25. Januar 2005

Lehrer sind keine Halbtags-Jobber

BLLV-Präsident Albin Dannhäuser begrüßt Anhörung im Landtag zur Lehrerarbeitszeit

München – "Lehrerinnen und Lehrer sind keine Halbtags-Jobber. Sie brauchen den Vergleich ihrer Arbeitszeit mit der im öffentlichen Dienst oder in der freien Wirtschaft nicht zu scheuen." Diese Feststellung traf der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Dannhäuser, nach der heutigen Anhörung im Bayerischen Landtag, bei der es um neue Arbeitszeitmodelle für Lehrerinnen und Lehrer ging. Dannhäuser forderte, die Lehrerarbeitszeit neu zu berechnen und die besonderen psychischen und physischen Belastungen zu berücksichtigen. Die Anhörung, an der Experten aus verschiedenen Bundesländern und Ländern der Europäischen Union teilnahmen, fand vor allem auf Anregung des BLLV statt. Ziel war es, mehr Klarheit und Vergleichbarkeit in die Lehrerarbeitszeit zu bringen.

Der BLLV-Präsident begrüßte das Bemühen der Ausschüsse für den Öffentlichen Dienst und für Bildung, das komplexe Tätigkeitsfeld Schule transparenter zu machen. "Wir sehen in der objektiven Darstellung der Fülle von Lehreraufgaben einen Beitrag, mit dem gängigen Vorurteil aufzuräumen, dass Lehrerinnen und Lehrer einen bequemen Halbtags-Job haben."

Neben der reinen Unterrichtszeit müssen Lehrerinnen und Lehrer eine Fülle zusätzlicher Aufgaben bewältigen, weil sich immer mehr Institutionen aus der Erziehung abgemeldet haben. Zur Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern gehören zahlreiche weitere Aufgaben, die geleistet werden müssen, wie z.B. die Zusammenarbeit mit Eltern, Schulpsychologen und Jugendämtern, Betreuung und Beratung von Schülerinnen und Schülern, Teilnahme an Fortbildungen oder die Bewältigung einer Fülle von Verwaltungsaufgaben. Dannhäuser forderte, dass diese außerunterrichtlichen und schulbezogenen Tätigkeiten bei der Berechnung der Gesamtarbeitszeit berücksichtigt werden. Um die Leistungsfähigkeit und Berufszufriedenheit der Lehrer zu sichern, müssen bei der Neubewertung der Lehrerarbeitszeit die Lehrerorganisationen einbezogen werden.

"Die Öffentlichkeit muss in geeigneter Form über das tatsächliche Arbeitspensum vom Lehrerinnen und Lehrern informiert werden", verlangte Dannhäuser. In anderen Ländern ist es bereits gängige Praxis, die Bemessung der Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern nicht allein auf der Grundlage von Unterrichtszeitverpflichtung durchzuführen. In der Schweiz und in Österreich wird beispielsweise längst anerkannt, dass viele zusätzliche pädagogische Aufgaben außerhalb des Unterrichts geleistet werden.


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