die Studie im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) lies Professor Dr. Frank Fischer von der Ludwig-Maximilians-Universität München 410 Lehrkräfte aller Schularten befragen. Zudem untersuchte er Lehrpläne sowie Curricula in der Lehrerbildung.

 

Zwei Drittel der Lehrkräfte gaben an, dass ihre Schule technisch gut ausgestattet sei. Die Mehrzahl der Klassenzimmer verfüge mittlerweile mit Beamer, Computer und Internetzugang. Allerdings fehlt es an mobilen Endgeräten, die interaktives Lernen unterstützen. Nur an 17 Prozent der Schulen gibt es Tablets in ausreichender Zahl, knapp die Hälfte hat überhaupt keine.

 

Mehr interaktives Lernen, weniger Präsentieren
In der Folge beschränkt sich die Mehrzahl der Lehrerinnen und Lehrer darauf, mit digitalen Medien Lehrstoff vorzuführen. Nur 41 Prozent der Lehrkräfte verwenden sie für interaktives Lernen. „Die Qualität des Medieneinsatzes muss dringend gesteigert werden – weniger reines Präsentieren, mehr konstruktive und interaktive Lernaktivitäten“, kommentiert vbw-Präsident Alfred Gaffal diese Zahl.

 

Allerdings sind viele Lehrerinnen und Lehrer für den Einsatz von digitalen Geräten und Medien beim interaktiven Lernen nicht oder nur wenig geschult, wie die vbw-Studie weiter zeigt. Gaffal fordert deshalb massive Investitionen in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Derzeit vermitteln Universitäten nur sehr unsystematisch Kompetenzen für das Unterrichten mit digitalen Medien. Besser sieht es im Fortbildungsbereich aus. Dort nimmt das Thema mittlerweile breiten Raum ein. Allerdings fehlt auch hier ein Gesamtkonzept, das die einzelnen Angebote zu einem stimmigen Ganzen verbindet.

 

Studie bestätigt BLLV-Befragung
Der BLLV gelangte in einer groß angelegten Lehrerbefragung vor einem Jahr zu ähnlichen Ergebnissen. Darin monierten die Befragten nicht nur Mängel an der technischen Ausstattung und deren Betreuung. Als mindestens genauso großes Problem sahen sie fehlende Schulungen an. Die vbw-Studie nimmt der BLLV zum Anlass erneut massive Investitionen in die IT-Infrastruktur der Schulen sowie in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften zu fordern.

 

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